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Bienenmord in der Leipziger Burgaue - Imker klagt, weil Stadt seine Bienen ertrinken ließ

Bienenmord in der Leipziger Burgaue - Imker klagt, weil Stadt seine Bienen ertrinken ließ

Neuer Fall für Leipzigs Rechtsanwalt Claus J. Gerd Rohde. Der streitbare Mann des Rechts ist bekanntlich gern zur Stelle, wo es den kleinen Mann gegen die Stadtoberen zu verteidigen gilt.

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Der Tod mehrerer Bienenvölker hat jetzt zu einem Rechtsstreit geführt.

Quelle: dpa

Leipzig. Ein Imker aus Wahren klagt gegen die Stadt, weil die ihn beim Hochwasser nicht über die Öffnung des Nahle-Wehrs informierte und seine Völker deshalb ertranken.

"In meiner Familie wird schon seit Generationen Imkerei betrieben und so kam es, dass ich im Mai 2011 von meinem Vater 14 Bienenvölker erwarb", sagt Rohdes Mandant, der passionierte Imker Matthias Thierfeld aus Wahren. Den neuen Bienenstand habe er seinerzeit in unmittelbarer Nähe von Schlobachs Hof in einer Waldlichtung verortet. "Per Fax vom 1. Mai 2011 meldete ich ihn auch ordnungsgemäß beim Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamt der Stadt Leipzig an", versichert er.

Dann das Unglück - das einsetzende Hochwasser im Mai/Juni vorigen Jahres! Das Nahle-Wehr wurde geöffnet, Wassermassen überfluteten den Auenwald. "Alle 14 Bienenvölker kamen um", so Thierfeld. Nach ein wenig Recherche bekam er allerdings mit, dass der Tod seiner geflügelten Freunde wohl keineswegs so schicksalhaft war: "Denn außer mir waren alle benachbarten Tierhalter rechtzeitig von der bevorstehenden Öffnung des Nahle-Wehrs durch das Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamt informiert worden. Zum Beispiel die Familie Stanuschewski als Betreiber von Schlobachs Hof, oder auch ein Kollege von der Plagwitzer Wanderimkerei."

Am 17. Juni vorigen Jahres setzte Thierfeld dann ein Schreiben auf, forderte von der Stadt Schadensersatz. Für die Verluste alles in allem 6286,60 Euro. "Am 20. Juni wurde mir der Eingang meiner Forderung bestätigt. Und - als Reaktion darauf - gegen mich am 25. Juni ein Bußgeldverfahren eingeleitet", so der Imker. "Ich soll 123,50 Euro bezahlen. Es wird behauptet, dass ich keinen Bienenstandort, sondern einen Wanderstandort angemeldet hätte. Was nicht den Tatsachen entspricht."

Und selbst wenn: Das Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamt wäre auch bei einem so genannten Wanderstandort verpflichtet gewesen, seinen Stand zu registrieren und ein rechtzeitiges Abwandern zu kontrollieren, meint Thierfeld. "Dies alles ist nicht erfolgt. Und anstelle einer zügigen Bearbeitung des Sachverhaltes wird nunmehr der volle bürokratische Weg ausgefochten."

Die Staatsanwaltschaft Leipzig muss jetzt über Thierfelds Bußgeld-Widerspruch entscheiden. "Ich sehe dem gelassen entgegen", winkt Anwalt Rohde ab und kündigt an, sobald dies "durch" sei, weiter für den Schadensersatz vor den Kadi zu ziehen. "Traurig genug für einen Imker, wenn seine Bienen tot sind. Traurig genug auch, dass so etwas durch Schlamperei passierte. Und dann, wenn er seinen berechtigten Ansprüche einfordert - und wir reden da nicht von Schmerzensgeld! - ist es ja der Gipfel der Unverschämtheit, ihm mit so einem Bußgeldverfahren zu kommen!", macht sich Rohde Luft.

Mit dem Verweis darauf, es handele sich um ein laufendes Verfahren, wollte sich die Stadt zum Fall "Bienenmord" nicht äußern.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.02.2014

Angelika Raulien

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