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Lokales Bürgerinitiative Kongreßhalle: „Ohne uns hätte es keinen Wiederaufbau gegeben"
Leipzig Lokales Bürgerinitiative Kongreßhalle: „Ohne uns hätte es keinen Wiederaufbau gegeben"
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00:22 03.06.2015
Die neueröffnete Kongreßhalle in Leipzig. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Die Freude über die Wiedereröffnung der Kongreßhalle ist auch bei den Leipzigern groß, die sich seit dem Jahr 2001 in einer Bürgerinitiative und seit 2006 in einem Verein für die Rettung des alten multifunktionalen Gesellschaftshauses engagieren. „Wir freuen uns riesig, dass die Leipziger ihre Kongreßhalle wieder nutzen können", sagt Vereinschefin Gudrun Neumann. Gleichzeitig fordert sie aber auch, nachträglich wichtige historische Ausstattungsdetails im Haus zu ergänzen. „Die Bauleute haben ohne Frage hervorragende Arbeit geleistet", meint sie. „Aber wir wünschen uns, dass die Architekten bis zur Aufnahme des vollen Geschäftsbetriebes des Hauses am 1. Januar 2016 noch bekannte Details mit viel Einfühlungsvermögen nachbessern."

Gudrun Neumann war schon zu DDR-Zeiten eng mit der Kongreßhalle verbunden. In den 1980er Jahren hatte sie als Beauftragte des Direktors der Kulturdirektion Leipzig zahlreiche Anstrengungen unternommen, um das vom Verfall bedrohte Haus zu retten. Kurz vor der Wende musste sie miterleben, wie das Haus am 12. September 1989 wegen eines Brandes im Weißen Saal geschlossen wurde und in den 90er Jahren in einen Dornröschenschlaf fiel – weil die Stadt in der Nachwendezeit andere Prioritäten setzte.

Um diese Untätigkeit zu beenden, rief Gudrun Neumann die „Bürgerinitiative Kongreßhalle Leipzig" ins Leben, die neben Konferenzen mit potenziellen Nutzern auch Einwohneranfragen an den Stadtrat schickte sowie unzählige Gespräche mit Entscheidungsträgern der Stadt führte. Mitglieder der Bürgerinitiative brachten auch ein großes Spruchband über der Besucherterrasse der Kongreßhalle an, auf dem „Leipzig kommt! Bitte vergesst mich nicht!" stand. „Ich hatte Leipzigs ehemaligen Baubürgermeister Niels Gormsen, den damaligen Stadtrat der Bürgerfraktion Karl-Heinz Obser sowie viele Handwerker und Architekten angesprochen, die sich noch gut an die Veranstaltungen in der Kongreßhalle erinnern konnten und sofort Mitglieder der Initiative wurden", erzählt Neumann.

Gemeinsam formulierten sie auch einen Antrag für den Stadtrat, der zumindest erst einmal die Sanierung der Fassade der Kongreßhalle möglich machen sollte. In die Ratsversammlung wurde er von Stadtrat Obser eingebracht. „Als der Stadtrat dann im Jahr 2002 diesen Beschluss fasste, war das der erste große Erfolg für uns", erinnert sich Neumann.

In einem nächsten Schritt entwickelte die Initiative das Teilprojekt Bach-Saal, um Sanierungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Kleine Schritte sind besser als keine Schritte, hieß es damals. Anschließend machte sich die inzwischen von der Bürgerinitiative zum Verein gewandelte Gruppe engagierter Leipziger dafür stark, dass der Stadtrat im Jahr 2009 die Sanierung der Innenräume der Kongreßhalle mit Mitteln des Konjunkturpaketes II ins Auge fasste – die dann auch tatsächlich den Ausschlag für die Rettung des Gesellschaftshauses am Zoo gaben. „Als der Stadtrat die Verwendung dieser Mittel für die Kongreßhalle beschloss, betonte Stadtrat Lothar Tippach in seiner Rede vor der Ratsversammlung, dass es vor allem unserer Bürgerinitiative zu verdanken ist, dass der Stadtrat immer wieder auf die Notwendigkeit der umfassenden Sanierung der Kongreßhalle hingewiesen wurde", weiß Neumann noch heute. „Ohne uns hätte es bestimmt keinen Wiederaufbau gegeben."

Seitdem hat sich der Verein vor allem dafür eingesetzt, dass bei den Bauarbeiten möglichst viele historische Details wieder hergestellt werden. Dies werde auch in den nächsten Jahren so bleiben, heißt es. Außerdem soll erreicht werden, dass die Leipziger wieder eine Möglichkeit erhalten, im einstigen Gesellschaftshaus am Zoo private Veranstaltungen wie Hochzeiten, Geburtstage, Abitur-Bälle, Immatrikulationen sowie Kabarett- und Musikkonzerte zu erleben. (Andreas Tappert)

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