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Bayrischer Investor will Leipziger „Capa-Haus“ ab 2014 für neun Millionen Euro sanieren

Bayrischer Investor will Leipziger „Capa-Haus“ ab 2014 für neun Millionen Euro sanieren

Das „Capa-Haus“ soll spätestens Mitte 2015 wieder im gründerzeitlichen Stil erstrahlen. Die Notsicherung des historischen Bauwerks in der Jahnallee 61 und der Nachbargebäude Luppenstraße 28 und 26 hat begonnen.

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Erste Sicherungsarbeiten am Capa-Haus vor dem Baubeginn.

Quelle: Andr Kempner

Leipzig. Auch wenn sie bisher nur virtuell existieren, sind laut Eigentümer fast ein Drittel der 41 luxuriösen Unterkünfte bereits vermietet – darunter auch jene Wohnung in dem Eckhaus, in dem der Kriegsfotograf Robert Capa am 18. April 1945 das weltbekannte Bild des erschossenen US-Soldaten festhielt.

„Es ist wie beim Mikadospiel, wenn man an der falschen Stelle ansetzt, fällt alles zusammen“, formuliert Stefan Weinfurtner die Brisanz der aktuellen Arbeiten am „Tor nach Lindenau“. Weinfurtner gehört zur Geschäftsleitung der LS Immobliengruppe, dem Eigentümer. Vor etwa zwei Wochen hat die Notsicherung begonnen: Wintergärten und Holzbalkone werden zu Gunsten der Stabilität des Gebäudes entfernt - Stahlträger, Holzbalken, Drahtseile und ähnliches in den Innenräumen sollen folgen. Auch die Vibrationen und Schwingungen der Straßenbahn haben Einfluss auf die Statik. Demnächst wollen die Leipziger Verkehrsbetriebe die Schienen um das Areal noch weiter austauschen, gegen sogenannte „Flüstergleise“, deren Gummi-Ummantelung Erschütterungen mindern. „Diese städtebauliche Maßnahme kommt uns entgegen“, so der Investor.

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Leipzig. Der amerikanische Fotograf Robert Capa (1913-54) bekommt in Leipzig eine eigene Straße. Capa fotografierte am 18. April 1945 im Haus Jahnallee 61 einen US-Soldaten, der bei der Befreiung der Stadt ums Leben kam. Die Aufnahme wurde weltberühmt, das Haus in Altlindenau verfiel über die Jahre. Jetzt wird es saniert und liegt in unmittelbarer Nähe der neu zu bennenden Capastraße.

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Muster von Stuck, der sich über sämtliche Innenräumen des Haus erstreckt, sowie das Parkett und andere historische Utensilien sichert demnächst ein Restaurator. Anschließend analysiert ein Bodengrundgutachter die Risse in Gebäude. Das Dach muss teilweise zurück- und wieder aufgebaut werden. Mitte September ist diese erste Sicherung abgeschlossen. In welchem Gesamtzustand das Haus ist, wird sich erst danach zeigen: „Einige Stellen sind, unter anderem wegen aufgeweichter oder fehlender Decken, erst dann zugänglich“, erklärt Firmenchef Horst Langner. Die größte Überraschung erwarten die Planer bei den Holzbalken. Schimmel, Bakterien oder anderer Befall könnten durchaus noch ans Tageslicht kommen.

Die eigentliche Sanierung soll im Frühjahr 2014 starten. So sollen etwa der Wintergarten im Erdgeschoss und früher vorhandene, überdachte Balkone an der Frontfassade wieder entstehen. Darunter auch jener durch das Foto von Capa legendär gewordene Anbau. Dieser war bereits zu DDR-Zeiten entfernt wurden. Besonders an dem 1911 errichteten und als  „Prachtbau zu Leipzig“ bezeichneten Gebäude ist die Mischung aus Barock und Jugendstil.

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Der Entwurf zum neugestalteten Capa-Haus in Leipzig.

Quelle: LS Immobilien

Acht bis neun Millionen Euro will das Unternehmen aus Oberbayern investieren. Seit 1991 hat die Firma fast 100  denkmalgeschützte Gebäude in der Messestadt saniert. Sich dem „Palmengarten Palais“, wie sie das Areal nennen, anzunehmen, ist auch ein „Dankeschön“ an die Stadt, wie Horst Langner sagt. Schon jetzt scheint sich das Vorhaben auszuzahlen: 30 Prozent der Wohnungen sind bereits als Miet- oder Eigentumsobjekte vergeben. Der Standort ist allerdings nicht ganz günstig. Die Mietpreise sollen zwischen sieben und zehn Euro pro Quadratmeter betragen. Käufer zahlen zwischen 2750 und 4000 Euro pro Quadratmeter. „Die hohe Nachfrage ist zu diesem Zeitpunkt eines Projekts selten“, sagt Stefan Weinfurtner. Zu den drei Geschäften, die ins Untergeschoß ziehen, gehört ein Café an der Jahnallee. Zirka 60 Sitzplätze sind dort möglich. Eine Ausstellung darin soll an die Geschehnisse im Haus im April 1945 erinnern. „Wir stehen in engem Kontakt zur Bürgerinitiative.“ Diese wiederum könnte Fotos und andere historische Dokumente beisteuern.

 Das Häuserensemble an der Ecke Jahnalle/Luppenstraße drohte Ende 2011 abgerissen zu werden. Leipziger Bürger setzen sich für den Erhalt ein. Für insgesamt 125000 Euro, darunter 35000 Euro für das Capa-Haus, wurde das 2000 Quadratmeter große Areal Anfang 2012 zwangsversteigert. Im Mai desselben Jahres wurde die LS Immobliengruppe Eigentümer.

Katharina Schultz

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