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Lokales Boom privater Studentenapartments: Mieten von 449 bis 699 Euro
Leipzig Lokales Boom privater Studentenapartments: Mieten von 449 bis 699 Euro
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20:26 24.04.2018
Ab 1. Oktober bietet „Staytoo“ in diesem Neubau an der Karl-Liebknecht-Straße 111 Studentenapartments an. Die Preise sind für Leipziger Verhältnisse happig. Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig

Private Studentenapartments gelten neuerdings auch in Leipzig als Hit bei Investoren. Vier solcher Herbergen befinden sich zurzeit im Bau, weitere sind geplant. Die meist 21 bis 24 Quadratmeter kleinen Zimmer sind möbliert, durchgestylt und das Internet inklusive. Die Häuser bieten mit Fitnessraum, Fahrradverleih, Lounge oder Kinozimmer weitere Annehmlichkeiten. Jedoch haben die Büffel-Bleiben bei den Privaten atemberaubende Preise.

Wer sich zum Beispiel für eine der 111 Unterkünfte im Neubau „Staytoo“ an der Karl-Liebknecht-Straße interessiert, muss zwischen 449 und 699 Euro Warmmiete im Monat einplanen. Ab 1. Oktober 2017 können Studiosi in den Sechsgeschosser gleich neben der Hochschule HTWK einziehen, heißt es bei der Kette „Staytoo“ in Hamburg. Der kleinste Preis von 449 Euro gilt dabei nur für fünf Mini-Apartments im Untergeschoss. Mehr als die Hälfte liegt bei 529 bis 629 Euro. Der Spitzenreiter mit 699 Euro zählt 37 Quadratmeter.

Noch keine Preise veröffentlicht wurden für die anderen Neubauten. Jedoch dürfte es dort in ähnliche Höhen gehen. So entsteht gegenwärtig ein bis zu siebengeschossiges Ensemble an der Ecke Prager/Mühlstraße. 426 Studentenapartments sollen dort 2018 den Betrieb aufnehmen. Betreiber ist die Londoner Kette „Basecamp“. Selbige hat gerade ein ganz ähnliches „Basecamp“ in Potsdam eingeweiht, wo ein 23-Quadratmeter-Zimmer (ohne Küche) mit monatlich 510 Euro zu Buche schlägt. Wer Spüle, Kochplatte und Kühlschrank im Zimmer haben möchte, zahlt 560 Euro. Studios mit 27 Quadratmetern gibt es für stolze 620 Euro warm.

Offenbar glauben die Investoren, dass es auch in Leipzig genug betuchte Kommilitonen gibt. Ebenfalls an der Prager Straße – am Abzweig Stiftsstraße – soll bis Ende 2017 ein „IQ-Apartmenthaus“ mit 82 Studentenwohnungen fertiggestellt werden. Die 21 bis 24 Quadratmeter großen Zimmer wurden einzeln an Kapitalanleger verkauft: für 81 000 bis 123 000 Euro pro Stück. Plus 6500 Euro für die jeweilige Einrichtung samt Küchenzeile.

Bundesweit boomt das Segment Studentenwohnen gerade in den Städten, die deutlich steigende Angebotsmieten aufweisen. So gehört zur aktuellen Hauptpost-Großbaustelle am Leipziger Augustusplatz auch ein Neubau mit 296 Studentenapartments. Bei der in Kürze startenden Wiederbebauung des Krystallpalast-Areals sind 165 solcher Einheiten geplant.

Viele weitere sollen bei Großprojekten wie dem künftigen Stadtviertel am Bayerischen Bahnhof oder den Bauvorhaben der CG-Gruppe entlang der Prager Straße hinzukommen. Indes: Auch dieses Segment sei keine Gelddruckmaschine, meint Stefan Assmann. Seine Firma Baugo bietet seit Jahren gut 200 Studentenapartments rings um das Uni-Klinikum an, will aber keine neuen mehr schaffen. „Der Aufwand und die Fluktuation liegen sehr hoch“, sagt er. „Da haben wir noch Glück, weil unsere Medizin-Studenten meist bis zum Physikum bleiben.“ Baugo hat seine Preise jüngst angehoben. Für 28 Quadratmeter mit Balkon in der Sternwartenstraße sind es nun 449 Euro warm.

Studenten nutzen einen Wohnheimplatz im Schnitt unter zwei Jahre, weiß Andrea Diekhof, die Chefin des Leipziger Studentenwerkes. „Dann wechseln sie in eine WG oder andere günstige Wohnung auf dem freien Markt.“ Für das öffentlich-rechtliche Studentenwerk seien die Privaten keine Konkurrenz. „Zu uns kommen vor allem die Studierenden, die keine reichen Eltern haben.“ 2016 habe die Durchschnittsmiete der 5200 Wohnheimplätze in Leipzig bei 223 Euro warm gelegen. Die Zimmerauslastung: 97 Prozent.

Von Jens Rometsch

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