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Lokales Begehrtes Betongold - Zwangsversteigerungen am Leipziger Amtsgericht im Aufwind
Leipzig Lokales Begehrtes Betongold - Zwangsversteigerungen am Leipziger Amtsgericht im Aufwind
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23:59 28.04.2013
Mal rasant gestiegen, zuletzt stark gesunken: Die Zahl der Anträge auf Zwangsversteigerungen von Objekten am Leipziger Amtsgericht spiegelt die wirtschaftliche Lage wider.

So fanden in 53 Prozent der Fälle Objekte, die voriges Jahr auf Antrag von Gläubigern zwangsversteigert wurden, schon beim ersten Bietertermin einen Käufer. Zum Vergleich: 2003 handelte es sich um nur 33 Prozent. Außerdem können sich Interessenten derzeit zu relativ niedrigen Zinsen Geld leihen.

"Anleger gehen davon aus, dass das sogenannte Betongold eine gewisse Sicherheit bietet", sagt Mathias Winderlich, Leiter der für Zwangsversteigerungen zuständigen Abteilung im Amtsgericht. "Der ganz normale Bürger möchte sein Geld sicher parken", hat auch Rechtspfleger Ronald Naumann, der selbst Objekte von Schuldnern unter den Hammer bringt, beobachtet. Noch vor Kurzem habe es sich um einen ganz anderen Bieterkreis gehandelt - um Immobilienfonds aus Amerika, um Interessenten aus mehreren europäischen Ländern auf Schnäppchenjagd.

Infolge des größeren Interesses sind auch die Versteigerungserlöse gestiegen. Nach Winderlichs Angaben gingen Eigentumswohnungen voriges Jahr zu 67 Prozent des Verkehrswertes über den Versteigerungstisch, 2003 wurden nur knapp 45 Prozent erreicht. Bei Mehrfamilienhäusern ist der Trend ähnlich: Von 45,5 Prozent (2003) kletterte der Wert auf gut 73 Prozent (2012). Dagegen sind die Schwankungen bei Einfamilienhäusern nicht so groß. Hier bestand schon immer ein relativ großes Interesse. 2003 kamen sie zu 60 Prozent des Verkehrswertes unter den Hammer, 2012 wurden knapp 69 Prozent erzielt.

Wobei Naumann darauf hinweist, dass es sich um Durchschnittswerte handelt, da das Amtsgericht Leipzig für zu versteigernde Objekte aus dem ganzen Landesdirektionsbezirk zuständig sei. 2012 wurden 703 Häuser beziehungsweise Grundstücke veräußert, 2011 waren es 720. "Der Versteigerungserlös für Immobilien in Leipzig ist in der Regel weitaus höher als etwa in der Region Borna", so die Erfahrung des Rechtspflegers. "Und für Leipzig wiederum kann man feststellen: Nicht nur die Top-Lagen wie etwa das Waldstraßenviertel gehen gut. Auch für Objekte in Stadtteilen wie Reudnitz und Lindenau zeichnet sich eine große Nachfrage ab." Da würde der Verkehrswert auch schon mal erheblich überschritten. Als "Ausreißer nach oben" gilt aber, dass unlängst für ein Loft in Lindenau mit einem Verkehrswert von 73000 Euro sogar 115000 Euro hingeblättert wurden.

Dass die Zahl der Anträge von Gläubigern auf Zwangsversteigerungen zuletzt rasant gesunken ist, "erklärt sich gleichfalls mit der Lage auf dem Immobilienmarkt", so die beiden Experten. Bemerkenswert: 2012 wurden nur halb so viele Anträge (1171) gestellt wie noch 2008. Da handelte es sich um 2423 Anträge. "Schuldner verkaufen ihr Objekt lieber selbst in Abstimmung mit den Banken", so Winderlich. Grund: Auf dem freien Markt könne derzeit weitaus mehr Geld eingespielt werden als bei Versteigerungen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.04.2013

Kreuz, Sabine

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