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Beratungsstelle in der Axis-Passage hilft Ausländern bei der Berufsanerkennung

Beratungsstelle in der Axis-Passage hilft Ausländern bei der Berufsanerkennung

Ausländische Jobsuchende kennen das Problem: Sie wollen arbeiten, aber ihre Berufsabschlüsse aus der Heimat verursachen jede Menge bürokratischen Ärger und Verwirrung.

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Ibas-Mitarbeiter Thomas Liebecke berät eine junge Ausländerin.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Zum ersten Mal gibt es einen lokalen Wegweiser, der bei der Anerkennung ausländischer Qualifikationen kostenlose Hilfe bietet. Das neue Regionalbüro der Informations- und Beratungsstelle Anerkennung Sachsen (Ibas) nimmt sich dieses Problems spezifisch an.

"Die erste und wichtigste Frage, die wir bei einer Beratung stellen, ist: 'Was wollen Sie in Deutschland machen?'" erklärt Ibas-Projektmitarbeiter Thomas Liebecke. "Von diesem Ausgangspunkt können wir den Ratsuchenden eine Verfahrensbegleitung bereitstellen und berufliche Angebote finden."

Schon seit September gibt es die Ibas unter dem Dach des Jobcenters in der Axis-Passage in der Georg-Schumann-Straße. Das Projekt stellt eine Erweiterung des IG-Netzwerks Sachsens dar, das vom Dresdener Verein Exis Europa im Rahmen des bundesweiten Förderprogramms "Integration durch Qualifikation" (IQ) koordiniert wird. Gefördert wird der Verein durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie die Bundesagentur für Arbeit.

Nach dem sogenannten Anerkennungsgesetz, das 2012 verabschiedet wurde, hat das Projekt nun einen weiteren Ansprechpartner in Leipzig. Zuvor mussten Ratsuchende nach Dresden fahren oder per Post kommunizieren, wenn sie Fragen zur Anerkennung hatten.

Aktuell betreut Liebecke als einziger Mitarbeiter der Ibas 38 Klienten aus allen Ecken der Welt, und die Nachfrage wächst stetig. Rubi Michehl ist eine der Ratsuchenden. Für sie war dieses Jahr eins voller neuer Anfänge: Sie hat nicht nur geheiratet, sie hat dabei die Kontinente gewechselt. Nun beginnt die gebürtige Mexikanerin ein neues Leben mit ihrem deutschen Ehemann Robert in Leipzig. Da sie die Sprache nicht kennt, nimmt die 28-Jährige seit zwei Monaten an einem Integrationskurs teil. Später will sie ihre beruflichen Ziele auch in Deutschland realisieren. Mit insgesamt sechs Jahren Studium und Praxiserfahrung in einer Klinik in Mexiko-Stadt gilt sie bereits als qualifizierte klinische Psychologin in ihrem Heimatland. Doch in Deutschland wird es noch einige Jahre dauern, bevor sie ihren Traumberuf ausüben kann. Zuerst kommt das Sprachenlernen, dann mindestens drei Jahre weiteres Studium. "Wichtig für mich ist erst mal, die Sprache zu beherrschen", sagt Michehl. "Aber gleichzeitig möchte ich die beruflichen Voraussetzungen schon wissen, um einen Plan machen zu können." Genau deswegen finde die Beratung zur Anerkennung oft auf Englisch statt und häufig gleichzeitig mit Integrationskursen, sagt Liebecke.

Insgesamt gibt es in Sachsen in etwa 10000 Zuwanderer ohne anerkannte Berufs- oder Hochschulausbildung. In den meisten Fällen gibt es aber andere Optionen für die Betroffenen, die für einen bestimmten Beruf qualifiziert sind. "Ein häufiges Missverständnis ist, dass man immer eine Anerkennung braucht. Aber in 75 Prozent der Fälle brauchen sie es nicht", erläutert Liebecke. Schon dafür sei die Beratung sehr wertvoll.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.11.2014

Brown, Krysta

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