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Lokales Bootsverleiher schlagen Alarm, Stadt Leipzig überdenkt Floßgraben-Verbot
Leipzig Lokales Bootsverleiher schlagen Alarm, Stadt Leipzig überdenkt Floßgraben-Verbot
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20:02 27.05.2013
Der Eisvogel ist der Grund, für geforderte Fahrverbote auf dem Floßgraben. Quelle: dpa
Leipzig

Unterdessen prüft die Stadtverwaltung Alternativen zur Gewässersperrung.

Weil dem Ökolöwen die Sperrzeiten während der Brutzeit des geschützten Eisvogels zwischen Mai und Mitte August nicht weit genug gehen, forderte der Umweltbund ein generelles Fahrverbot für Verleihboote auf dem Floßgraben (die LVZ berichtete). Bootsverleiher schlagen nun Alarm. Sie sehen ihre wirtschaftliche Existenz dadurch gefährdet. Der Kurs 1 zwischen der City und dem Neuseenland zählt mittlerweile zu den beliebtesten Strecken. "Wir können die Existenz unseres Unternehmens und das wirtschaftliche Auskommen unserer Mitarbeiter nur durch mühsam von unseren Kunden erworbenes Geld sichern", sagte Oliver Schulze vom Kanu-Verleih am Rennbahnweg. Zugleich wies er den Vorwurf des Umweltbundes, gerade Kunden von Verleihern benähmen sich wie Rowdys, zurück.

 Gegen "schwarze Schafe" helfe nicht Polemik, sondern "praktisches Handeln". Er schlug vor, den Bürgerdienst LE auf der Weißen Brücke und der Holzbrücke Lauer zu postieren und solchen Paddlern notfalls die Einfahrt in den Floßgraben zu verwehren. Bootsverleiherin Patricia Herold kann den Zoff um den Floßgraben auch nicht nachvollziehen: "Der Kurs 1 ist doch erst mit großem Aufwand ausgebaut worden. Ein Verbot wäre sehr schade." Schon jetzt verhagele das anhaltend schlechte Wetter das Verleihgeschäft. Durch den Brutschutz ließen sich die Ausfälle auch in den Sommerferien nicht kompensieren. Detlef Lau vom Bootsverleih Leipziger Eck kritisiert vor allem die behördliche Informationspolitik. "Vom Brutschutz im Floßgraben haben wir per E-Mail ein paar Stunden vorm Herrentag erfahren. Unser Problem ist: Wir haben viele langfristige Anmeldungen von auswärts - aus Dresden, Chemnitz, den Altbundesländern. Wir müssen das dann ausbaden."

Laut Umweltbehörde scheint das Brutverhalten des Eisvogels durch die stundenweise Freigabe des Floßgrabens an Wochenenden bislang nicht gestört. "Die erste Brut ist geschlüpft", berichtete Amtsleiterin Angelika Freifrau von Fritsch. Derzeit liefen Beobachtungen zur Entwicklung der Population. Nächstes Jahr soll das Eisvogel-Monitoring bereits im März beginnen und auf das gesamte Stadtgebiet ausgedehnt werden. "Wir wollen von Sperrungen abkommen", erklärte von Fritsch. Denn Ausweichquartiere könnten eine Alternative sein. Und wo könnten diese liegen? "Der Eisvogel", so die Behördenchefin, "braucht klares, fischreiches Wasser und ein Steilufer, in das er seine Röhren bauen kann."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.05.2013

Staeubert, Klaus

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