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Lokales Bekommt Leipzig ein DFB-Fußball-Museum?
Leipzig Lokales Bekommt Leipzig ein DFB-Fußball-Museum?
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00:16 15.08.2016
Die Gründungsstätte des DFB im Haus Büttnerstraße 10 in Leipzig. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

Die DFB-Wiege steht in der Büttnerstraße 10 in der Nähe des Wintergarten-Hochhauses, ist 116 Jahre alt, wird nur zu runden Jubiläen entstaubt. Eine Gedenktafel erinnert an die Gründung des Deutschen Fußball-Bundes am 28. Januar 1900 in der Gaststätte Mariengarten – mehr ist nicht. Das könnte sich jetzt ändern. Sachsens Fußball-Boss Hermann Winkler ist in der Spur, hat ins obere Fach gegriffen und DFB-Chef Reinhard Grindel sowie Generalsekretär Friedrich Curtius auf den untragbaren Stand der Dinge gebracht. Frage aller Fragen: Sichert sich der nicht am Hungertuch nagende DFB einige der sanierten 500 Quadratmeter und richtet eine Ost-Außenstelle des Dortmunder DFB-Fußball-Museums ein?

Ja, lange her: Juli 1899, der „Verband Leipziger Ballspielvereine“ wird beauftragt, eine Versammlung auf die Beine zu stellen. Am 28. Januar 1900 schlüpft in der Büttnerstraße der DFB. Der erste Deutsche Meister wird am 31. Mai 1903 auf der Exerzierweide zu Altona gekürt. Der VfB Leipzig gewinnt 7:2 gegen den DFC Prag. Verbrieft ist, dass das Spiel in Ermangelung eines Balles 45 Minuten später als geplant angepfiffen wird. Unsicher ist, ob 750 oder 2000 Zuschauer zuschauen.

Seitdem ist viel passiert. Der DFB wuchs zum mitgliederstärksten Sportverband der Welt, Deutschland wurde viermal Weltmeister und Joachim Löw trennte sich von seiner ersten Frau. Fußball-Leipzig machte durch die Aufstiege von RB, Lok und Chemie Wellen.

Bewegung soll jetzt auch in die Büttnerstraße kommen. Den Mariengarten gibt es nicht mehr, das Haus wurde 1914 abgerissen und neu gebaut. Das denkmalgeschützte Gebäude hat die Jahrzehnte überdauert, wurde unlängst nach einem Eigentümer-Wechsel saniert und wird jetzt vermarktet.

Federführend ist dabei Holger Otto. Der Geschäftsführer der Leipziger Kulturdenkmal GmbH hat viele Anfragen für die hochwertig sanierten 500 Quadratmeter, könnte 1000 verkaufen. Weil der Mann aber Fußballfan und Leipziger ist, reserviert er noch vier Wochen lang das Erdgeschoss für die Gründungsgeschichte des DFB. Der könnte wählen zwischen 280, 187 oder 93 Quadratmetern. ,,Ich habe mich schriftlich an den DFB gewendet“, erzählt Otto von unbeantworteten Briefen, ,,da mahlen die Mühlen offenbar langsam...“

Jetzt hat der 49-Jährige in Hermann Winkler prominente Unterstützung. Der EU-Parlamentarier (CDU) ist seit Ende April Chef des Sächsischen Fußball-Verbandes und dicke Tinte mit den Großkopferten des DFB in Frankfurt/Main. ,,Lieber Reinhard, lieber Herr Dr. Curtius“ ist der Brief Winklers an die Chefs überschrieben. Dass die graue Gedenktafel nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann, wird für Reinhard Grindel und Friedrich Curtius nach Lektüre des Briefes klar sein.

Winker will nicht kleinteilig denken, kann sich auch eine Erinnerungsstätte mit Devotionalien aus dem ganzen Fußball-Osten vorstellen. Leipzig hätte wunderbare Stücke für die Büttnerstraße 10. Im Bauch der Red-Bull-Arena steht eine verbeulte Tür mit den 2006er Stollenabdrücken von Zinedine Zidane. Gerlinde Rohr, Leiterin des provisorischen Sportmuseums am Olympiastützpunkt, könnte prähistorische Fußbälle, Fußballschuhe und eine Holzbank aus dem Stadion der Hunderttausend beisteuern.

Ihr Auftrag, Herr Grindel!

Von Guido Schäfer

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