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Baustart für Propsteikirche in der Leipziger City - Archäologen graben nach altem Kloster

Baustart für Propsteikirche in der Leipziger City - Archäologen graben nach altem Kloster

Noch ist die Freifläche gegenüber des Neuen Rathauses verwaist, doch schon in wenigen Tagen rücken hier die Bagger an: Am 22. August startet der Bau der neuen Propsteikirche am südlichen Leipziger Innenstadtring.

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Das größte katholische Kirchenneubauprojekt in Ostdeutschland: Bis 2013 entsteht in der südlichen Leipziger City die neue Propsteikirche.

Quelle: Schulz & Schulz Architekten GmbH

Leipzig. Das größte katholische Kirchenneubauprojekt in Ostdeutschland beginnt zunächst mit archäologischen Grabungen. Die Propsteigemeinde St. Trinitatis vermutet, dass unter der Erde Überreste eines Klosters gefunden werden könnten, das bis zum 16. Jahrhundert an dieser Stelle stand.

„Bei dem Baugrundstück handelt es sich um archäologisch sehr interessantes Gelände“, sagte Pfarrer Gregor Giele am Montag gegenüber LVZ-Online. Bis 1545 befand sich an dieser Stelle das Kloster St. Georg, das 1541 von den Benediktinernonnen verlassen und danach von der Stadt abgerissen wurde. „Möglicherweise sind im Untergrund noch Überreste des Klosters vorhanden. Gesicherte Hinweise darauf gibt es bislang jedoch nicht“, so Giele.

Fertigstellung bis 2013 könnte sich verzögern

Sollten die Archäologen tatsächlich fündig werden, könnte der Zeitplan für den Kirchenneubau aus den Fugen geraten. Eigentlich soll der Sakralbau mit seiner Fassade aus Rochlitzer Porphyr bis Ende 2013 stehen. „Aber ein archäologischer Fund würde zu Verzögerungen führen“, so Giele. Der angepeilte Start für den Rohbau des Gebäudes im Oktober verschiebe sich dann nach hinten. Auch die Baupläne müssten verändert werden, denn die gefundenen Klosterreste sollen in das Gebäude integriert werden, wie der Pfarrer betonte.

Für die Grabungen sind zunächst zwei Monate eingeplant. Auf dem Gelände in der Nähe des Wilhelm-Leuschner-Platzes wird dabei eine fünf Meter tiefe Grube ausgehoben. Bagger kommen dabei nur teilweise zum Einsatz, da an einigen Stellen besonders vorsichtig gearbeitet werden müsse, erklärte Giele. Vor allem an der alten Nonnenmühlgasse, wo seit dem Klosterabriss keine neuen Häuser standen, könnten sich Überreste des historischen Baus befinden.

Ein Teil der knapp 3000 Quadratmeter großen Fläche zwischen Peterssteinweg, Martin-Luther-Ring und Nonnenmühlgasse war bis zum Zweiten Weltkrieg mit Wohnhäusern bebaut, die jedoch durch Bomben zerstört wurden. „Der Schutt wurde damals zusammengeschoben und planiert. Bei Probebohrungen im vergangenen Jahr sind wir dort im Untergrund auf eine Trümmerlandschaft gestoßen“, so der Pfarrer.

 

Parallel zu den Bauvorbereitungen läuft bereits seit Mai ein Kunstwettbewerb. Dabei können Gestaltungsvorwürfe sowohl für das große Kirchenfenster als auch die sogenannten liturgischen Orte (Altar, Taufstein, Lesepult und Priestersitz) eingereicht werden. Bislang haben sich neun Künstler daran beteiligt, „darunter regionale, nationale und internationale“, sagte Giele. Am 29. Oktober soll eine Jury die Siegerentwürfe küren.

Bereits 4,5 Millionen Euro Spenden gesammelt

Insgesamt kostet der Bau der neuen Propsteikirche rund 15 Millionen Euro. Ein großer Teil davon wird durch Spenden finanziert. Rund 4,5 Millionen Euro sind laut Giele bereits zusammengekommen. Erst in der vergangenen Woche wurden der Leipziger Kirchgemeinde 12.000 Euro aus Dresden übergeben, die bei der Kollektensammlung im Freiluftgottesdienst zur Seligsprechung des sorbischen Kaplans Alojs Andritzki am Pfingstmontag in Dresden gesammelt wurden. „Wir sind auf einem guten Weg“, meinte der Leipziger Pfarrer.

Ziel der katholischen Gemeinde sind Spenden in Höhe von sieben Millionen Euro. Den Rest der Kosten übernimmt das Bistum Dresden-Meißen. „Die Finanzierung ist in jedem Fall gesichert“, betonte Giele, der sich vom Baustart einen neuen Spendenschub erhofft. „Es ist leichter, für etwas zu werben, wenn die Idee aus dem Boden wächst.“

Robert Nößler

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