Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Zuwachs für die Leipziger Wissenschaftslandschaft
Leipzig Lokales Zuwachs für die Leipziger Wissenschaftslandschaft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:57 12.04.2018
Gerätemangel beim symbolischen Baustart fürs neue Gebäude des Biodiversitätsforschungszentrums: Weil nur vier Spaten vorrätig waren, gab Uni-Rektorin Beate Schücking (links) ihren nach getaner Arbeit an Bernd Engelsberger (Zweiter von links) weiter, der sich dann mit Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht, Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange und Ministerpräsident Michael Kretschmer (rechts) betätigte. Quelle: Christian Modla
Anzeige
LEIPZIG

„In der Wissenschaft soll es ja manchmal kleine Egoismen geben, aber hier am Biodiversitätsforschungszentrum standen von Anfang an die Gemeinsamkeiten fächer- und länderübergreifend im Vordergrund.“ Beim Baustart für ein neues Domizil des kurz „iDiv“ genannten Zentrums an der Alten Messe hob Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Donnerstag die erfolgreiche Entwicklung der Einrichtung seit ihrer Gründung 2012 hervor und setzte den symbolischen ersten Spatenstich. Der Kabinettschef war dabei in guter Gesellschaft. Auch Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD), Uni-Rektorin Beate Schücking, Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht (CDU) und Bernd Engelsberger vom Finanzministerium schippten kurzzeitig am Rande der teils schon ausgehobenen Baugrube.

In zwei Jahren soll das dreistöckige Gebäude an der Puschstraße direkt neben dem einstigen sowjetischen Pavillon fertig sein, das Investitionsvolumen liegt bei 33,9 Millionen Euro. Als Generalübernehmer agiert die Firma Depenbrock, errichtet wird der Komplex mit seinen 4900 Quadratmetern Nutzfläche nach den Plänen des Münchner Architektenbüros Brechensbauer, Weinhart & Partner. Hinein kommen Laboratorien, Seminarräume, Büros, eine Bibliothek, der Eingangsbereich wird als transparentes Foyer-Forum gestaltet. Nach außen hin wird der Neubau durch seine Fassadenverkleidung aus Kupfer glänzen. Intention dabei: Durch Verfärbungen des Materials im Laufe der Zeit entwickelt sich eine ganz eigene Optik. Gestaltungskünstlerisch kommt an der Gebäudehülle Biologisches zum Ausdruck. Kupfer- und Fensterbänder sollen an eine Biene erinnern und Lochbleche mit unterschiedlichen Motiven auf die Variabilität von Flora und Fauna hindeuten. Hof und Außenlagen werden mit verschiedenen Habitaten, also Lebensräumen für Pflanzen und Tiere, versehen.

„Entscheidungswege sind manchmal mühsam“, meinte Stange mit Blick auf die Genesis des Neubauvorhabens, das nun angegangen wird. Hintergrund: Um die Finanzierung und die Standortwahl wurde lange gerungen, während das von den Unis in Leipzig, Halle und Jena gemeinsam betriebene iDiv personell prosperierte und sich als Ort wissenschaftlicher Exzellenz etablierte. Inzwischen zählt das von Professor Christian Wirth geleitete Zentrum rund 300 Mitarbeiter. Nur durch weitere Anmietungen in der Biocity am Deutschen Platz konnte der wachsende Platzbedarf in der Vergangenheit halbwegs gedeckt werden. Mehr als ein Interim ist dieses Quartier aber nicht, umso mehr freuten sich Wirth und seine Kollegen am Donnerstag, dass das neue Haus nun endlich kommt und optimale Bedingungen für die Forscher aus dem In- und Ausland bieten wird. Rund 40 Prozent der Belegschaft stammt aus anderen Staaten.

Regierungschef Kretschmer sicherte zu, der Freistaat werde dem iDiv auch zur Seite stehen, wenn die Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) auslaufe. Maximal bis 2024 fließt – bei positiver Begutachtung – Geld von der DFG für das Zentrum. Danach, so meinte Stange, müsse es „verstetigt“ werden, vielleicht als Exzellenzcluster oder in anderer Form. Denn Biodiversität, die Vielfalt des Lebens, sei angesichts des Artenschwundes und des Raubbaus an Ressourcen „ein Menschheitsthema“. Die Ministerin machte aber auch deutlich, welchen Mehrwert das iDiv für die Lehre und den wissenschaftlichen Nachwuchs bringt – etwa mit seiner Doktorandenschule und speziellen Studiengängen an den beteiligen drei Universitäten. Von einem „iDiv-Spirit, der kräftig ausstrahlt“, sprach Rektorin Schücking.

Schon vor dem nun in Angriff genommenen Bauvorhaben war die Infrastruktur des Zentrums nach und nach verbessert worden. Beispielsweise verfügt es über 24 Ecotron-Kammern, in denen Ökosystem-Prozesse unter einstellbaren Bedingungen erkundet werden können. Und im Herbst soll das iDiv-Forschungsgewächshaus im Botanischen Garten der Uni fertig werden.

Von Mario Beck

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Im Leipziger Berufsverkehr droht am Freitag Chaos. Verdi ruft bei den LVB zum Warnstreik auf. Die Fahrer sollen Busse und Bahnen in den Depots stehen lassen. Auch Kitas, Horte und die Stadtreinigung werden bestreikt.

12.04.2018

Alles neu macht der April auf LVZ.de: Wir haben das Design unseres Portals komplett überarbeitet, damit Sie sich künftig noch schneller und besser bei uns informieren können.

12.04.2018

 Die Stadt Leipzig will ab 2019 die Schulbezirke anders zuschneiden. Bis auf wenige Ausnahmen liegen dann jeweils mehrere Bildungsstätten in einem Grundschulbezirk. Die Zuweisung erfolgt nach Kriterien wie Länge des Schulweges.

12.04.2018
Anzeige