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Lokales Born in Borna – Umlandkliniken profitieren vom Leipziger Geburtenboom
Leipzig Lokales Born in Borna – Umlandkliniken profitieren vom Leipziger Geburtenboom
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00:34 28.05.2018
Nadja Hentze und Marcel Ludwig mit Sohn Till. Die Leipziger Familie hat sich für eine Geburt in der Bornaer Klinik entschieden. Quelle: André Kempner
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Leipzig/Borna

Knapp vier Monate ist es her, da eroberte der kleine Till das Herz seiner Eltern im Sturm. Drei Wochen zu früh erblickte er das Licht der Welt. Seine Eltern Nadja Hentze und Marcel Ludwig leben in Plagwitz. Allerdings entschieden sie sich ganz bewusst für die Entbindung in der Bornaer Sana-Klinik. Mit ihrer Entscheidung sind sie nicht allein. Durchschnittlich 29 Prozent der Geburten im Krankenhaus Borna gehen auf Familien aus Leipzig zurück. Allein im letzten Jahr waren 313 der insgesamt 1194 Neugeborenen Leipziger. In den vergangenen fünf Jahren wurden 5546 Babys, 1605 davon aus Leipzig, in den Sana Kliniken Leipziger Land geboren. Noch deutlicher ist die Entwicklung in Schkeuditz. 2017 kamen 658 Babys in der dortigen Helios-Klinik zur Welt. 57 Prozent (375) der Gebärenden kamen aus Leipzig. Im ersten Quartal 2018 (Stichtag 31.03.2018) erblickten 153 Babys im Schkeuditzer Krankenhaus das Licht der Welt. 52 Prozent der Mütter (80) waren aus Leipzig. Immer mehr Leipziger Kinder kommen zur Welt. Davon profitieren zuerst die hiesigen Geburtenstationen. Die Zahl der Geburten im Uniklinikum Leipzig war vergangenes Jahr im Vergleich zu 2016 leicht gestiegen. 2762 Kinder wurden 2017 dort geboren, 28 mehr als im Vorjahr. Am St. Georg kamen letztes Jahr 1719 Kinder zur Welt, 66 mehr 2016. Das St. Elisabeth verzeichnete im vergangenen Jahr 2653 Babys (-37). Doch zunehmend bekommen nun eben auch die Kliniken im Umland etwas ab vom Kuchen.

Das Rundum-sorglos-Paket

„Ich hatte ein gutes Gefühl, die Atmosphäre hat gestimmt“, erzählt Nadja Hentze von ihren ersten Eindrücken nach dem Besuch in der Bornaer Sana-Klinik. Der Fahrtweg von etwa einer halben Stunde war für Nadja Hentze und Marcel Ludwig kein Problem. „Die Anbindung ist gut. Wenn ich durch die Stadt fahren muss, komme ich auf eine ähnliche Zeit.“ Denkt Nadja Hentze heute an die Geburt ihres ersten Sohnes zurück, fällt ihr Urteil deutlich aus: „Es war das Rundum-sorglos-Paket“, erzählt die 33-Jährige. „Die Hebammen haben sich Zeit genommen und sind auf meine Bedürfnisse eingegangen.“ Kein Aufdrängen anderer Meinungen, stattdessen ein offenes Umfeld. „Ich wollte keine PDA und nicht ans Geburtsbett gefesselt sein“, sagt die 33-Jährige. Alles verlief ohne Komplikationen. Till kam mit 2890 Gramm und 49 Zentimetern nach nur drei Stunden auf die Welt. „Unsere Hebamme nannte Till ’Daniel Düsentrieb’“, berichtet Nadja Hentze – und muss schmunzeln.

Ein gutes Gefühl

Knapp vier Tage blieb sie mit ihrem Sohn in der Bornaer Klinik. „Wir hätten die Möglichkeit gehabt, ein Familienzimmer zu beziehen. Letztendlich war das aber nicht nötig“, sagt sie. Stattdessen bezogen Nadje Hentze und Sohnemann Till ein Doppelzimmer, das sie während des gesamten Aufenthaltes für sich allein hatte. „Ein großer Vorteil. Borna ist nicht so überlaufen wie Kliniken in Leipzig“, erklärt die junge Mutter einen weiteren positiven Aspekt. Medizinisch fühlte sie sich gut aufgehoben. „Ärzte und Hebammen wussten immer Bescheid. Das gab mir ein gutes Gefühl.“ Auch Marcel Ludwig fühlte sich als werdender Vater ernst genommen. „Wir hatten viele Momente für uns, ohne das ständig jemand ins Zimmer kam. Trotzdem war immer jemand zur Stelle, wenn Hilfe benötigt wurde.“

Zuwachs aus Leipzig freut den Chefarzt

Für Nadja Hentze und Marcel Ludwig steht fest: Beim zweiten Kind fiele ihre Wahl wieder auf Borna. Ralf Robel ist Chefarzt der Klinik für Frauenkeilkunde und Geburtshilfe in Borna. „Besonders der Zuwachs aus Leipzig freut uns. Das zeigt, dass die werdenden Eltern von unserem individuellen Geburtskonzept überzeugt sind. Auch die angeschlossene Kinderklinik kommt dem Sicherheitsgedanken vieler Eltern sehr entgegen“, sagt er. Letzteres war auch für Nadja Hentze ein wichtiger Punkt in der Entscheidungsfindung. „Für den Fall, dass etwas schief geht oder es Komplikationen gegeben hätte, wollten wir sicher sein, die bestmögliche Versorgung zu haben.“

Bevölkerungswachstum schwächt sich leicht ab

Das Bevölkerungswachstum in Leipzig hat sich unterdessen etwas abgeschwächt: Das kommunale Einwohnerregister verzeichnete Ende 2017 exakt 590 337 mit Hauptwohnsitz gemeldete Messestädter. Das sind allerdings immer noch 10 807 Einwohner mehr als ein Jahr zuvor. Im März 2018 waren 590 888 Leipziger verzeichnet. Ob Leipzig in diesem Jahr die 600 000-Einwohner-Marke knackt, ist noch unklar.

Von Stephanie Helm

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