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Lokales Bundespräsident Gauck und Thomaner in Israel – Weihnachtsoratorium in Jerusalem
Leipzig Lokales Bundespräsident Gauck und Thomaner in Israel – Weihnachtsoratorium in Jerusalem
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12:05 06.12.2015
Bundespräsident Joachim Gauck (l.) wird vom israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu am 06.12.2015 in seinem Amtssitz in Jerusalem (Israel) begrüßt. Quelle: dpa
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Leipzig

Das Festkonzert im Opernhaus von Tel Aviv war ausverkauft: Gleich zweimal führten dort die Thomaner und das Gewandhausorchester Teile des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach auf. Bundespräsident Joachim Gauck hatte die Leipziger Musiker im Rahmen des Jubiläums „50 Jahre diplomatische Beziehungen Deutschland – Israel“ zu der gemeinsamen Reise eingeladen.

Empfangen wurde die Delegation von Israels Staatspräsident Reuven Rivlin. Er sagte vor Beginn des Konzerts, dass er hoffe, dass diese Musik die Herzen für eine bessere Welt empfänglich mache. Gauck äußerte gegenüber den Gästen in der Oper von Tel Aviv: „Ich fühle mich selbst beschenkt, dass ich Sie so beschenken kann.“

Der Besuch wird von einer Delegation des Freistaats mit Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) und Leipzigs mit Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) sowie Repräsentanten aus Wirtschaft und Kultur begleitet. 60 Sänger des Knabenchors, das Gewandhausorchester sowie Akiko Ito (Sopran), Anke Vondung (Alt), Johannes Chum (Tenor) und Thomas E. Bauer (Bass) unter der Leitung von Gotthold Schwarz bestreiten die Konzerte in Israel.

Besonderer Israel-Besuch: OBM Burkhard Jung (SPD) begleitet mit einer Delegation die Reise von Bundespräsident Joachim Gauck. Quelle: Stadt Leipzig

Am Nikolaustag steht ein Auftritt im „International Convention Center“ in Jerusalem auf dem Plan. Dienstag treten die Künstler in Leipzigs Partnerstadt Herzliya auf. Dort werden sie von Oberbürgermeister Moshe Fadlon empfangen. Die Pflege der partnerschaftlichen Beziehungen hat für Leipzig eine besondere Bedeutung. Deshalb werden dort auch Leipziger Stadträte aller Fraktionen, Vertreter der Universität, Mitglieder des Vereins Städtepartnerschaft Leipzig-Herzliya und Repräsentanten der Leipziger Wirtschaft erwartet.

Ehrendoktorwürde für Gauck

Bundespräsident Joachim Gauck hat am Sonntag die Beziehungen zwischen Israel und Deutschland gewürdigt. Es gebe heute „keine deutsche Identität ohne Auschwitz, und es gibt selbst heute, da Israel ganz anderen Bedrohungen gegenübersteht, keine israelische Identität ohne die Schoah“, sagte Gauck am Sonntag in Jerusalem laut Redemanuskript. In beiden Ländern bestehe aber der starke Wunsch, mit dieser Vergangenheit auf eine Weise umzugehen, „die eine gemeinsame Gegenwart und vor allem eine gemeinsame Zukunft möglich macht“.

Am Sonntag wurde dem Bundespräsidenten in der Hebräischen Universität Jerusalem die Ehrendoktorwürde verliehen.

Dabei erinnerte Gauck daran, dass anders als die Bundesrepublik die frühere DDR-Führung den Überlebenden der Schoah fast jede Solidarität verweigert habe. Erst im Zuge der friedlichen Revolution 1989 habe das erste und einzig frei gewählte DDR-Parlament das israelische Volk offiziell um Entschuldung „für die Verfolgung und Entwürdigung jüdischer Mitbürger auch nach 1945“ gebeten.

Von Evelyn ter Vehn (mit dpa)

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