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Lokales Bis zu 100 Millionen Euro jährlich fließen in Leipzigs Schulen
Leipzig Lokales Bis zu 100 Millionen Euro jährlich fließen in Leipzigs Schulen
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23:14 20.04.2016
Die Pablo-Neruda-Schule in Leipzig  Quelle: Kempner
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Leipzig

 Schulen an der Kapazitätsgrenze, Sanierungsstau bei den alten Gebäuden und neue können nicht schnell genug gebaut werden: Leipzig als wachsende Stadt sieht sich mit gewaltigen Herausforderungen im Bildungssektor konfrontiert. Am Mittwoch hat der Stadtrat einstimmig den Schulentwicklungsplan für die nächsten Jahre beschlossen.

Sozialbürgermeister Fabian hält eine Jahresinvestitionen von rund 55 Millionen Euro für realistisch, das bestätigte er am Rande der Ratssitzung gegenüber LVZ.de. Inklusive Fördermittel könnten pro Jahr in Leipzig bis zu 100 Millionen Euro in die Bildungslandschaft der Stadt fließen.

Größter Kritikpunkt bei der Aussprache der Fraktionen in der Bildungspolitischen Stunde war die veraltete Datengrundlage für die Planung. SPD- und CDU-Fraktion forderten in einem gemeinsamen Antrag, zusätzlich zu den Zahlen des Landesamts für Statistik auch die stadtteilbezogenen Bevölkerungsprognosen und Daten zum Wohnbau-Potenzial der kommunalen Verwaltung zu nutzen.

Die Linke forderte außerdem, dass der Stadtrat jährlich zum Thema Schülerzahlen und laufender Schulinvestitionsplanung informiert wird. Mündlich forderte Linken-Abgeordnete Margitta Hollick außerdem, dass Leipzig jedes Jahr die Planung für fünf Schulprojekte angehen. Michael Weickert von der CDU-Fraktion forderte außerdem, dass soziale Hürden für den höheren Schulabschluss abgebaut werden müssten. Der Campus Grünau sei noch nicht Gegenstand der aktuellen Planung, aber die Weichen seien gestellt.

Grünen-Chefin Katharina Krefft verwies auf den Sanierungsstau an bestehenden Gebäuden und dankte den Eltern, die gemeinsam mit ihren Schulen das Thema so dringlich gemacht hätten, dass sich seit einiger Zeit endlich etwas bewege. Stadtschülerrat Felix Englisch brachte in der Aussprache der Bildungspolitischen Stunde die Misere aus seiner Sicht auf den Punkt: „Die Kacke ist am Dampfen“, sagte er. Um motivierte Schüler zu haben, brauche man auch ordentliche Räume.

Zahlen und Schwerpunkte

Der Schulentwicklungsplan dokumentiert die rasante Entwicklung der Schülerzahlen in Leipzig. Nachdem diese von Mitte der 1990er bis Anfang der 2000er Jahre geschrumpft sind, setzte danach ein enormes Wachstum ein. Besuchten im Schuljahr 2010/11 noch rund 46.450 Kinder die kommunalen Schulen der Stadt, sind es im Schuljahr 2015/16 bereits rund 51.400. Dazu kommen rund 6700 Kinder, die die Bildungseinrichtungen freier Träger besuchen.

„Wir haben die Entwicklung nicht verschlafen“, so Sozialdezernent Thomas Fabian (SPD) bei der Vorstellung der aktuellen Planung. Das Wachstum in Leipzig sei atemberaubend gewesen, die Nutzung eines Schulhauses müsse aber absehbar für 15 bis 20 Jahre gegeben sein. „Heute sind wir natürlich froh um jede Schule, die nicht geschlossen, jedes Gebäude, das nicht abgerissen wurde.“ In den kommenden Jahren, so Fabian, müssten weiterhin zunächst alle Kapazitäten ausgenutzt, alte Gebäude reaktiviert und auch neue gebaut werden.

Das Dokument für die Stadträte hält folgende Schwerpunkte fest:

Bei den Grundschulen wurden seit 2012 die Erich-Kästner-Schule, die Pablo-Neruda-Schule und der Neubau 3. Schule zunächst als Ersatzneubauten fertiggestellt. Weil Plätze fehlen, sollen aber die jetzigen Schulgebäude ebenfalls am Netz bleiben. Die Kapazitäten in der 77. Schule sollen 2017 ausgebaut werden, im neuen Stadtquartier Bayrischer Bahnhof soll 2019 und in Plagwitz am Jahrtausendfeld bis 2019 eine neue Schule entstehen. Auch im Umfeld der Schule am Adler ist eine Erweiterung vorgesehen.

Bei den Oberschulen ist die Reaktivierung Ihmelsstraße 14 bis 2019 geplant. Die ehemalige 55. Schule, Ratzelstraße, soll bereits 2018 saniert sein und dann als Oberschule genutzt werden. Die neue Sportoberschule Goyastraße soll bis zum Schuljahr 2018/19 zur Verfügung stehen. Bis 2020 soll auch eine Oberschule im Stadtquartier Bayrischer Bahnhof entstehen.

Dort ist laut Schulentwicklungsplan auch ein neues Gymnasium bis 2020 geplant. Weitere Gymnasien sollen bis 2017 in Schönefeld, bis 2018 an der Telemannstraße und bis 2020 an der Karl-Heine-Straße entstehen. Bis 2020 ist auch ein Gebäude in Zentrumsnähe, zum Beispiel auf der Westseite des Hauptbahnhofs, geplant.

Schon jetzt ist klar, Leipzig wird weiter wachsen: Die Stadt stellte am Mittwoch eine aktuelle Bevölkerungsprognose vor, nach der die Stadt bis 2030 mehr als 720.000 Einwohner haben wird.

Von Evelyn ter Vehn

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