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Lokales Bühne (fast) frei für Guns N’Roses in Leipzig
Leipzig Lokales Bühne (fast) frei für Guns N’Roses in Leipzig
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19:19 05.07.2018
Das Grundgerüst der Bühne steht – Gesamtproduktionsleiter Rene Kraus koordiniert den Aufbau für das Guns N’Roses Konzert auf der Festwiese. Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig

Das Leben ist eine Baustelle. Vor allem das von René Kraus. Auf der Festwiese umgibt den Österreicher die Installation einer noch unbewohnten Stadt – aus Kränen, Metalltürmen, Sperrgittern, Gabelstaplern, Gastroständen und vor allem einem Monstrum namens Bühne. Kraus ist Gesamtproduktionsleiter für den Veranstalter-Riesen Live Nation und gerade im Leipziger Einsatz: Der 46-Jährige koordiniert den Aufbau für das Open-Air-Konzert der US-Rocker Guns N’Roses am Samstagabend.

Mit ihrem ersten Besuch sorgen Axl Rose, Slash und Co. für das größte Leipziger Freiluft-Konzert-Spektakel anno 2018. Ein Nümmerchen kleiner als der Sommerzauber von Depeche Mode vor einem Jahr an selber Stelle mit 70 000 Fans wird’s allerdings werden, auch wenn mit Verkaufszahlen von offizieller Stelle noch geknausert wird. Der Rahmen aus Zäunen um das Areal ist sichtlich enger gesteckt; in der Medieninformation vom Ordnungsamt geht man von etwa 40 000 Besuchern aus. Dennoch: Was hier entsteht, fühlt sich schon sehr nach Rock ’n’ Roll und der speziellen Hitze eines Open Air an. Heiß ist es bereits genug an diesem Mittag auf der sonnenversengten Fläche, die mal eine (Fest-)Wiese war. Rund 100 Arbeiter wuseln von A nach B, meist um das Gerüst der Bühne herum, die es auf 47 Meter Breite bringt. „Mit Technik liegt das Gesamtgewicht bei 140 Tonnen“, lässt Kraus wissen, während es aus seinem umgehängten Funkgerät gurgelt. Am Freitag steigt die Zahl der am Aufbau Beteiligten auf 250, nach dem Konzert kümmern sich 300 um das Abtragen der Landschaft. Würde man alle benötigten Kabel hintereinander ausrollen, käme man bis Berlin.

Am Samstag rumpelt es auf der Festwiese: Die Rockband Guns N’Roses kommt zum ersten Mal nach Leipzig. Die Aufbauarbeiten für die Bühne auf der Festwiese laufen. Fotos: André Kempner

Um Dezibel-Ärger wie den beim Konzert der Böhsen Onkelz nahe der Neuen Messe vor drei Wochen macht sich der Mann aus Wien keine Sorgen. „Wir halten uns an die vorgeschriebenen Beschallungsgrenzen.“ Glaubt man den Fans des Guns N’Roses-Konzerts von Berlin Anfang Juni, kann der Sound in Leipzig nur besser werden als in der Hauptstadt, wo viele vorzeitig stinksauer das Olympiastadion verließen.

„Paradise City“, „Knockin’ On Heaven’s Door“, „Sweet Child O’ Mine“ und „November Rain“ stehen auf der Liste der zu rockenden Songs; die sieben Typen aus Los Angeles entern laut Plan schon um 19.30 Uhr die Bühne, bisher immer mit „It’s So Easy“ als Auftakt. Zuvor sollen der junge US-Rocker Tyler Bryant (17.30 Uhr) und die Kollegen Rival Sons (18.20 Uhr) die Stimmung ankurbeln.

Die Stimmung im Waldstraßenviertel könnte weniger rosig werden. Schon ab 10 Uhr soll laut Ordnungsamt der westliche Teil – begrenzt durch Waldstraße, Gustav-Adolf-Straße, Friedrich-Ebert-Straße und Goyastraße – gesperrt werden; ebenso der östliche, begrenzt durch Waldstraße, Leibnizstraße und Jahnallee. Ab 12 Uhr wird auch noch die Gegend um das Sportforum zwischen Kreisverkehr und Jahnallee dicht gemacht, inklusive Radweg am Elsterbecken. Die Helene-Fischer-Erfahrung vor drei Wochen hat Anwohner genervt. Vor den Konzerten im Stadion war die Waldstraße als Nadelöhr derart verstopft, dass die Fahrtzeit für 500 Meter phasenweise bei 20 Minuten lag.

Dinge, die René Kraus logischerweise nicht betreffen. „Hier läuft jedenfalls alles rund“, konstatiert er. Und er muss es wissen – Kraus macht den Job seit 25 Jahren.

Konzertkarten gelten als Tickets für den öffentlichen Personennahverkehr. Eine Übersicht über das aufgestockte Fahrplanangebot der LVB steht auf www.l.de/verkehrsbetriebe, Servicetelefon 0341 19 449.

Von Mark Daniel

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