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Lokales Brandmelder spielen verrückt - Leipzigs Feuerwehr genervt von falschen Alarmen
Leipzig Lokales Brandmelder spielen verrückt - Leipzigs Feuerwehr genervt von falschen Alarmen
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01:00 20.08.2014
Leipziger Feuerwehr muss häufig wegen Fehlalarmen ausrücken. (Symbolbild) Quelle: dpa

2013 handelte es sich nur bei 19 von 548 Melder-Einläufen tatsächlich um Feuer (96,5 Prozent Fehlerquote). Im ersten Halbjahr 2014 in 17 von 260 Fällen (93,5 Prozent), sagt Leipzigs Feuerwehrchef Karl-Heinz Schneider.

Auch der City-Tunnel ist betroffen. Schon mehrfach kam die Feuerwehr umsonst, zuletzt am 30. Juli. Am 24. März handelte es sich in der Station Bayerischer Bahnhof gleich um einen Doppel-Fehlalarm. Es gab zwar kein Feuer, aber Folgen wie evakuierte Stationen, verspätete Züge, gefrustete Bahn-Kunden. Bei den Fehlalarmen handelte es sich laut Deutscher Bahn um technische Defekte, die von Fachleuten behoben wurden. In einem der Fälle soll aber auch ein Luftballon, der vor eine der Lichtschranken geflogen sei, diese für mehrere Sekunden unterbrochen haben.

Die Tunnel-Brandmelder gehören zu den 497 Anlagen, die mit der Leitstelle verbunden sind. Fast täglich schlägt einer der Melder in Kliniken, Kaufhäusern, Kinos, Wohngebäuden oder Seniorenheimen an - fast immer ohne Befund, wie zuletzt im Leipziger Altenpflegeheim "Goldener Herbst" in der Miltitzer Allee und in der Medizinischen Klinik West.

Dazu gibt es 480 mit Wach- und Schließgesellschaften sowie Sicherheitsdiensten vernetzte Anlagen. "Im Ernstfall kommt es da jedoch zum Zeitverzug", warnt Schneider als Chef der Branddirektion. In einigen Hotels sei es Praxis, dass das Personal nach einem Alarm erst die Lage checkt, bevor die Feuerwehr eingeschaltet wird. Die Fehlalarm-Quote in Leipzig ist zwar sehr hoch, "aber nicht sonderbar", meint Schneider. Deutschlandweit gebe es vergleichbare Zahlen.

Als Fehler gilt, wenn der Druckabfall in einer Sprinkleranlage oder elektrische Fehlimpulse bei einem Gewitter Alarm auslösen. Häufig stelle sich vor Ort auch heraus, dass die BMA im Grunde richtig funktioniert hat, allerdings durch Tabakqualm getäuscht wurde. "Der Klassiker ist der Raucher in der Umkleidekabine, in der das Rauchen untersagt ist." Auch Funkenflug in einer Fabrikhalle gehöre dazu. Böswillige Alarmierungen, also eingeschlagene Melder, sind laut Schneider relativ selten.

Leipzigs Feuerwehr stellt den Betreibern einer Anlage, von der ein Fehlalarm ausgeht, die Kosten in Rechnung. Die Höhe ist abhängig von der Zahl des Personals und der Fahrzeuge beziehungsweise von der Einsatzdauer. Die Kosten liegen bei normalen Brandmeldeobjekten ohne besondere Gefährdung bei 500 bis 600 Euro.

Bei besonderen Objekten wie dem City-Tunnel oder großen Kliniken jedoch zwischen 1200 und 1500 Euro, weil dort noch Spezialtechnik wie ein Atemschutz-Gerätewagen und ein Großtanklöschfahrzeug anrollen. Für einen der jüngsten City-Tunnel-Einsätze wurden 1472 Euro fällig. Bei böswilligen Alarmierungen werden die Täter beziehungsweise Verursacher angezeigt, sofern sie bekannt sind.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.08.2014

Sabine Kreuz

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