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Lokales Brückenstreit: Gymnasium Gorkistraße in Leipzig könnte Fall für den Innenminister werden
Leipzig Lokales Brückenstreit: Gymnasium Gorkistraße in Leipzig könnte Fall für den Innenminister werden
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16:53 26.02.2015
Baustelle Gorkistraße - ob je die geplante Brücke die Gebäude verbinden wird, ist unklar. Quelle: André Kempner
Leipzig

Jetzt erfuhren die Stadträte: Eine ebenerdige Verbindung könnte die Kommune unerwartet teuer zu stehen kommen.

Die CDU hatte am Mittwoch in der Ratssitzung angefragt, welche Folgen eine ebenerdige Querung über das externe Gelände der Friedhofszuwegung hätte. Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) erklärte, dass es versicherungstechnisch keine Probleme gäbe. Bildungsagentur und Unfallkasse hätten der Lösung zugestimmt.

Doch die Matthäus-Kirchgemeinde hat Bedenken: Wenn künftig Kinder ständig zwischen den Schulgebäuden pendeln, wünscht sie sich eine klarere Trennung vom Friedhofsgelände. Deshalb soll die Stadt die Zufahrt auf eigene Kosten an die Bautzner Straße verlegen.

Für die Verlegung der Zufahrt seien 312.000 Euro erforderlich. Da diese Bauleistungen aber nicht förderfähig seien, müsste die Kommune sie allein aufbringen: Damit erhöhe sich der Eigenanteil an den Gesamtkosten der Schulhaus-Investition um rund 100.000 Euro. Ursprünglich hatte die Verwaltung bei Wegfall der Brückenlösung mit einer Ersparnis von gut 200.000 Euro Eigenmitteln gerechnet.

Stadt kämpft um Baugenehmigung

Ausschnitt aus den Plänen für das Gymnasium in Schönefeld: Eine Brücke soll die Gebäude in der Gorkistraße 15 und 25 verbinden. Quelle: Stadt Leipzig

Doch Dubrau hat die Brücke noch nicht ganz abgeschrieben: Die Stadt will die Ablehnung des Bauwerks nicht hinnehmen und kämpft derzeit bei der Landesdirektion um die Erteilung der Baugenehmigung. Sollte es keine Einigung geben, will sich die Verwaltung an das Innenministerium als Oberste Denkmalschutzbehörde des Freistaats wenden: „Dann wird es Gespräche mit dem Minister geben“, so Dubrau.

Darüber hinaus müssen Juristen eine weitere Finesse klären: Nach sächsischem Baurecht darf ein Bauwerk eigentlich nur auf einem Grundstück errichtet werden – die Brücke „schwebt“ aber über externem Areal.

Insgesamt waren ursprünglich rund 16,8 Millionen Euro für ein vierzügiges Gymnasium am Standort Schönefeld veranschlagt. Das ehemalige Berufsschulzentrum und die verwaiste Grundschule sollten als moderner Komplex zusammenwachsen. 2016 soll dort eigentlich der Unterricht beginnen. Selbst wenn die Brücke kommt: Ob sie bis dahin auch fertig gestellt sei, könne sie nicht garantieren, sagte die Baubürgermeisterin.

Evelyn ter Vehn

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