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Bürgerinitiative fordert klare Regeln und will weniger Lärm in der Leipziger City

Attraktive Innenstadt Bürgerinitiative fordert klare Regeln und will weniger Lärm in der Leipziger City

Die Leipziger Bürgerinitiative „Leben in der Innenstadt“ sowie die Thomaskirchgemeinde fordern klare Regeln, um den Lärm in der City durch Lieferverkehr, Straßenmusik oder Freisitz-Beschallung einzudämmen. Sie hat einen Brief an den Stadtrat geschrieben, der am 27. Oktober über die Verschärfung der Polizeiverordnung votieren wird.

Gehört zum Flair der Innenstadt: Straßenmusik in der Petersstraße. Wenn sie mehr als acht Stunden erklingt, empfinden sie aber etliche Anwohner als störend.

Quelle: Leipzig report

Leipzig. Wer in der Innenstadt wohnt, darf nicht unbedingt die besten Ohren haben. „Der Lärm ist manchmal kaum zu ertragen“, sagt Anita Hennig, die in der Reichsstraße wohnt. Die 65-Jährige gehört der Bürgerinitiative „Leben in der Innenstadt“ an, die sich gemeinsam mit der Kirchgemeinde St. Thomas in einem Brief an Stadträte gewandt hat. Ihr Tenor: Leipzig soll attraktiv bleiben wie bisher. Dazu bedarf es aber klarer Regeln, die in einem Interessensausgleich auch Nöte von Innenstadtbewohnern berücksichtigt.

Die Stadt hat in den 1990er Jahren eine wichtige Weichenstellung vorgenommen. Demnach ist bei Neu- und Umbauten in der City jeweils 20 Prozent Wohnraum zu schaffen. „Menschen, die hier leben, haben aber einen Anspruch darauf, wenigstens zwischen 24 Uhr und 6 Uhr Nachtruhe zu finden“, so Pfarrer i. R. Christian Wolff von der Initiative. „Wir sind keine Spaßbremsen. Doch viele Menschen, darunter genervte Händler und Mitarbeiter aus Praxen und Kanzleien, beklagen sich über die Situation.“ So sei beispielsweise der Zulieferverkehr ein großes Problem. Da gibt es zwar Einschränkungen bei den Lieferzeiten, es hält sich aber kaum einer dran. Da stehen Lastkraftwagen mit laufenden Motor und lärmenden Kühlaggregaten lange Zeit herum. An etlichen Freitagabenden gibt es regelrechte Autotreffen im Salzgäßchen, der „mittelalterliche Straßenbelag“ in der zur Verkehrsader gewordenen Reichstraße verursacht zusätzlichen Krach. „2014 gab es zwar einen Ortstermin mit dem Ordnungsamt. Seitdem haben wir nie wieder etwas gehört“, so Renate Voigt (82), die sich ebenfalls in der Initiative engagiert.

Deshalb habe man sich nun an die Fraktionen gewandt, um sie für das Thema zu sensibilisieren. Die votieren am 26. Oktober die überarbeitete Polizeiverordnung, damit die Ordnungskräfte besser gegen Verstöße vorgehen können. Wie berichtet, betrifft dies beispielsweise die Vorgaben für Straßenmusik und Bettler, die teilweise recht aggressiv vorgehen sowie Kinder einsetzen, um Mitleid zu erregen. „Straßenmusik gehört zum Flair der Innenstadt – das soll auch so bleiben“, sagt Pfarrerin Britta Taddiken. Es gebe aber besonders frequentierte Standorte, an denen bis zu acht oder gar zehn Stunden ununterbrochen gespielt wird. „Es sind auch Personen aktiv, die ein Musikinstrument offensichtlich nicht beherrschen.“ Taddiken und andere haben beobachtet, wie Besucher von Freisitzen angegangen werden und es offensichtlich Absprachen über Standorte gibt. Deshalb wird gefordert, Straßenmusik auf die Zeit von 10 bis 13 Uhr sowie 15 bis 20 Uhr zu begrenzen. Das steht zwar so auch im Entwurf der Polizeiverordnung. Doch einige Stadträte meinen, dass so eine Regelung gar nicht notwendig ist, vielmehr die Attraktivität der City schmälert.

Gefordert wird, die Betreibung von Freisitzen an der Straße auf 24 Uhr, in Innenhöfen auf 22 Uhr zu begrenzen und dies dann zu kontrollieren. Eine elektronische Beschallung der Freisitze – etwa durch die offene Tür – dürfe nicht erlaubt sein. Wolff: „Die Stadt drückt sich, wie so oft, vor klaren Regelungen, die sie dann auch durchsetzen muss.“

Von Mathias Orbeck

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