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Lokales Bettenhaus an der Liebigstraße fällt: Uniklink Leipzig investiert 70 Millionen Euro in Neubau
Leipzig Lokales Bettenhaus an der Liebigstraße fällt: Uniklink Leipzig investiert 70 Millionen Euro in Neubau
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18:42 25.01.2013
Letzter Blick auf das alte Bettenhaus der Uniklinik Leipzig: Seit dieser Woche rücken die Bagger dem Zwölfgeschosser in der Liebigstraße zu Leibe. Quelle: Regina Katzer
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Leipzig

Wie LVZ-Online am Freitag exklusiv aus der Planungszentrale der Uniklinik erfuhr, wird ab dem ersten Halbjahr 2014 in zwei Bauabschnitten ein Klinikzentrum mit 134 Betten und mehreren Ambulanzen errichtet. „Es ist das größte Bauprojekt der Uniklinik in den kommenden Jahren“, sagte Matthias Müller, UKL-Bereichsleiter für Planung und technische Gebäudeverwaltung.

Ein paar Betonteile haben die Arbeiter der Firma Reinwald schon entfernt. Nachdem das Bettenhaus seit Oktober entkernt worden war, hat vor wenigen Tagen der Abriss des Anbaus begonnen. Ab kommender Woche heißt es dann endgültig Abschied nehmen vom 40 Meter hohen DDR-Plattenbau, in dem einst bis zu 800 Patienten versorgt wurden. Am Montag soll die erste Platte am Kran hängen, Stück für Stück werden anschließend die einzelnen Betonteile von oben nach unten abgetragen. Bis Dezember soll der 2,3 Millionen Euro teure Abriss beendet sein.

Bauarbeiter stießen auf Asbest

Bei einem Haus aus den 1980er-Jahren musste natürlich auch Asbest entfernt werden. „Das war schon nach der stichprobenartigen Schadstoffanalyse klar“, sagt Kerstin Sommerfeld von der UKL-Abteilung für technische Planung und Projektentwicklung. Auf weitere Mengen sei man bei den Arbeiten nicht gestoßen.

Die Stücke, die mit dem gefährlichen Material belastet sind, konnten offenbar in einem Stück entfernt werden, so dass es nicht zur Staubentwicklung kam. „Es handelte sich um die Ummantelung von Heizungsrohren, die jeweils nur etwa einen Meter lang war“, so Sommerfeld. Für die Gesundheit werde es nur gefährlich, wenn Asbest herausgebrochen oder -geschnitten werden muss.

Neues Klinikzentrum entsteht bis 2017

Klinikboulevard an der Liebigstraße: Am UKL sind in den vergangenen Jahren mehrere Neubauten in Betreib genommen worden. Quelle: dapd

Das seit 2009 leerstehende Bettenhaus macht Platz für ein modernes Klinkzentrum: Das fünfgeschossige Gebäude, dessen Eröffnung für 2016/2017 geplant ist, soll auf 13.000 Quadratmetern Nutzfläche mehrere Klinikbereiche unter einem Dach vereinen. Der Neubau wird zudem direkt mit dem angrenzenden Zentrum für Frauen- und Kindermedizin verbunden und erweitert damit die bestehenden Klinikzentren in östlicher Richtung. „Unsere Planung soll durch klare und kurze Wegebeziehungen die medizinischen Prozesse optimal unterstützen“, erklärte Müller. So sollen im Neubau unter anderem die Ambulanzen für Onkologie, Gynäkologie und Kindermedizin gebündelt werden.

Aus diesem Grund soll ab 2014 auch das benachbarte Haus am Park zurückgebaut werden. Der Containerbau mit 37 Betten wird derzeit noch von den gynäkologischen und urologischen Kliniken genutzt.

Kapazität der Uniklinik steigt auf knapp 1500 Betten

Mit dem Neubau und weiteren Baumaßnahmen wird sich die Kapazität des Klinikums von derzeit rund 1370 auf dann knapp 1490 Betten erhöhen. Die Gesamtnutzfläche steigt auf rund 127.000 Quadratmeter. „Wir haben großen Bedarf an zusätzlichen Betten und Ambulanzflächen“, erläuterte der UKL-Planungschef. Vor allem für die Innere Medizin, Operative Medizin sowie Frauen- und Kindermedizin verzeichne die Klinik eine steigende Nachfrage.

Zur Finanzierung des Großprojekts laufen derzeit intensive Gespräche mit dem sächsischen Wissenschafts- und dem Finanzministerium. Der Abriss des alten Bettenhauses schreitet indes unentwegt voran. Auch wenn es durch das kalte Wetter zu leichten Verzögerungen kam, zeigt sich Kerstin Sommerfeld optimistisch, den Zeitplan einzuhalten: „Das können wir im Frühjahr leicht wieder aufholen.“

Robert Nößler / Matthias Pöls

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