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Lokales Bierbörse startet in Leipzig: Streit mit der Stadt zwingt Betreiber zu Umzug auf Alte Messe
Leipzig Lokales Bierbörse startet in Leipzig: Streit mit der Stadt zwingt Betreiber zu Umzug auf Alte Messe
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21:15 28.06.2013
Die Bierbörse 2013 hat auf der Alten Messe in Leipzig begonnen. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Diesmal findet die Veranstaltung jedoch nicht direkt am Völkerschlachtdenkmal statt, sondern wurde auf die Alte Messe verlegt. Grund ist ein andauernder Streit des Betreibers mit der Stadt. Die hatte im vergangenen Jahr die Platzmiete verdreifacht.

Bei Sachsens größtem Bierfestival unter freiem Himmel können die Besucher 800 verschiedene Sorten Gerstensaft probieren. „In diesem Jahr platzen wir aus allen Nähten“, freut sich Bierbörse-Veranstalter Kay Rohr. Zwölf Aussteller mehr haben entlang der Straße des 18. Oktober ihre Stände aufgebaut. Zwei Biergärten mit Open Air Bühnen laden bei der 15. Auflage zum Verweilen ein. Dort werden die Gäste auch musikalisch bestens unterhalten: Unter anderem von Takayo, Mister Twist, Los Acoustinos und dem Feelmen Soul Orchestra.

Leipzig. Am Freitag hat die Leipziger Bierbörse begonnen. 79 Aussteller aus aller Welt präsentieren drei Tage lang ihre Braukunst. Bis Sonntag werden zehntausende Gäste erwartet. Diesmal findet die Veranstaltung jedoch nicht direkt am Völkerschlachtdenkmal statt, sondern wurde auf die Alte Messe verlegt. Grund ist ein andauernder Streit des Betreibers mit der Stadt. Die hatte im vergangenen Jahr die Platzmiete verdreifacht.
Bierbörse-Chef Rohr ist froh, auf der Alten Messe einen alternativen Veranstaltungsort gefunden zu haben. „Wir wurden mit offenen Armen empfangen“, sagt der 48-Jährige. „Die Alte Messe ist ein guter Kompromiss.“ Gern hätte Rohr sein Bierspektakel weiter direkt vorm Völkerschlachtdenkmal veranstaltet. Doch im vergangenen Jahr gab es Ärger mit der Stadt: Statt 5000 Euro sollte der Leipziger plötzlich 16.000 Euro Platzmiete zahlen.

Schuld daran ist eine neue Sondernutzungssatzung, die der Stadtrat zuvor verabschiedet hatte. Statt 26 Cent sollte Rohr nun 80 Cent pro Quadratmeter zahlen, dreimal soviel wie bisher. „Das ist absoluter Wahnsinn“, findet der Veranstaltungsmanager. In anderen Städten wie Frankfurt oder Mainz nehme die Stadt für eine vergleichbare Fläche zwischen 2500 und 7000 Euro. In Leipzig sei der Mietpreis überdimensioniert.

Bierbörse-Chef soll Miete nachzahlen

9600 Euro soll Rohr nun nachzahlen. Einen Teil der Kosten hat ihm die Stadt aus Kulanzgründen erlassen, sagt er. Doch auch diese Summe will er nicht überweisen und hat Widerspruch beim Ordnungsamt eingelegt. Das Gericht wird den Fall Mitte Juli verhandeln. Dabei hat der Bierbörse-Betreiber eine außergerichtliche Einigung angestrebt. An einem runden Tisch wollte er mit der Stadt zusammen kommen. Doch passiert ist bisher nichts. „Ich hänge seit einem Jahr strampelnd in der Luft“, so Rohr. „Ich habe nicht ein Gespräch geführt.“

Das Ordnungsamt sieht dagegen keinen weiteren Gesprächsbedarf. Auf Anfrage antwortet Amtsleiter Helmut Loris: „Gespräche an einem runden Tisch können dann Erfolg versprechend eingesetzt werden, wenn Verhandlungsspielräume bestehen.“ Diese gebe es in diesem Fall offenbar nicht mehr, heißt es von Seiten des Amtes.

Alte Messe ist günstiger als Gelände am Völkerschlachtdenkmal

Ein wenig entgegen kam die Stadt Kay Rohr dann aber doch noch: Als Alternative schlug sie die Kleinmesse am Cottaweg vor. Doch das Gelände war Rohr zu trist. „Auf diesem Schotterplatz steht nicht ein Baum“, beschwert er sich und ergänzt: „Wir brauchen ein gewisses landschaftliches Ambiente, eben eine Parkanlage.“ Deshalb ist er erleichtert, dass seine Veranstaltung nun auf die Alte Messe ziehen konnte. Ein Vorteil der neuen Location: Die Fläche ist mit 16.000 Quadratmetern größer und kostet sogar etwas weniger. Ganz unbekannt ist ihm das Gelände nicht: 2011 musste die Bierbörse schon einmal auf die Straße des 18. Oktober verlegt werden, weil Elton John am selben Wochenende ein Konzert am Völkerschlachtdenkmal gab.

Eins steht für Kay Rohr fest: Selbst wenn er sich mit der Stadt irgendwann einigt, zurückziehen will er in keinem Fall mehr. „Die Bierbörse ist keine Wanderveranstaltung“, stellt der Betreiber klar. „Auf der Alten Messe haben wir jetzt eine neue Heimat gefunden.“

Gina Apitz

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