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Lokales Breit angelegtes Geburtstagsständchen - Thomaskantor Johann Sebastion Bach wird 330
Leipzig Lokales Breit angelegtes Geburtstagsständchen - Thomaskantor Johann Sebastion Bach wird 330
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23:59 06.03.2015
Mit dieser Montage wirbt das Bach-Archiv Leipzig ab kommender Woche für die Aktion "Bach in the Subways" in drei City-Tunnel-Stationen und einer rollenden Straßenbahn. Quelle: BachArchiv
Leipzig

Was die Messe-, Buch- und Musikstadt zu Ehren Johann Sebastian Bachs (1685-1750) bislang noch nie in Angriff nahm, ist ein breit angelegtes Geburtstagsständchen.

Das gibt's 2015, am 330. Geburtstag des größten aller Thomaskantoren. Und obwohl die Musik des hochverehrten Meisters überirdisch war, plant das Bach-Archiv Leipzig unterirdisch. Erstmals mischt die Stiftung bürgerlichen Rechts bei "Bach in the Subways Day" (locker übersetzt: "Bach-in-der-Untergrundbahn-Tag") mit. "Als Leipziger haben wir Bach schon immer und den City-Tunnel seit neuestem. Es wurde also Zeit, dass wir uns an der weltweiten Aktion beteiligen", sagt Dettloff Schwerdtfeger, der Geschäftsführer des Archivs, mit einem Lächeln um die Mundwinkel.

Am Sonnabend in zwei Wochen werden die Tunnel-Stationen Wilhelm-Leuschner-Platz, Markt und Hauptbahnhof demnach zu Stätten der E-Musik. Namhafte und etwas weniger bekannte Künstler wollen Untergrund-Leipzig an jenem 21. März 2015 zwischen 10 und 14 Uhr Bachsche Klänge mit auf den Weg geben. Und auf diese Weise an die Initiative des amerikanischen Cellisten Dale Henderson anknüpfen, der seit 2011 an jedem JBS-Geburtstag in den New Yorker Subways und auf Bahnhöfen kostenlose Mini-Konzerte veranstaltet. Hendersons Idee: große Teile des Globus für das Werk des gebürtigen Eisenachers interessieren und nach Möglichkeit begeistern.

Mit dieser Intention ist der US-Musiker an der Pleiße bestens aufgehoben. Das Bach-Archiv geht das Projekt mehr als schwungvoll an, will an jedem der drei S-Bahn-Haltepunkte jeweils acht Auftritte organisieren. Auch um Mitstreiter wie New York, Bangkok, Dubai, London, Mexiko-City, Paris oder Tokio ein wenig vorzuführen. "Unser Ziel ist es, die meisten Beiträge zu liefern. Momentan liegen wir knapp vor Los Angeles", frohlockt Schwerdtfeger.

Noch aber tun sich einige Zeitfenster auf. Die will das Archiv so schnell wie möglich schließen. Interessierte Laien- und Profimusiker, Instrumentalensembles und Chöre sind eingeladen, sich im Internet (www.bachmuseumleipzig.de) für einen halbstündigen Auftritt beim hiesigen "Bach in the Subways Day" anzumelden. Vom Thomaskirchhof aus werden die Informationen dann nach New York weitergeleitet, sodass im Anschluss alle Beteiligten im weltweiten Netz unter der Adresse www.bachinthesubways.com Erwähnung finden.

Es soll in Leipzig aber nicht nur unterirdisch zugehen. Eine Performance oberhalb der Grasnarbe ist längst eingeplant. Sie treibt das Motto des 330. Geburtstages auf die Spitze, wird als mobiles Konzert vermutlich in die Stadtgeschichte eingehen. Unter der Leitung von Gewandhauschorleiter Gregor Meyer präsentiert die "camerata lipsiensis" in der Bach-Bahn-Linie 14 ab 14.34 Uhr ab S-Bahnhof Plagwitz eine Kurzfassung der Johannes-Pas- sion.

Die "14" ist die Bach-Zahl schlechthin, weil der Name des Komponisten aus dem zweiten, ersten, dritten und achten Buchstaben des Alphabets besteht. Macht zusammen 14 - unter und auf der Erde.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.03.2015

Dominic Welters

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