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Betonrinne am Elstermühlgraben verschwindet – Entlastungsbecken für die Rietzschke geplant

Hochwasserschutz in Leipzig Betonrinne am Elstermühlgraben verschwindet – Entlastungsbecken für die Rietzschke geplant

Nach zwei großen Hochwassern hat die Stadt Leipzig im Jahr 2014 ein Programm zur Ertüchtigung ihrer kleineren Flüsse, Gräben und Teiche beschlossen. Angesicht der Fülle der Probleme sortiert sie jetzt die Prioritäten in dem Bereich neu.

Am 27. Oktober wird Schlobachshof nun schon das zweite Mal zur Zwangsversteigerung aufgerufen. Die Stadt Leipzig würde das 14 Hektar große Areal gern erwerben, weil es mitten in einem Hochwasserschutzpolder im nördlichen Auenwald liegt.

Quelle: André Kempner

Leipzig.

Auf 1,7 Kilometern Länge wird die alte Betonrinne nahe des (wasserlosen und zur Entwidmung vorgesehenen) Elsterstausees verschwinden. Stattdessen bekommt der Elstermühlgraben dort einen 25 Meter breiten Korridor für eine ökologische Entwicklung des Flusslaufs und der Ufer – samt entsprechender Gehölze. „Gemeinsam mit dem Liegenschaftsamt haben wir dafür soeben ein Flurbereinigungsverfahren begonnen“, so Dittmar. Die Stadt hoffe auf Fördermittel und gute Lösungen mit den Besitzern der angrenzenden Felder. Die Planung für den Umbau wurde bereits beauftragt. Umsetzung: 2017/18.

Die Ufermauern sollen 2018 erneuert, zeitgleich auch der Ablaufgraben aktiviert werden.

Bis Anfang 2017 beginnt der Austausch des maroden Ablaufbauwerks in Richtung Kleingärten, zudem erfolgen Reparaturen am Damm. Eventuell im Folgejahr sollen der Schäfereiteich und -graben (Kleiner Silbersee) so saniert werden, dass auch dieser Teil des Erholungsparks Lößnig/Dölitz nicht mehr nach jedem stärkeren Regenguss unter Wasser steht.

Die Straßendurchlässe der Paunsdorfer Wasseradern sind zu klein oder falsch konstruiert, was nahe des Gustav-Hertz-Gymnasiums oft Probleme erzeugt. Bis 2018 sollen zunächst vier Retentionsflächen (zum Auffangen des Hochwassers und auch zur Entlastung der Parthe) entstehen, 2020 alle Durchlässe umgebaut werden.

Der Termin für die Entschlammung hängt von der bald zu überarbeitenden Prioritätenliste ab.

Damit Wasser bei Überschwemmungen nicht mehr bis in die Häuser des Ortsteils vordringt, wurde in diesem Jahr schon eine Teilentschlammung vorgenommen. „Nun erfolgt eine neue Bauplanung mit dem Ziel, 2018 die Sohle ganz zu beräumen“, so Wolfgang Klinnert, Sachgebietsleiter im Amt.

Für 2019 ist der Abriss von fünf Rohrdurchlässen vorgesehen, wodurch die Kapazität steigt.

Voraussichtlich 2020 wird das ganze Wassersystem zwischen Umflutgraben und Parthe erneuert.

Zu den drei verrohrten Abschnitten, deren Öffnung seit Langem im Gespräch ist, gibt es nach wie vor nichts Konkretes. Zwar wurde der Bereich Lampestraße für den Doppelhaushalt 2017/18 angemeldet: Angesichts der Aufgaben beim Kita- und Schulbau muss das aber wohl warten. Neben dem IHK-Gebäude ist der künftige Flussverlauf noch immer ungeklärt. Wann der Abschnitt Wundtstraße startet, hängt vom dortigen, privaten Flächeneigentümer ab.

Nächsten Monat startet der eigentliche Grabenausbau im vorletzten Abschnitt (Lessing- bis Thomasiusstraße). Ab 2018 bis 2021 sollen die letzten 170 Meter zwischen Elster- und Lessingstraße freigelegt werden.

Wie es mit der Wiedervernässung der Auenwälder weitergeht, ist Thema eines Symposiums am 10. und 11. November in der Uni-Bibliothek.

Südlich des Klinikums (nahe der Doppelkurve der Virchowstraße) wird bis 2021 ein großes Areal mit kleinen Dämmen befestigt. Bei Bedarf kann es die nördliche Rietzschke vom Seehausener Mühlgraben und Lindenthaler Wasser entlasten, so Amtsleiter Dittmar. Darüber hinaus werde die Fläche für Erholungssuchende nutzbar gemacht.

2018 soll die ökologische Aufwertung des Baches – vor allem nahe des Kulkwitzer Sees in Grünau – starten.

Schlobachshof wird diese Woche versteigert

Am Donnerstag 11 Uhr wird der Schlobachshof in Böhlitz-Ehrenberg erneut im Amtsgericht zur Zwangsversteigerung aufgerufen. Ein erstes solches Verfahren gab es bereits im Mai. Damals konnte die Stadt Leipzig im Bietergefecht nicht mithalten. Der Zuschlag erging bei 1,25 Millionen Euro an eine Gohliser Firma, von der sich später aber nicht mal ein Briefkasten fand. Das Ergebnis der Versteigerung wurde letztlich annulliert. Im Mai lag der Verkehrswert der 14 Hektar großen Fläche noch bei gut einer Million Euro. Nun steht auf einem Versteigerungsportal ein Verkehrswert von 2,3 Millionen Euro. Die Stadt würde den früheren Reiterhof, der in einem Hochwasserpolder liegt, gern kaufen und weitgehend abreißen.

Von Jens Rometsch

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