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Lokales Besuch bei Bonobo Yaro im Leipziger Zoo: Der Kleinste ist der größte Wildfang
Leipzig Lokales Besuch bei Bonobo Yaro im Leipziger Zoo: Der Kleinste ist der größte Wildfang
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23:59 24.11.2014
Bonobo Yaro und Mutter Lexi. Quelle: André Kempner

Keine Spur mehr von dem ängstlichen Muttersöhnchen, das er mal war.

"Er stört die Forscher", verrät Tierpfleger Frank Maxis. Das geht so: Wenn Bonobo-Mutter Lexi (15) vormittags von den Wissenschaftlern des Max-Planck-Institutes beschäftigt und beobachtet wird, hat sie ihren Sohn seit Anfang an immer dabei. Früher hat er stillgehalten, mittlerweile ist ihm offenbar langweilig. "Er will Aufmerksamkeit, aber der Forscher kümmert sich nicht um ihn. Darum zerbricht er zum Beispiel das Stöckchen, mit dem seine Mutter sich Futter angeln soll", schildert der Pfleger.

Yaro ist deutlich gewachsen und wiegt viereinhalb Kilo. Erkennen kann man ihn an der Stirnglatze, denn seine Mutter rupft ihm seit der Geburt die Haare aus. "Übertriebene Fellpflege", lautet die Erklärung des Tierpflegers. Das hat Lexi offenbar in ihrem Herkunftszoo in den USA gelernt - sie kam selbst mit Glatze nach Leipzig. Mittlerweile hat Yaro sogar an den Oberarmen kahle Ringe.

Für ungeübte Besucher nur schwer zu unterscheiden ist Yaro von seinem Halbbruder und Kumpel Kasai. Die beiden wirken hinter der Besucherscheibe ungefähr gleich groß. Kasai, Sohn von Yasa (17), ist allerdings schon drei Monate älter und feiert im Januar seinen zweiten Geburtstag. Beide stammen von Bonobo-Mann Kuno ab, der auch hin und wieder mit den Jungs spielt, Haschen zum Beispiel. Wenngleich etwas halbherzig: "Kuno hat Angst, den Zorn der Mütter abzukriegen, wenn die Kleinen quieken", berichtet der Tierpfleger. Zumal Lexi die Ranghöchste in der Bonobo-Gruppe ist und ihr Sohn sozusagen der Kronprinz, denn er hat die stärkste Mama an seiner Seite. Und wenn die Chefin verärgert ist, sieht es schlecht für Kuno aus: Männliche Tiere haben bei den frauendominierten Zwergschimpansen nämlich nichts zu melden.

Wie andere Halbbrüder auch, sind Yaro und Kasai grundverschieden. "Kasai ist der Weichpitti und Yaro der Macher", erzählt Frank Maxis. Yaro ärgert den etwas Älteren und ist rabiat zu ihm - mitunter gibt es auch was auf die Nase. Nur nicht, wenn Kasais Mutter in der Nähe ist - dann traut Yaro sich nicht. Die beiden Jungs machen trotzdem alles zusammen, ihre Mütter ruhen sich derweil aus. Ist die Lage im Revier ruhig, klettern oder schaukeln sie, rasen die Baumstämme hoch, spielen mit einem großen Ball oder mit Stöcken und Decken. Nur wenn Unruhe in der Gruppe aufkommt, schnappen sich die Mütter ihre Söhne und halten sie am Bauch.

Den ganzen Sommer waren die Zwergschimpansen viel draußen auf der Freianlage. Inzwischen hat für die Menschenaffen des Leipziger Zoos wieder die Wintersaison begonnen, in der sie ausschließlich drin im Pongoland bleiben. Bis zum warmen Frühling.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.11.2014.

Kerstin Decker

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