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Lokales Besuch am Bienenstock: Göring-Eckardt erinnert sich an Hausbesetzung in Leipzig
Leipzig Lokales Besuch am Bienenstock: Göring-Eckardt erinnert sich an Hausbesetzung in Leipzig
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15:22 22.05.2017
Die Spitzenkandidatin und Vorsitzende der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Katrin Göring-Eckardt, lässt sich von Imker und Schauspieler Moritz Vierboom den Gemeinschaftsgarten «NIemandsLand» hinter der Versöhnungskapelle in Berlin zeigen. Quelle: dpa
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Leipzig

Die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, informiert sich vier Monate vor der Bundestagswahl gründlich über Schwarz-Gelb - genauer gesagt: über schwarz-gelbe Insekten. Passend zum grünen Wahlkampfthema Bienenschutz besuchte die 51-Jährige am Montag einen Berliner Gemeinschaftsgarten im ehemaligen Niemandsland zwischen Ost und West, in dem sich Schauspieler Moritz Vierboom (34) als Bienenhüter engagiert. Leerstehende Behausungen, die auf neue Bewohner warten, erinnerten Göring-Eckardt an alte Zeiten: „Wohnung besetzen, das hab ich ja zuletzt Mitte der 1980er gemacht, in Leipzig.“

Studentenbude in Lindenau

An ihre erste eigene Wohnung erinnert sich die ehemalige Theologiestudentin immer wieder gern. Bei Besuchen in der Messestadt berichtete sie in der Vergangenheit: „Eines der drei Zimmer war wegen des kaputten Dachs nicht bewohnbar. Dort habe ich eine Wanne reingestellt, die regelmäßig geleert werden musste, wenn es geregnet hat.“ Das Leck hielt Göring-Eckardt jedoch nicht davon ab, in der Queckstraße heimisch zu werden. Zwischen 1984 und 1988 wohnte sie dort – für sie immerhin die bessere Alternative zu einem Wohnheimzimmer, das sie sich mit drei Studenten hätte teilen müssen.

Heute ist die Häuserzeile in der Queckstraße längst saniert: Die genaue Adresse will Kathrin Göring-Eckardt nicht verraten. Quelle: Regina Katzer

Die heute 51-Jährige fand die Wohnung in Lindenau klasse: „Es war schließlich die erste eigene Wohnung.“ Neben dem kaputten Dach und der fehlenden Doppelfenster hatte die Wohnung aber noch einen weiteren Haken: „Es war nicht so besonders komfortabel mit dem Klo auf halber Treppe.“ Auch das Kochen war mit Aufwand verbunden: „Die Küche hatte einen Herd, den man mit Kohle und Holz heizen musste.“

Im Gegensatz zu den anderen Studenten hätten damals viele angehende Theologen in solchen Wohnungen gelebt. Die gebürtige Thüringerin hatte ihre Bude meistens ganz für sich und fühlte sich wohl im Haus: „Es war ein gemischtes Haus, wo ganz unterschiedliche Leute gewohnt haben - Alte, Junge und unter mir auch ein schwules Paar.“

Heute würde Katrin Göring-Eckardt Studenten ganz klar davon abraten, eine Wohnung zu besetzen. „Es ist Aufgabe der Stadt, dass Wohnraum für alle bleibt und nicht nur Luxussanierungen gemacht werden.“ Grundsätzlich spricht sie sich jedoch für die Nutzung leerstehender Gebäude aus.

Tag der Artenvielfalt

Für die Grünen, in deren Partei es nach der verlorenen NRW-Wahl brummt wie im Bienenstock, stehen die Insekten für viele Themen, mit denen sie punkten wollen - etwa naturverträgliche Landwirtschaft und Klimaschutz. Am internationalen Tag der Artenvielfalt hatten sie das Thema nicht für sich allein. Die Bahn teilte mit, es hätten sich über 1100 Hobby-Imker beworben, um ihre Bienenkästen auf Bahn-Geländen aufzustellen. Seit Herbst 2016 stellt das Unternehmen dafür rund 50 Hektar zur Verfügung.

Als Umweltproblem ist das Bienensterben nicht zu unterschätzen - denn als Bestäuber von Obst- und Gemüsepflanzen sind sie für Mensch und Natur nicht zu ersetzen. Pestizide in der Landwirtschaft setzen den Insekten aber stark zu. Die Grünen warben am Montag auch für einen Fünf-Punkte-Plan zur Reduktion der Gifte.

Von LVZ

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