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Blätterleuchten – Schau zeigt prächtige Buchmalerei aus dem 15. Jahrhundert

Neue Ausstellung in der Uni-Bibliothek Blätterleuchten – Schau zeigt prächtige Buchmalerei aus dem 15. Jahrhundert

In der Leipziger Uni-Bibliothek glänzt seit Donnerstag die Ausstellung „Blätterleuchten“ mit herrlichen Exponaten: Gezeigt werden spätmittelalterliche Handschriften, die mit prächtigen Buchmalerein versehen sind.

Caroline Bergter, die an der Schau „Blätterleuchten“ mitwirkte, vor einem der Exponate in der Uni-Bibliothek.

Quelle: André Kempner

LEIPZIG. Was haben das Gebetbuch von Herzog Georg dem Bärtigen von Sachsen, die legendäre Bocksdorf-Bibel und die Vocabularius universalis gemeinsam? Alle gehören zum Handschriftenbestand der Leipziger Uni-Bibliothek (UBL), sind mit prächtigen Buchmalereien versehen und Bestandteil einer neuen Ausstellung, die gestern in der Bibliotheca Albertina in der Beethovenstraße eröffnet wurde. „Blätterleuchten“ nennt sich die Schau, bei der zum Teil noch nie öffentlich gezeigte Schätze der UBL ins Blickfeld gerückt werden. Insgesamt 19 großformatige und reich verzierte Bände sind versammelt, die verdeutlichen, mit welcher Kunstfertigkeit und mit welchem Einfallsreichtum bei den Motiven im 15. Jahrhundert illustriert wurde. UBL-Direktor Professor Ulrich Johannes Schneider meinte zur Vernissage, der Schauraum solle für das Publikum wie eine Kapelle wirken, bei denen die Kostbarkeiten gleich Seitenaltären arrangiert sind.

Kunstpädagogik-Studenten der Alma mater wirkten an der Gestaltung mit, auch Armand Tif, ein Fachmann für illuminierte Inkunabeln von der Uni Wien, brachte sein Wissen ein. Christoph Mackert, der Leiter des Handschriftenzentrums der UBL, merkte an, dass es kunstgeschichtlich bei solchen alten Buchmalereien noch viel Forschungsbedarf gebe. „Die Schöpfer sind oft nicht bekannt und hinter ihren Werken verborgen.“ Das „Blätterleuchten“ entfaltet auch anderorts Strahlkraft. Mehr oder weniger parallel zu der Leipziger Ausstellung gibt es neun weitere unter diesem Titel in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zusammen mit Professor Jeffrey Hamburger von der Harvard University koordiniert Mackert das Gesamtprojekt. „Die Idee dafür wurde vor vier Jahren geboren.“

Licht ist Gift für mit Blattornamenten, Schmuckinitialen und bunten Darstellungen versehenen Handschriften aus dem Spätmittelalter. Deshalb wird sich die UBL-Ausstellung bis zu ihrem Ende am 20. März 2016 hin und wieder verändern. Dann werden neue Seiten aufgeschlagen, zum Teil auch Exponate gewechselt. Hinter jedem steckt eine spannende Geschichte, die sich ausführlich im Katalog (14,80 Euro) nachlesen lässt. Beispielsweise die vom „Renner“, dem bedeutendsten Werk mittelalterlicher Lehrdichtung in deutscher Sprache, das Hugo von Trimberg verfasste. Für das nun in der Albertina gezeigte Exemplar gilt die sogenannte „Elsässische Werkstatt 1418“ als Geburtsstätte. Im 17. Jahrhundert gelangte es nach Leipzig und hat Federzeichnungen vom Feinsten intus. Drachenartige Fabelwesen schmücken den Band, ein Einhorn springt übers Papier und hat es auf einen Menschen abgesehen, der Zuflucht auf einem Baum sucht. „Das ist“, erklärt Mackert, „von routinierter Hand ausgeführt.“

Von Mario Beck

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