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Lokales Bürger wehren sich gegen neues Einkaufszentrum in Lindenau
Leipzig Lokales Bürger wehren sich gegen neues Einkaufszentrum in Lindenau
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09:21 09.03.2010
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Leipzig

"Natürlich wusste ich seit Jahren von dem Vorhaben", sagt etwa Eva Langkabel aus der Henricistraße. "Ich hoffte aber auch seit Jahren, man würde das Vorhaben nicht in die Tat umsetzen. Unsere Straße ist schmal, schöne alte Wohnhäuser stehen hier. So ein riesiges Kaufhaus passt nicht dazu."

Besonders empört die LVZ-Leserin, dass für den Neubau schon etwa 30 Linden an der Kuhturmstraße entfernt und umgesetzt wurden. Dabei sei die Entscheidung noch gar nicht gefallen. Langkabel: "In Gohlis habe ich mir so ein Kaufhaus angesehen. Eine direkte Nachbarschaft dazu wünsche ich nicht mal Leuten, die ich nicht leiden kann."

Auch Rosemarie Wojnikow, die nicht in der elf Meter breiten Henricistraße wohnt, hält das Projekt für "völlig überdimensioniert". Der Einkaufsmarkt solle verkleinert, dafür die Grünfläche an der Kuhturmstraße erhalten bleiben, fordert sie. Auch dürfe die Stadt nicht zulassen, dass von den drei denkmalgeschützten Häusern am Lindenauer Markt nur die Front-Fassade erhalten bleibt. "Oder soll wieder einmal Kommerz über Lebensqualität siegen?" In einem Brief an die Ratsfraktionen erneuerte auch das Leipziger Stadtforum seine Kritik an dem "Planungsfossil", das seit sechs Jahren durch die hiesige Dr.-Kuhn-Entwicklungsgesellschaft betrieben wird. Der Bau werde 15 historische Parzellen überspannen, für starke Verkehrsprobleme an der Angerbrücke sorgen und die Wiederbelebung der Georg-Schwarz-Straße behindern, warnte Forum-Sprecher und Architekt Alexander Khorrami. Unberücksichtigt sei, dass am Diakonissenkrankenhaus ein Einkaufsmarkt mit 500 Quadratmetern geplant wird. Auch würde sich das Grundstück Lindenauer Markt 15/17, das zufällig ebenfalls am 24. März zur Zwangsversteigerung steht, gut für kleinere Läden eignen.

Hingegen sprach sich der Lindenauer SPD-Stadtrat Christian Schulze für das Kaufland-Center aus. "Durch den Ankermieter Kaufland können sich im Umfeld weitere kleinteilige Geschäfte ansiedeln", sagte er. "Das Beispiel Leutzsch-Arkaden bestätigt, dass durch einen größeren Einkaufsmarkt auch das Umfeld positiv entwickelt wird." Auch für die Linke würden die positiven Aspekte überwiegen, so Stadtrat Siegfried Schlegel. Schade sei jedoch, dass das geplante Parkdeck im Obergeschoss abends wegen Lärmschutzauflagen geschlossen werden soll.

Der Stadtteilverein hat für Donnerstag, 19.30 Uhr, im Theaterhaus am Lindenauer Markt, ein Bürgerforum organisiert.

Jens Rometsch

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