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Berg- und Talfahrt im Iran: Zwei Leipziger meistern erste Etappe ihrer Rad-Weltreise

Rund 2000 von insgesamt 25000 Kilometern geschafft Berg- und Talfahrt im Iran: Zwei Leipziger meistern erste Etappe ihrer Rad-Weltreise

Rund 26000 Kilometer quer durch Asien, Neuseeland, Australien und Amerika: Bei ihrer auf zwei Jahre angelegten Weltreise per Fahrrad haben die Leipziger Claudia Hildenbrandt und ihr Freund Daniel Mathias die erste Etappe vom Iran nach Usbekistan ohne größere technische Defekte und körperliche Blessuren gemeistert.

Claudia Hildenbrandt und Daniel Mathias im iranischen Elburs-Gebirge.
 

Quelle: Daniel Mathias

LEIPZIG.  Rund 25000 Kilometer quer durch Asien, Neuseeland, Australien und Amerika: Bei ihrer auf zwei Jahre angelegten Weltreise per Fahrrad haben die Leipziger Claudia Hildenbrandt und ihr Freund Daniel Mathias die erste Etappe ohne größere technische Defekte und körperliche Blessuren gemeistert. Wie berichtet, waren die Lehramtsstudentin und der Arzt am 22. April mit Sack und Pack zu der Mammuttour aufgebrochen. Mit dem Flugzeug ging es nach Teheran, dem Startpunkt des Unternehmens. Doch bevor in der iranischen Hauptstadt in den Sattel gestiegen werden konnte, gab es das erste Hindernis der administrativen Art: Bei der Passkontrolle hatten die Beamten etwas an den Dokumenten des 32-jährigen Mediziners auszusetzen, die deutsche Botschaft war in der Nacht nicht erreichbar. Sieben Stunden saß das Duo am Airport fest, dann endlich gab es grünes Licht und Zeichen der Willkommenskultur: „Einheimische schenkten uns ein Kilo Pistazien, das gefühlte Fremdsein schwand binnen weniger Minuten“, mailte Hildenbrandt jetzt an die LVZ.

Raus aus der Megacity mit 13 Millionen Einwohnern, vorwärts auf den Randstreifen von landestypischen Verkehrsadern, die den Pedalrittern zusetzten. Die 26-Jährige musste unter dem Schutzhelm ein Kopftuch und zudem stets lange Kleidung tragen, die Sonne knallte, der Gegenwind schmeckte nach Diesel. „Später, in den Bergen, quollen die Abgase so dicht aus manchem Tunnel, dass wir meinten, darin brenne es“, berichtete Hildenbrandt. „Viele hatten uns zu Hause vor diesem Schurkenstaat gewarnt, aber von antiwestlicher Stimmung haben wir nichts gespürt.“ Im Gegenteil: Während sie sich in Richtung Norden abstrampelten, wurden sie mit so vielen Gaben überhäuft, dass die Packtaschen förmlich aus den Nähten platzten: Brot, Gurken, Orangen, Malzbier, Muffins – und immer wieder gastfreundliche Einladungen zum Essen und zum Übernachten. „Zum Zelten sind wir kaum gekommen.“ Oft habe es zum Abschied die Bitte gegen, in Deutschland kundzutun, dass „wir keine Terroristen sind“. Vor allem bei den übers Fernsehen verbreiteten Predigten habe sich aber die große Kluft zwischen den „rückwärtsgewandten Mullahs“ und den herzlich auftretenden Leuten offenbart.

Gewitter, Hagel, Tausende Höhenmeter, grandiose Landschaften: Serpentinenreich wurde das Elburs-Gebirge überwunden, das Wetter spielte zeitweise verrückt, ehe die radelnden Expeditionäre das Kaspische Meer und damit subtropische Gefilde erreichten. Eines Tages war es mit der Beschaulichkeit vorbei. Von der Polizei eskortiert, mussten die beiden als erbetenes Zeichen des Wohlwollens einen Moschee-Rundgang absolvieren. Hinter der heiligen Stadt Maschhad war der Iran auf dem Tourplan dann abgehakt und Turkmenistan wurde in Angriff genommen. Inzwischen haben die zwei Abenteurer auch diesen Staat ohne Panne passiert und machen gerade in Buchara in Usbekistan Station. Über 2000 Kilometer liegen hinter ihnen.

Von Mario Beck

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