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Lokales Brandschutz reicht nicht aus: Stadt Leipzig schließt Dauerausstellung im Naturkundemuseum
Leipzig Lokales Brandschutz reicht nicht aus: Stadt Leipzig schließt Dauerausstellung im Naturkundemuseum
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08:57 17.01.2017
Das Naturkundemuseum Leipzig kann nur noch im Erdgeschoss Ausstellungen zeigen. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Zu diesem Ergebnis kamen Brandschutz-Experten nach einer aktuellen Begutachtung. Was sich bereits abzeichnete, wird jetzt wahr: Das Kulturamt schließt ab sofort die Dauerausstellung.

Rund 800 Quadratmeter Ausstellung zur Geologie, Biologie und Archäologie Nordwestsachsens sind damit nicht mehr zugänglich. Dazu gehören auch eine Reihe historischer Großtier-Plastiken aus der Werkstatt des Tierbildners Herman H. ter Meer, die auch künstlerisch wertvoll sind.

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"Das Museum wird mit seinen Sonderausstellungen weiter in der Öffentlichkeit präsent sein", sagte Kulturbürgermeister Michael Faber (parteilos) am Dienstag. Seit 2007 sei der Brandschutz aufgrund der vom Kulturamt beauftragten Gutachten Schritt für Schritt verbessert worden. 50.000 Euro habe die Stadt dafür eingesetzt, hieß es in einer Erklärung des Kulturdezernats. Präparator und Wissenschaftler seien durch die Schließung in ihrer Arbeit nicht eingeschränkt.

Bereits im März habe der Stadtrat entschieden, dass das Museum seine Ausstellungen aufs Erdgeschoss konzentrieren muss, wenn Auflagen durch das Bauordnungsamt die Arbeit einschränken. Jetzt geht es darum, wie zusätzliche Flächen im Parterre für Ausstellungen genutzt werden können, wie dort die Museumspädagogik eingebunden werden kann und ob auch Angebote außer Haus, zum Beispiel in Schulen, möglich sind. Faber erklärte, das Naturkundemuseum werde dazu so schnell wie möglich ein Konzept vorlegen.

40.000 Euro für dringende Maßnahmen

Auch dafür muss noch einmal Geld angefasst werden: Der Haushalt sieht laut Kulturdezernat 40.000 Euro vor, um die nötigen Arbeiten zur realisieren, damit das Museum weiter in der Öffentlichkeit präsent sein kann. Um den Besuchern Zugang zu allen Etagen zu gewähren, müsste die Stadt 100.000 Euro für Brandschutzmaßnahmen ausgeben. Es sei ein erheblicher Eingriff in die Gebäudesubstanz nötig. Da derzeit aber noch nicht einmal der zukünftige Standort eines Naturkundemuseums der Zukunft geklärt ist, will die Stadt dieses Geld jetzt nicht aufbringen.

Wie es mit dem Museum im nächsten Jahr weitergeht, soll ein "Masterplan" für das Haus zeigen. Dafür sucht die Stadt nun einen geeigneten Projektleiter.

Evelyn ter Vehn

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