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Lokales Bebauungsplan zum Leuschnerplatz wird frühestens Anfang 2018 fertig
Leipzig Lokales Bebauungsplan zum Leuschnerplatz wird frühestens Anfang 2018 fertig
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09:00 26.08.2016
In der Mitte des Leuschnerplatz-Areals ist die historische Markthallenstraße gut zu erkennen. Links von ihr soll es nach den Plänen der Stadt künftig drei Baufelder geben, rechts davon einen riesigen Freiraum mit Grünflächen und anderen Nutzungen. Quelle: Foto: Wolfgang Zeyen
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Leipzig

Es wird wohl noch lange dauern, bis endgültig klar ist, wo genau welche Häuser auf der größten City-Brache in Leipzig errichtet werden sollen. Zwischen Anfang und Mitte 2018 könnte der Bebauungsplan für den Wilhelm-Leuschner-Platz durch den Stadtrat beschlossen werden, war jetzt beim „Streitgespräch Architektur“ in der Alten Nikolaischule zu erfahren. Jochem Lunebach, der Leiter des Stadtplanungsamtes, saß dort mit im Podium und informierte über den aktuellen Stand der Dinge.

Demnach ist inzwischen ein Entwurfskolloquium mit vier eingeladenen Architekten-Gruppen sowie einem Team des Stadtplanungsamtes abgeschlossen. Wie berichtet, sollten dabei die konkrete Ausformung für das nördliche Baufeld (am Roßplatz) sowie für das mittlere Baufeld (Markthallen-Grundstück) noch einmal überprüft werden. Laut Lunebach griffen drei der fünf Arbeiten eine Idee der ehrenamtlichen Architekteninitiative auf, die sich seit langer Zeit für ein möglichst lebendiges Viertel auf der fünf Hektar großen Brache einsetzt. Demnach soll die künftige Verlängerung der Leplaystraße nun nicht mehr eine gerade Linie bis zur noch erhaltenen Markthallenstraße ziehen. Stattdessen sei für die Trassenführung jetzt eine Form favorisiert, die stark dem Buchstaben Z ähnelt. Dadurch kann die Leplaystraße an den historischen Kellern der früheren Markthalle von Hugo Licht vorbeigeführt werden. Die Keller stünden also vollständig für den allseits gewünschten Neubau einer Markthalle zur Verfügung. Zudem schaffe die Z-Form Raum für einen kleinen Binnenplatz, was mehr Leben ins Viertel bringe.

Was für Laien wie ein Detail klingt, hat erhebliche Auswirkungen auf andere Punkte. So soll der zum Ende der DDR-Zeit entstandene Bowlingtreff jetzt mehr Freiraum erhalten, um als Solitär wirken zu können. Auch müsse der Abstand der nördlichen Baukante zum City-Ring noch genauer ausformuliert werden, erläuterte Lunebach. Zu diesen drei Punkten werde als nächster Schritt ein Masterplan erstellt, der im Frühjahr 2017 vorliegen soll. „Den Masterplan werden wir erneut öffentlich diskutieren. Sofern der Stadtrat zustimmt, können wir auf dieser Grundlage dann den Bebauungsplan vollenden.“

Zu der Veranstaltung in der voll besetzten Aula der Alten Nikolaischule hatte die Kulturstiftung Leipzig eingeladen. Ihrem Titel „Streitgespräch“ machte sie viel Ehre, denn etliche Besucher sparten nicht mit Kritik. So meinten der frühere Baubürgermeister Nils Gormsen, der Künstler Heinz-Jürgen Böhme, Architekt Stefan Riedel und weitere Redner aus dem Publikum, der bisherige Bebauungsplanentwurf erreiche nicht das wichtigste Ziel: eine attraktive Verbindung zwischen der Südvorstadt und der City zu schaffen. Die vorgesehene Freifläche westlich der Markthallenstraße sei überdimensioniert und trenne die Stadtteile eher, statt sie harmonisch zusammenzuführen. Besser wäre es, auch den Bereich über der City-Tunnel-Station zu bebauen, so Architekt Ronald Wanderer: „Mit vier Baufeldern lässt sich schon ein lebendiges Viertel schaffen, mit drei Feldern geht das nicht.“

Lunebach entgegnete, dass der Stadtrat im Dezember 2015 dazu Leitlinien beschlossen habe, welche die große Platzlösung vorsehen. Zur konkreten Gestaltung der Freifläche solle „in einigen Jahren“ ein internationaler Wettbewerb ausgelobt werden. „Was die ganze Bebauung östlich der Markthallenstraße betrifft, sind die Positionen nicht mehr sehr verschieden. Die Debatten der letzten zwei Jahre haben da also was Gutes erzeugt.“

Von Jens Rometsch

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