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Lokales Bereit für den Chefposten: Rasem Baban wird Direktor des Tierparks München-Hellabrunn
Leipzig Lokales Bereit für den Chefposten: Rasem Baban wird Direktor des Tierparks München-Hellabrunn
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23:59 25.07.2014
Das Gondwanaland ist Rasem Babans Lieblingsort im Leipziger Zoo. Die hoch komplexe Tropenhalle bezeichnet er als Projekt seines Lebens. Quelle: Andreas Döring

Der 48-Jährige hat zwölf Jahre lang den Leipziger Zoo mitgestaltet, war Technik-Chef, Prokurist und Stellvertreter des Direktors. Jetzt zieht der gebürtige Mannheimer in die Stadt, in der er als junger Mann seinen Bundeswehr-Dienst abgeleistet hat und die früher seine Lieblingsstadt war - bevor er Leipzig kennenlernte.

Mit seiner Frau Cordelia (45), den Töchtern Sophie (18) und Linda (15) sowie Sohn David (12) bezieht er eine Dienstwohnung direkt am Tierpark. In München sei es im Gegensatz zu Leipzig richtig schwierig, eine Wohnung zu finden. "Wir alle sehen einem spannenden Neuanfang entgegen", sagt der Familienvater, der eines Tages auch seine reiselustigen Eltern zu sich holen möchte. Im Dezember 1995 hatte Baban geheiratet, im Januar 1996 zog er mit seiner Frau nach Leipzig, hier kamen die Kinder zur Welt.

Dass die Familie bei seinen Karriereplänen mitspielt und dass der Tierpark Hellabrunn ein renommierter Zoo ist, war für ihn ausschlaggebend, als er sich um den Direktorenposten bewarb. Seinen bisherigen Chef Jörg Junhold (50) wird er oft in diversen Gremien treffen - in Zukunft auf Augenhöhe. Junhold bedauert den Verlust des "hoch geschätzten und verdienten Kollegen", für den Zoo und auch persönlich, und freut sich auf eine gute Zusammenarbeit über Landesgrenzen hinweg.

Heimisch in der Zoowelt

Wenn Baban ein Tier aus Leipzig mitnehmen könnte, wäre das der urzeitliche Komodowaran aus dem Gondwanaland. Die Riesentropenhalle bezeichnet er als sein größtes und wichtigstes Projekt in Leipzig: "Das ist so komplex und einmalig, eigentlich ein Zoo im Zoo. So etwas macht man nur einmal im Leben." Als ausgebildeter Architekt fühlt er sich heimisch in der Zoowelt, in der die Arbeit stark mit Idealen und Visionen für Umwelt, Natur, Tiere sowie mit einem Bildungsauftrag verbunden ist.

Das Bauen wird Baban auch in Bayern nicht loslassen: So muss er sich um die Sanierung des Elefantenhauses kümmern; außerdem bedarf der Entwicklungsplan bis 2020 der Überarbeitung. Was naturnahe Gehege betrifft, sei München noch nicht so weit wie Leipzig, wo die neuen Anlagen bereits perfektioniert sind. Der Tierpark Hellabrunn ist flächenmäßig größer und liegt im Landschaftschutzgebiet Isarauen mit Flüssen, Bächen und Brücken. Mit dem Element Wasser stärker zu arbeiten, sieht der neue Direktor als eine besondere Herausforderung an.

Vor zehn Jahren wäre es noch exotisch gewesen, dass jemand Zoodirektor wird, der nicht Tierarzt oder Biologe ist. Mittlerweile hat sich das geändert, "aber ich bin vielleicht der erste Architekt in Deutschland, der einen Zoo übernimmt", lacht Baban. Dabei hat ein berühmter Schweizer Zoodirektor mal gesagt, der Architekt sei das gefährlichste Tier im Zoo, weil er zu viel Wert auf die Gebäude legt und die tiergärtnerischen Belange unterordnet. Dass dies in Leipzig unter Babans Regie anders lief, kann jeder sehen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.07.2014

Kerstin Decker

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