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Lokales Biedenkopf als mahnender Festredner im Paulinum der Leipziger Uni
Leipzig Lokales Biedenkopf als mahnender Festredner im Paulinum der Leipziger Uni
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21:02 26.04.2018
Mahnte eine Vernetzung mit anderen Disziplinen an: Kurt Biedenkopf. Quelle: Foto: A.Kühne
LEIPZIG

Die Festrede von Sachsens ehemaligem Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf, das Grußwort vom amtierenden Justizminister des Freistaates Sebastian Gemkow (beide CDU) und gleich zwei Ehrendoktorwürden: Mit einer Feierstunde im Paulinum auf dem Campus am Augustusplatz ist am Donnerstag das 25. Jubiläum der Wiedergründung der Uni-Juristenfakultät begangen worden. Der 88-jährige Biedenkopf war mit seiner Frau Ingrid gekommen, freute sich über die „herrlich auferstandene Universitätskirche“ und richtete vor den rund 200 Gästen den Blick zurück und voraus.

In seine Ansprache ließ der frühere Landesvater viele Erinnerungen einfließen, darunter die an seine „ungewöhnliche Einbürgerung in Leipzig“. Bei einem Treffen mit Kurt Masur im Dezember 1990 habe der Gewandhauskapellmeister ihm geraten, eine Gastprofessur an der Alma mater zu übernehmen. „Dann sind sie einer von uns, hat Masur mir gesagt.“ Im April 1990 hielt Biedenkopf, der von Hause aus Jurist ist, seine Antrittsvorlesung. „Ich wollte damals mithelfen, die Brücke in eine freiheitliche Gesellschaft zu schlagen. „Das war aufregend, ich sah das als Verpflichtung an.“ Für die Zukunft wünsche er sich, dass die Rechtswissenschaften enger mit anderen Disziplinen vernetzt werden. Es gehe um Zukunftsfragen, bei denen über „das Traditionelle des Normengebäudes“ hinausgegangen werden müsse. Beispielsweise sei die These, dass freiheitlich-demokratische Gesellschaften nur lebensfähig sein können, wenn die Wirtschaft ständig wächst, absurd. Es brauche dahingehend Antworten „in einer ressourcenbegrenzten Welt“.

Mit Biedenkopfs Fürsprache war Anfang der 1990er Jahre auch an der TU-Dresden die Juristen-Ausbildung etabliert worden. Dass die jetzt auf Beschluss der Landesregierung abgewickelt wird, thematisierte er in seiner Rede nicht. Wie berichtet, konzentriert der Freistaat die entsprechende Lehre und Forschung an der hiesigen Uni und baut die Juristenfakultät stark aus. Gemkow sagte, damit werde Leipzig „als Stadt des Rechts“ mit seinen vielen Justizbehörden weiter gestärkt. Im Zuge des Generationswechsels brauche Sachsen viel juristischen Nachwuchs, die Uni leiste dafür mit ihren Absolventen schon jetzt hervorragende Arbeit. Die Landesregierung, so Gemkow, unterstütze nicht nur die Profilierung der Fakultät, sondern kämpfe ebenso um die Ansiedelung weiterer Senate des Bundesgerichtshofes in Leipzig.

Dekan Professor Tim Drygala erklärte, die Fakultät befinde sich „in einer Zeit des neuerlichen Aufbruchs“ mit einem Wachstum bei den Studentenzahlen und bei den Professuren. Die Plätze in der Bi-bliothek würden perspektivisch verdoppelt. Künftige Zielmarke seien 750 Erstsemester, meinte Professorin Beate Schücking, die Rektorin. Es gebe „vielversprechende Signale“, dass die Fakultät letztlich mit bis zu 29 Professuren ausgestattet sein könnte.

Glückwünsche von allen Seiten und Laudationes gab es für die neuen Ehrendoktoren der Uni. Verliehen wurde diese Würde an den Rechtsanwalt Günter Kröber und den ehemaligen Richter am Bundesverwaltungsgericht, Professor Jörg Berkemann.

Von Mario Beck

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