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Lokales Blechbüchse verschwindet im Januar
Leipzig Lokales Blechbüchse verschwindet im Januar
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08:32 18.12.2009
Die Blechbüchse ummantelt die stark beschädigte Sandsteinfassade des Kaufhauses. Quelle: André Kempner
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Die Aluminium-Hülle wird zuvor demontiert. Sie kehrt später an den Neubau zurück.

Aus den Händen von Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) erhielt Matthias Böning am Donnerstag eine Teilbaugenehmigung für das 200-Millionen-Euro-Projekt. Böning ist Vorstandsvorsitzender der Essener Management für Immobilien AG (MfI), die am Brühl einen modernen Neubau mit 130 Geschäften, 820 Parkplätzen, 40 bis 50 Wohnungen, einer Kita sowie Kultur- und Sportangeboten errichten will.

"Damit können wir im Januar richtig loslegen", sagte Böning. Gleich nach der Adventspause, die mit Rücksicht auf den Leipziger Weihnachtsmarkt eingelegt worden sei, beginne MfI mit dem Abriss der drei noch vorhandenen Gebäude auf dem 21 000 Quadratmeter großen Grundstück.

"Zuerst wird natürlich die Aluminium-Hülle der Blechbüchse sorgfältig demontiert, in einer Halle eingelagert und dann zur Wiederverwendung restauriert", so Böning. Baubürgermeister Martin zur Nedden ergänzte, dass hierbei mit der Firma zusammengearbeitet werde, die die ungewöhnliche Fassade - entworfen 1966 durch den Leipziger Künstler Harry Müller - geschaffen hatte.

"Es ist ein wichtiger Identifikationspunkt für diesen Ort und in der Architekturgeschichte der DDR einzigartig." Eine ähnliche Alu-Fassade in Dresden sei inzwischen abgebaut und kehre höchstens bruchstückhaft wieder zurück.

Anders in Leipzig, wo das Berliner Büro Grüntuch und Ernst einen internationalen Architektenwettbewerb für die Höfe am Brühl gewann. Von dem historischen Kaufhaus unter der Alu-Fassade - 1906/08 nach Plänen des bedeutenden Architekten Emil Franz Hänsel errichtet - bleibt indes nur ein 15 Meter breiter Fassadenstreifen am Tröndlinring stehen. "Dieses Stück wird vor Ort gesichert und abgestützt, während der Rest ab Januar abgebrochen wird", bestätigte Böning. Zugleich beginne MfI mit umfangreichen Untersuchungen des Erdreichs, um genaue Festlegungen für Gründung und Abdichtung in dem sumpfigen Boden treffen zu können.

Anfang April solle dann das Ausheben der riesigen Baugrube beginnen, ab dem Spätsommer das Einkaufszentrum sichtbar in die Höhe wachsen. "Unser Ziel ist die Eröffnung noch vor dem Weihnachtsgeschäft 2011", betonte der MfI-Chef. "Leipzig ist jetzt unser größtes Vorhaben. Mit dem Konzept der vier Höfe und ihrer thematischen Gestaltung wird es völlig neue Maßstäbe setzen." Die Investoren rechnen mit 30 000 bis 40 000 Besuchern pro Tag.

Tatsächlich sind im MfI-Vermietungsbüro am Richard-Wagner-Platz bereits sehr konkrete Bilder zu den verschiedenen Einkaufswelten zu sehen, an denen jedoch noch weiter gefeilt wird. Zu erkennen ist aber schon, dass nicht nur die vier Lichthöfe 20 Meter hohe Räume werden, sondern auch viele Verbindungsgänge und Passagen. Gewaltige Medienwände in den Höfen sollen der Multimedia-Generation ein sich ständig änderndes Erscheinungsbild bieten.

Im Kunst- und Kulturbereich hoffe MfI unter anderem auf eine Zusammenarbeit mit Leipzigs bekanntestem Maler Neo Rauch, so Böning. Die Ideen für eine Ausstellungshalle seien aber noch nicht ausgereift. Zur Erinnerung an den Komponisten Richard Wagner soll eine Idee des Leipziger Richard-Wagner-Verbandes aufgegriffen werden, teilte zur Nedden mit. "Es läuft darauf hinaus, dass an der Stelle, wo Wagners Geburtshaus stand, ein historisches Bild des Geburtshauses an der Fassade nachgezeichnet wird."Jens Rometsch

Jens Rometsch

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