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Lokales Brutale Methoden unter Leipziger Schlüsseldiensten - Verband mahnt zur Vorsicht
Leipzig Lokales Brutale Methoden unter Leipziger Schlüsseldiensten - Verband mahnt zur Vorsicht
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19:48 08.01.2014
Quelle: Dirk Knofe

"Die Mitarbeiter sollten besonders wachsam sein und bei Auffälligkeiten sofort die Polizei rufen", sagt Christian Schaefer, Vorsitzender des Verbands Deutscher Schlüsseldienste.

Dass in dem Gewerbe im Raum Leipzig ein regelrechter Krieg herrsche, sei ihm bisher allerdings nicht bekannt gewesen. "Die Konkurrenten sind sich nicht grün", räumt der Verbandschef ein. Bisher beschränkten sich die Kämpfe allerdings auf verbale Beschimpfungen und Tricksereien im Internet, die anderen Wettbewerbern schaden sollen. "Demolierte Autos, Anschläge mit Buttersäure - so etwas hat bei uns noch niemand erlebt." Diese Stufe der Gewalt sei ihm völlig neu. Schaefer ist indes überzeugt, dass es sich um Einzelfälle handelt und zeigt sich gleichzeitig verwundert, dass der Kampf um die Vormacht ausgerechnet in Leipzig eskaliert. "Es gibt Städte mit härter umkämpften Märkten", so der Verbandsvorsitzende und meint damit Berlin, Hamburg und München. In Leipzig habe es zudem bisher keinerlei Anzeichen dafür gegeben, "dass sich ein Dienstleister breit machen möchte", stellt Schaefer klar. Umso mehr irritieren ihn die Vorfälle.

In der Messestadt gehören dem 200 Mitglieder starken Bundesverband vier Schlüsseldienste an. Ein Mitglied hatte erst gestern mit einem Kollegen gesprochen, der selbst Opfer eines Anschlags wurde. Seinen Namen will er nicht in der Zeitung lesen - zu groß ist die Angst, dass auch seine Firma ins Visier der Täter gerät. Der Kollege berichtete, dass er unter einem Vorwand zu einer Wohnung gelockt worden sei. Dort wurde er bedroht und sein gesamtes Bargeld entwendet - von ausländisch aussehenden Männern.

Verbandsvorsitzender Schaefer appelliert nun an die Schlüsseldienstmonteure der Stadt: "Haltet die Augen offen." Um zu prüfen, ob es sich um einen echten oder fingierten Auftrag handelt, sollten die Mitarbeiter den Kunden vor der Fahrt noch einmal zurückrufen und Adressen im Telefonbuch abgleichen. Ob sich das in der Praxis umsetzen lässt, bleibe fraglich.

Hinzu kommt: Die Techniker sind in der Regel allein unterwegs. "Schlüsseldienste sind an sieben Tagen die Woche, 24 Stunden im Einsatz", betont Schaefer. "Sie haben nicht das Personal, Aufträge zu zweit zu erledigen." Für die Kunden würde dies außerdem höhere Kosten mit sich bringen. Eine mögliche Ursache für die Gewalteskalation sieht der Verbandsvorsitzende im freien Zugang zu dem Gewerbe. "Um einen Schlüsseldienst zu eröffnen, braucht man keinen bestimmten Abschluss." Sein Verband setzt sich deshalb schon dafür ein, dass den Beruf nur ausüben kann, wer eine bestimmte Qualifikation nachweist. Dann könnten auch keine Kriminelle auf den Markt drängen.

Die Leipziger Polizei ist sich nicht sicher, ob die Täter der Anschläge aus dem Branchenumfeld stammen. "Wir ermitteln in alle Richtungen", so Sprecher Uwe Voigt. Für einen polizeilichen Schutz der Firmen sieht er zudem keine Veranlassung. Gina Apitz

Gina Apitz

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