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Bürgerbahnhof mit Kletterfelsen

Bürgerbahnhof mit Kletterfelsen

Von der Naumburger Straße bis hinter die Antonienbrücke zieht sich das Areal des Güterbahnhofes Plagwitz hin, auf dem schon lange nicht mehr rangiert und Frachtgut umgeschlagen wird.

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Kletterfelsens am Bürgerbahnhof.

Quelle: André Kempner

Nach der Jahrtausendwende gab es den Plan, das Gelände großflächig zu begrünen, doch der zerschlug sich. Später ein neuer Anlauf - unter dem Dach der Initiative Bürgerbahnhof Plagwitz (IBBP) machten Vereine und Interessengruppen aus dem Leipziger Westen für eine Neugestaltung des Terrains mobil. Aus einer Ideenwerkstatt gingen dann jene Gestaltungsvorschläge hervor, von denen der erste nun Realität geworden ist.

Die frühere Verladerampe am sogenannten Nordkopf verwandelte sich zu einer attraktiven Spiel-, Sport- und Begegnungsstätte im öffentlichen Raum. Rund 600 000 Euro flossen in die Umgestaltung - drei Viertel des Geldes kam als Förderung von der Europäischen Union, den Rest steuerte die Kommune bei. Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) war am Sonnabend unter anderem die Aufgabe zugedacht, einen der Kletterfelsen zünftig zu taufen, doch die Piccolo-Sektflasche wollte an dem 15 Tonnen schweren Findling nicht zerschellen. "Da geht eher der Stein kaputt als die Flasche", meinte Rosenthal. Bei der benachbarten Luftschaukel klappte dann die Zeremonie, zu der rund 40 Plagwitzer mit Kind und Kegel gekommen waren. Darunter viele, die bei dem Vorhaben mit Hand angelegt hatten.

So wurden in der Vergangenheit zirka 200 Bahnsteigkanten-Segmente aus Granit sichergestellt, von denen diverse nun als Sitzflächen auf dem Platz fungieren. Neben den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern brachten sich auch Profis wie das Planungsbüro Spiel-Raum-Planung oder die Mitteldeutsche Braunkohle AG ein. Der Konzern hatte drei Findlinge aus dem Tagebau Profen nach Plagwitz bugsiert und dafür keinen Cent in Rechnung gestellt. Die Bürgerinitiative bleibt voller Tatendrang und wird dabei von der Stadt unterstützt, die zunächst 200 000 Euro für die weitere Aufwertung der Brachfläche locker macht. Allerdings müssen dafür noch Flurstücke von der Deutschen Bahn erworben werden, die Verhandlungen kommen aber momentan nicht recht voran.

Den Blick in die Zukunft trübt das bei IBBP-Aktivisten wie Thorsten Mehnert kaum. "Schrittweise sollen in den nächsten Jahren auf das Gelände unter anderem ein Bürgergarten und ein Pfadfinder-Camp kommen, der Bauspielplatz dorthin umziehen, Landbau betrieben werden und ein urbaner Wald wachsen", so Mehnert.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.12.2013

Mario Beck

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