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Boulevard Karli: Stadtrat in Leipzig stimmt Vorzugsvariante für den Ausbau zu

Boulevard Karli: Stadtrat in Leipzig stimmt Vorzugsvariante für den Ausbau zu

Sie ist der Himmel für Kneipen-Gänger, das Mekka der Sub-Kultur und die Hölle der Rad- und Autofahrer. Sie wird geliebt und auch geschmäht, wenn die Tram auf den kaputten Gleisen bummelt.

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Blick vom Peterssteinweg in die Karl-Liebknecht-Straße. (Archivfoto)

Quelle: André Kempner

Leipzig. Ihr Name ist zu lang, also sagt jeder einfach „Karli“. Nach 2013 wird sie nie mehr die Alte sein. Aber damit können jetzt alle leben. Denn der Leipziger Stadtrat sagte am Mittwoch Ja zur Variante 6. Nur die Grünen machten es noch einmal spannend.

Bereits Ende März hatte der Interessenbeirat, in dem 14 Mitglieder die Belange der Bürger vertreten, dem Kompromiss zum Ausbau der Karl-Liebknecht-Straße zugestimmt. Die Stadt will den wohl charmantesten Mikro-Kosmos südlich des Prenzlauer Bergs zu einer Magistrale mit Boulevard-Charakter ausbauen.

Yuppies und Ökos dürfen sich dort noch immer „Gute Nacht“ sagen, aber die Revierkämpfe zwischen motorisierten und unmotorisierten Gruppen sollten dank Parktaschen und Radfahrstreifen passé sein. Die Tram heißt dann schick „Stadtbahnlinie 11“ und gleitet zügig ins Haltestellen-Kap.

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Leipzig. Sie ist der Himmel für Kneipen-Gänger, das Mekka der Sub-Kultur und die Hölle der Rad- und Autofahrer. Sie wird geliebt und auch geschmäht, wenn die Tram auf den kaputten Gleisen bummelt. Ihr Name ist zu lang, also sagt jeder einfach „Karli“. Nach 2013 wird sie nie mehr die Alte sein. Aber damit können jetzt alle leben. Denn der Leipziger Stadtrat sagte Ja zur Variante 6. Nur die Grünen machten es noch einmal spannend.

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Grüne gegen separate Gleise zwischen Hohe Straße und Shakespearestraße

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen fand allerdings separate Gleise auf dem Abschnitt zwischen Hohe Straße und Shakespearestraße zu viel des Guten. In einem Änderungsantrag forderte die Fraktion Verzicht, damit die boulevard-breiten Gehwege nicht über Gebühr angegriffen würden. ADFC, Ökolöwe und der Fuss e.V. hatten sich Anfang April mit einem offenen Brief an die Stadträte gewandt, in dem sie einen separaten Gleiskörper ablehnen und bemängeln, dass die Kompromissvariante von einem großen Teil des Interessenbeirates nicht gewollt sei.

Obwohl Baubürgermeister Martin zur Nedden (SPD) die Skepsis der Grünen letztlich nicht zerstreuen konnte, und auch der Hinweis auf den drohenden Verlust von mehr als zwei Millionen Euro Bundes-Fördermittel nicht so richtig Eindruck schinden konnte, zog die Fraktion den Änderungsantrag zurück. Im Fachausschuss hatte sich bereits abgezeichnet, dass der Vorstoß keine Mehrheit finden würde.

Die Grünen zogen am Mittwoch die Konsequenz: „Das ist kein Kampfthema für uns“, sagte der Grünen-Abgeordnete Roland Quester, man wolle den positiven Gesamteindruck des Vorhabens auf keinen Fall schmälern. Damit war der Weg frei für eine positive Stadtratsentscheidung mit überwältigender Mehrheit, die nun Projektplanung und Planfeststellungsverfahren ermöglicht.

Vorbildliche Bürgerbeteiligung

Ungewöhnlich viele Dankesworte flogen hin und her. Die Verwaltung wurde von Politikern und OBM für die vorbildliche Bürgerbeteiligung gelobt. Die Bürger, vor allem auch die kritischen, wurden vom Baubürgermeister gelobt. Und die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) wurden eigentlich von allen gelobt. Wie hatte Grünen-Stadtrat Norman Volger das Phänomen Karli zuvor beschrieben: „Außer der Innenstadt gibt es keinen anderen Bereich, der für die Leipziger so identitätsstiftend ist.“

Evelyn ter Vehn

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