Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Bürgermeister: Rolle rückwärts im Streit um selbst gebackenen Kuchen
Leipzig Lokales Bürgermeister: Rolle rückwärts im Streit um selbst gebackenen Kuchen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:15 06.10.2015
Kindergeburtstag in der Kita macht Spaß – besonders mit selbst gebackenem Kuchen.  Quelle: Foto: dpa
Anzeige
Leipzig

Bürgermeister Thomas Fabian (SPD) hat angewiesen, die Aushänge zum Umgang mit selbst gebackenem Geburtstagskuchen (die LVZ berichtete) umgehend zu entfernen. „Es ist eine schöne Geste, wenn Eltern einen selbst gebackenen Kuchen mitbringen“, erklärte Fabian am Donnerstagnachmittag. „Meiner Erfahrung nach schmeckt er besonders gut. Ich gehe davon aus, dass sich das pädagogische Personal in den Kitas mit den Eltern darüber verständigt, wie und mit welchem Kuchen ein Kindergeburtstag gemeinsam gefeiert wird.“

Leipzigs Sozial-Bürgermeister reagierte damit auf die immer lauter werdende Kritik an der Entscheidung des Jugendamts, in den kommunalen Kindertagesstätten keinen selbst gebackenen Kuchen mehr auszureichen. Diese Entscheidung sei auf Äußerungen mehrere Kita-Leiterinnen zurückzuführen, die bei diesem Thema unsicher waren, hieß es am Donnerstag im Rathaus. „Diese Kita-Leiterinnen wünschten eine grundsätzliche Regelung des Trägers. Die Dienst- und Fachaufsicht für die kommunalen Kitas hat sich deshalb veranlasst gesehen, die Ausgabe selbst hergestellter Speisen in den Kitas nicht mehr zuzulassen.“

Am Donnerstagvormittag hatten mehrere Ratsfraktionen das Jugendamt heftig kritisiert und das Vorgehen eine „Kuchenposse“ genannt. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen Katharina Krefft stufte den Vorgang als ein „ernährungs- und bildungspädagogisches Armutszeugnis“ ein. „Sachgerecht wäre beispielsweise eine Erklärung der Eltern in der Karteikarte des Kindes, die sowieso angelegt ist, ob die Teilnahme an Mahlzeiten, die zu besonderen Anlässen angeboten werden, gewünscht oder nicht gewünscht ist“, sagte sie.

In der Ratsfraktion der CDU kritisierte Stadtrat Ansbert Maciejewski das Amt. „Vergammelte Schulgebäude, unrealistische Schulnetzplanung, jahrelang geschlafen beim Kitabau“, sagte er. „Stattdessen beschäftigt man sich mit volkspädagogischen Maßnahmen. Man muss sich nicht wundern, wenn niemand mehr das Amt für Jugend, Familie und Bildung ernst nimmt.“

SPD-Stadtrat Christopher Zenker stufte die Aktion des Jugendamtes als „reichlich übertrieben“ ein. „In abgepackten, industriell gefertigten Lebensmitteln können auch Allergene und manch andere fragwürdige Zutaten zu finden sein, die wir unseren Kindern nicht unbedingt zumuten wollen“, sagte er. In der Linkspartei wies Stadtrat Rüdiger Ulrich darauf hin, dass die Hygienevorschriften eingehalten werden könne, ohne selbst gebackenen Kuchen zu verbieten. Und die AfD-Fraktion forderte von der Stadt Aussagen über konkrete Schadensfälle bei Kindern. FDP-Stadtrat René Hobusch konstatierte ebenfalls einer Überreaktion des Amtes. Auch in den sozialen Medien hagelte es Kritik.

Von Andreas Tappert

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die steigenden Flüchtlingszahlen in Leipzig stellt die Verwaltung vor gewaltige Herausforderungen. Die Stadt will bereits zum 1. November mehr als 150 neue Stellen einrichten.

01.10.2015

Am Anfang steht immer eine visionäre Idee. Bis sie zur Marktreife entwickelt ist, braucht es einen langen Atem, durchgearbeitete Nächte und die ständige Suche nach Finanzierungsquellen. Die LVZ stellt Leipziger Gründer vor, die mit ihrem Startup auf dem Weg zum „richtigen“ Unternehmen sind. In dieser Folge: die Firma Ekoio.

01.10.2015

Seit Januar 2014 ist das nördliche Ende der Karl-Liebknecht-Straße Großbaustelle, geht für Anwohner und Reisenden hier nicht viel. Doch inzwischen gibt es Licht am Ende des Tunnels.

01.10.2015
Anzeige