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Lokales Brand im Historischen Straßenbahnhof: Video überführt den angeblichen Augenzeugen
Leipzig Lokales Brand im Historischen Straßenbahnhof: Video überführt den angeblichen Augenzeugen
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14:25 19.05.2015
Der Leipziger Oliver E. muss sich wegen mehrfacher Brandstiftung vor Gericht verantworten. Quelle: André Kempner

ls Augenzeuge aus. Der 26-jährige Leipziger beschrieb gegenüber Polizisten zwei angeblich vom Tatort geflüchtete Personen, verwies auf deren mögliches Versteck. Nur wenig später folgte dann jedoch die große Überraschung: Restaurantfachmann Oliver E. selbst hatte in dem Objekt gezündelt, wie es gestern am Landgericht im Prozess um gleich mehrere Brandstiftungen hieß. "Wir schauten uns damals mit einem Verantwortlichen vor Ort die Videoaufzeichnungen an", berichtete einer der Beamten. Und darauf war tatsächlich der so auskunftsfreudige Hinweisgeber zu sehen - im Brandobjekt. "Ganz markant war übrigens seine Umhängetasche", berichtete der Polizist weiter.

Oliver E. gab die Brandlegung im Straßenbahnhof an der Georg-Schumann-Straße gestern zu. "Zu den Hintergründen mache ich aber keine Angaben", so der Angeklagte. Staatsanwalt Torsten Naumann hatte dem 26-Jährigen vorgeworfen, dass er nach seinem dortigen Einbruch Spuren vernichten wollte. Und das Feuer offenbar auch als Verärgerung darüber legte, leer ausgegangen zu sein. Denn in der Geldkassette, die E. knackte, befand sich gar nichts. Und der Versuch, den Getränkeautomaten aufzubrechen, schlug fehl. Schaden an Haus und Inventar: knapp 20 000 Euro.

"Unsere größte Sorge war, dass die historischen Bahnen betroffen sein könnten. Das wäre eine Katastrophe gewesen", sagte gestern Jens Strobel, 2. Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Historische Nahverkehrsmittel Leipzig, die das Straßenbahnmuseum auch regelmäßig für Interessenten öffnet. Zum Glück hatten aber die Flammen nicht von dem betroffenen Objekt - dem einstigen Domizil des Rangierleiters - auf die Wagenhalle übergegriffen.

Laut Staatsanwalt Naumann soll E. zudem sowohl im Keller des Mehrfamilienhauses in Sellerhausen-Stünz, in dem er selbst wohnte, ein Feuer gelegt haben als auch zweimal in Wohnhäusern in Radeberg, wo seine Freundin und seine kleine Tochter leben. Diese Vorwürfe bestritt er gestern allerdings. Bei den Bränden in Radeberg im Mai und Juni 2013 war ein Schaden von mindestens 65 000 Euro entstanden. Zudem hatte bei dem ersten Löscheinsatz ein Feuerwehrmann eine Rauchgasvergiftung erlitten.

Um zu Frau und Kind nach Radeberg zu kommen, machte sich Oliver E. laut seinem gestrigen Geständnis übrigens auch des fünffachen Betruges schuldig. In der Rechtsanwaltskanzlei, in der er von 2012 bis zu seiner Inhaftierung im April 2014 gejobbt hatte, verschaffte er sich die Kontodaten einer Anwältin, bezahlte damit Bahntickets - in einem Fall handelte es sich gleich um eine Jahreskarte für mehr als 4000 Euro.

Der Prozess gegen E. läuft voraussichtlich noch bis 13. Oktober.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.09.2014
Sabine Kreuz

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