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Lokales Bescherung für die Tiere im Leipziger Wildpark
Leipzig Lokales Bescherung für die Tiere im Leipziger Wildpark
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01:00 27.12.2014
Beim "Weihnachtsfest für Tiere" im Connewitzer Wildpark wird das Bäumchen ungewöhnlich geschmückt: mit Äpfeln und Möhren an blauen Bindfäden. Quelle: Armin Kühne

An den Zweigen hingen Rüben, Kohlstücke und Heubüschel. Unterwegs sangen die Kinder: "Sachte, sachte fällt der Schnee. Wir Kinder, wir haben zu essen. Im Walde hungert ein kleines Reh. Das wollen wir nicht vergessen."

Im Leipziger Wildpark gehört die Bescherung der Tiere schon seit zehn Jahren zum festen Programm, erzählt Förster Ralf Herrmann bei der Sondertour. Vorneweg fährt ein Mini-Transporter, auf dessen Ladefläche die Tanne steht. An den Zweigen wurden mit Bindfaden Möhren und Äpfel aufgehängt. Dahinter laufen Kinder und Erwachsene - etwa 50 an der Zahl. An jedem Gehege stoppt Tierpfleger Andreas Brehme den Transporter, trägt in Schüsseln passendes Futter zu den Bewohnern. Die kommen sofort aus ihren Verstecken. Dazu erklärt Herrmann, dass es zum Beispiel vom Europäischen Nerz weltweit nur noch 3000 Stück gibt. "Jeder Wildpark, der mehr als fünf Tiere besitzt, muss sich an Arterhaltungsprogrammen beteiligen. Zu uns kommen immer im Frühjahr Europäische Nerze, die hier ihre Jungen zur Welt bringen. Später werden sie ausgewildert." Das Gehege mit einem großen Teich habe bewusst kein Dach, damit der Nerznachwuchs lernt, dass ihm Gefahr auch aus der Luft drohen kann.

Weiter geht's und die Kinder stellen viele Fragen. Etwa, ob die ganz neuen, schwarz-weiß gemusterten Schnee-Eulen weiblich oder männlich sind? Das wisse noch niemand, gesteht Herrmann. "Wir wollten ihnen nicht extra Federn für einen obendrein teueren DNA-Test herauszupfen. Mit der Zeit klärt es sich von allein, denn nur bei männlichen Schnee-Eulen wird das Federkleid später komplett weiß." Welche Tiere im Wildpark jetzt Winterschlaf halten, lautet die nächste Frage. Die verblüffende Antwort: Nur die Sumpfschildkröten verschlafen die kalte Jahreszeit in einem Kühlraum des Betriebshofes. "Alle anderen Arten, die wir haben, verfallen höchstens in einen trägen Zustand."

So auch die Waschbären, denen der nächste Halt gilt. "Sie teilen sich ihre Anlage mit dem Amerikanischen Nerz oder auch Mink. Beide Arten stehlen sich oft gegenseitig das Futter, was eine schöne Beschäftigung für sie ist."

Am Ende der 45 Minuten dauernden Tour dürfen die Kinder die Möhren und Äpfel vom Baum (sowie aus Eimern) nehmen und ins Gatter der mächtigen Wisente werfen. "Das ist eine große Ausnahme heute. Sonst ist das Füttern der Wisente oder auch der Elche für Besucher strengstens verboten", betont Tierpflegerin Claudia Schefer. Da die Kinder aber toll mithelfen und hören, hat Schefer auch für sie eine attraktive Bescherung dabei: einen Sack voll Schokolade.

Die nächste Führung "Wo sind die Tiere im Winter?" startet am 24. Januar um 11 Uhr.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.12.2014

Jens Rometsch

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