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Bedrohte Nachbarschaftsgärten in Leipzig-Lindenau: Gespräche über Parallellösung

Bedrohte Nachbarschaftsgärten in Leipzig-Lindenau: Gespräche über Parallellösung

Die Nachbarschaftsgärten gehören seit zehn Jahren zur grünen Lunge im Leipziger Stadtteil Lindenau. In einer 6500 Quadratmeter großen Baulücke zwischen Joseph- und Siemeringstraße gedeiht Obst und Gemüse, werden Schweine, Hühner und Hasen gehalten.

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Eingang zum Nachbarschaftsgarten in Leipzig-Plagwitz. (Archivfoto)

Quelle: André Kempner

Leipzig. Etwa 80 Anwohner bewirtschaften derzeit gemeinschaftlich das urbane Grün. Doch den Stadtteil-Pionieren droht nun das Aus, die Baulücke soll geschlossen werden. Laut Stadtverwaltung sind zumindest verschiedene Rettungswege denkbar.

Entstanden sind die urbanen Gärten 2004 – als Stadtteilverein, Kommune und weitere drei Grundstücksbesitzer eine Zwischennutzung für die Brache vereinbarten. Damals konnte vom heutigen Viertel mit seinen unzähligen Bars und frisch renovierten Wohnungen noch keine Rede sein, zog es junge Menschen vor allem aufgrund der unsanierten Freiräume in den Stadtteil. Die Zwischennutzung der Brache bot zwar keine langfristige Planungssicherheit, allerdings Raum und Zeit zur Entfaltung. In der folgenden Dekade entstand so nicht nur der Garten samt Strohballenhaus und Fahrradwerkstadt, sondern die Initiative trug mit ihrem Engagement auch zur Entwicklung des Stadtteils bei.

Laut Stadtverwaltung hegt der Eigentümer der größten Teilfläche nun jedoch Bauabsichten. Befürchtungen der Nachbarschaftsgärtner, auf den betroffenen 4900 Quadratmetern könnten bereits Stadthäuser in Planung sein, bestätigte Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau auf Anfrage der Linksfraktion nicht. Wie es in der schriftlichen Antwort heißt, ist derzeit noch unklar, welcher Anteil überhaupt bebaut werden soll, „da offensichtlich verschiedene Varianten im Gespräch sind und noch keinerlei Entscheidung gefallen ist.“

Vielmehr führe die Stadtverwaltung mit Gärtnern und bauwilligem Besitzer Gespräche über die Zukunft des Geländes. „Ziel der Gespräche mit Investoren und Eigentümern ist, die Möglichkeit für eine Parallelnutzung der Flächen zu sondieren bzw. den Eigentümern das politische Umfeld ihrer Verwertungsabsichten deutlich zu machen. Ziel der Gespräche mit den NutzerInnen ist es, die Bereitschaft für privatrechtliche Lösungen herauszuarbeiten – z.B. Erwerb/Pacht – bzw. mit ihnen gemeinsam Lösungen für eine Parallelnutzung zu prüfen“, so die Ausführungen der Baubürgermeisterin.

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Fahrradreparatur im Nachbarschaftsgarten in Leipzig-Plagwitz. (Archivfoto)

Quelle: André Kempner

Wie die angestrebte Parallelnutzung aussehen könnte, deutete Dubrau vage an. So könne eine „gemischte Nutzung aus Wohnen mit den Nachbarschaftsgärten als standortprägendem Angebot für neue und alte Bewohner sowie für das Quartier“ angestrebt werden. Dazu bedarf es allerdings der Bereitschaft von beiden Seiten.  

Grundsätzlich hält Dubraus Dezernat eine dauerhafte Nutzung der Nachbarschaftsgärten ohnehin nur auf verkleinerter Fläche für realistisch. Denn für einen möglichen Kauf der Gesamtfläche durch die Stadt Leipzig fehle das Geld und eine ebenso denkbare Umwidmung des Geländes nach Stadtrat-Entscheid hätte Entschädigungsansprüche zu Folge. Immerhin will die Kommune den eigenen Anteil an den Nachbarschaftsgärten mit einer Fläche von 240 Quadratmeter trotz mehrerer Angebote von umliegenden Grundstückseigentümern nicht verkaufen und hält somit auch eine Minimallösung für die Nachbarschaftsgärtner bereit.

Matthias Puppe

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