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Lokales Brandschutz in Leipzigs Schulen: Noch mehr Geld ist nötig
Leipzig Lokales Brandschutz in Leipzigs Schulen: Noch mehr Geld ist nötig
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01:00 02.09.2013
Leipziger Schule im Plattenbau-Stil: die Oberschule in der Paunsdorfer Straße Zum Wäldchen. Der Brandschutz hier ist mangelhaft. Quelle: Wolfgang Zeyen

Daran haben auch mehrere Neubau- und Sanierungsmaßnahmen in der unterrichtsfreien Zeit nichts ändern können. Hier und da gehen die Arbeiten unverhofft in die Verlängerung - siehe 68. Schule in Gohlis (die LVZ berichtete). Andernorts wird ein Reizwort die nächsten Jahre bestimmen: Brandschutz. Für 41 Projekte sieht der aktuelle Etat rund 40 Millionen Euro vor. Doch der Mehrbedarf ist inzwischen weiter angewachsen: von zuletzt 6,6 Millionen Euro auf 9,7 Millionen Euro.

Ohne Fördermittel läuft nichts. Im Amt für Jugend, Familie und Bildung (AfJFB), das für Leipzigs Schulen verantwortlich zeichnet, machen gerade rund 100 Anträge beziehungsweise Bescheide viel Arbeit. "Von einem Schulbauprogramm in Größenordnung" spricht Thomas Kuhnert, Abteilungsleiter Bau- und Ausbildungsförderung im AfJFB. Brandschutzmaßnahmen inbegriffen. Denn unzureichende Sicherheitsbedingungen haben selbst dann verheerende Folgen, wenn es nicht brennt. Weil im zweiten Obergeschoss der zweite Rettungsweg fehlt, darf beispielsweise die Oberschule Paunsdorf seit einem Jahr ihre beiden Computerkabinette mit insgesamt 32 Rechnern nicht nutzen. "Unsere 9. und 10. Klassen hatten im vorigen Schuljahr überwiegend Tafel-Kreide-Papier-Informatik. Ein Witz", klagt Schulleiterin Elke Fischer.

In den Plattenbauschulen wie in Paunsdorf mangelt es überdies an den geforderten, im Ernstfall automatisch schließenden Zwischentüren zur Rauchabschottung. Bei den Altbauten setzen der Kommune vor allem die Holztreppen zu. Weil die brennen wie Zunder, müssen im Gebäude oder an dessen Fassade zusätzliche Fluchtwege geschaffen werden. Das ruft dann stets den Denkmalschutz auf den Plan. Beispiel Helmholtzschule am Karl-Heine-Kanal: Dort fiel die feuerverzinkte Feuertreppe als möglicher Rettungsweg durch, muss innen gebaut werden. "Vor allem die älteren Gebäude verursachen die inzwischen ermittelten Mehrkosten in Höhe von mehr als neun Millionen Euro", erläutert AfJFB-Mann Kuhnert. Weil aber für den Brandschutz momentan nur die 40 Budget-Millionen zur Verfügung stehen, kommt es zu Verzögerungen über das nächste Jahr hinaus. Für zehn Schutzmaßnahmen liegen dem Rathaus derzeit Baugenehmigungen vor. Sechs Maßnahmen sind angelaufen, abgeschlossen oder stehen kurz vor dem Finale.

In Paunsdorf geht Schulleiterin Fischer davon aus, dass auch ihre Einrichtung bald am Zuge ist. Eine erste Beratung mit dem Amt für Gebäudemanagement hat stattgefunden. "Spätestens im Oktober 2014 müssen die Arbeiten erledigt sein. Richtig dreckig wird es wohl im Februar. So oder so werden wir wohl häufiger unsere Raumplanung ändern müssen", glaubt die Pädagogin. Unterdessen hofft sie auf einen weiteren Sieg "an der gefühlten 1000-Baustellen-Front". Die Stadtverwaltung hat signalisiert, dass die seit 2006 währenden Bemühungen der Schulleitung, das Chemiekabinett möge endlich auf Vordermann gebracht werden, Früchte tragen könnten. "Im nächsten Jahr soll es so weit sein", berichtet die Lehrerin. Doch zunächst muss der Brandschutz verbessert werden. "Die Oberschule Paunsdorf steht auf unserer Liste ganz weit oben", versichert Rathausmann Kuhnert.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.09.2013

Dominic Welters

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