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Lokales Bohrungen sollen Aufschluss über Baugrund für die neue Propsteikirche geben
Leipzig Lokales Bohrungen sollen Aufschluss über Baugrund für die neue Propsteikirche geben
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13:26 27.07.2010
An der Nonnenmühlgasse haben die Bohrungen zur Untersuchung des Baugrundes begonnen. Quelle: Regina Katzer
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Leipzig

Die Ergebnisse der Untersuchungen liefern die Ausgangsdaten für die Bauplanung der neuen Propsteikirche. Verantwortlicher Gutachter ist Jochen Wünscher von der Ingenieurgemeinschaft Baugrund und -grundbau Leipzig.

„Wir nehmen insgesamt fünf über das künftige Baufeld verteilte Bohrungen zu je 25 Meter vor", erklärte er auf Anfrage. Bevor die Arbeiter damit beginnen konnten, erhielten sie am Montag eine Unterweisung des Kampfmittelbeseitigungsdienstes. „An den geplanten Bohrpunkten wurde mit Hilfe einer Tiefensonde geklärt, ob im Untergrund unliebsame Überraschungen lauern." Die Sonde funktioniert wie ein Metalldetektor und spürt Hinterlassenschaften der Vergangenheit wie Munition oder Fliegerbomben auf. Laut Gutachter brachte der Test keine Ergebnisse, so dass die Bohrungen planmäßig beginnen konnten.

„Die gewonnenen Bohrkerne gehen ins Labor und liefern uns die nötigen Daten für ein Baugrundmodell und geben Aufschluss über die geologischen Grenzen des Untergrundes." Diese Informationen sind von elementarer Bedeutung für die späteren Bauarbeiten. „Wir können so beispielsweise konkrete Aussagen darüber machen, welches Fundament zu erwarten ist, ob und wo mögliche Pfähle gesetzt werden müssen oder inwieweit mit einer Setzung des Bodens zu rechnen ist." Selbst Angaben darüber, welche Geräte beispielsweise zum Aushub des Erdreiches eingesetzt werden müssen, sind anhand der Daten möglich.

Leipzig. Die Landesdirektion Leipzig hat den Verkauf des Baulandes am Martin-Luther-Ring an die Katholische Propsteipfarrei St. Trinitatis genehmigt. Das teilte die Behörde am Montag mit. Das Grundstück gehört derzeit noch der Stadt Leipzig und befindet sich zwischen Martin-Luther-Ring, Peterssteinweg und Nonnenmühlgasse gegenüber dem Neuen Rathaus.
Laut Wünscher wird die neue Probsteikirche an einer so genannten geologischen Grenze errichtet, die zwischen Wilhelm-Leuschner-Platz und Harkortstraße verläuft. „Im oberen Teil erwarten uns Sande und Schluffe im Boden, im unteren Flusskies. Über beiden liegt etwas, das wir als Auffüllung bezeichnen." Dabei handelt es sich um eine Schicht aus diversen Ziegel- und Steinresten früherer Bebauung. Diese wird abgetragen, neu verfüllt und verdichtet. „Von der Qualität her entspricht sie dann einem natürlich angelagerten Boden ohne Hohlräume und ähnliches."

Eines ist bereits jetzt klar: Mit starken Absenkungen des Untergrundes auf Grund des Nähe des Baufeldes zum Neuen Rathaus ist nicht zu rechnen. „Es ist zwar so, dass es sich jeweils um große Gebäude mit viel Masse handelt", erklärte Wünscher. Allerdings werde der Abstand zwischen den Bauwerken so groß sein, dass sie sich nicht gegenseitig beeinflussen.

Nach den Bohrspezialisten sind dann erneut die Planer am Werk. „Mit Hilfe der bei den Bohrungen gewonnenen Daten werden die Architekten den Bauantrag vorbereiten", sagte Michael Sagurna. Parallel dazu gehen die Archäologen ans Werk. „In der Gegend der Nonnenmühlgasse befand sich früher ein Kloster. Die Forscher hoffen Überreste zu finden." Mindestens drei Monate sollen die Grabungen dauern. „Der tatsächliche Startschuss für den Bau wird frühestens Mitte nächsten Jahres fallen. Irgendwann in 2013 sollte die neue Propsteikirche dann stehen", so Sagurna.

Antje Henselin-Rudolph

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