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Bundestag beschließt Freiheits- und Einheitsdenkmal Berlin

Signal für Leipzig? Bundestag beschließt Freiheits- und Einheitsdenkmal Berlin

Kaum zu glauben: Mit dem Einheitsdenkmal in Berlin soll's nun doch noch was werden, Baustopp ade. SPD-Politiker sehen das als Signal für Leipzig. Bundestagskandidat Katzek bringt eine „Statue der Freiheit“ ins Gespräch.

Entwurf der Gestalter Milla & Partner für das in Berlin geplante Freiheits- und Einheitsdenkmal „Bürger in Bewegung“.

Quelle: dpa

Berlin - . Nun also doch. Deutschland wird mit einem Denkmal in Berlin an den Fall der Mauer 1989 und die friedliche Wiedervereinigung erinnern. Unter dem Motto „Bürger in Bewegung“ soll vor dem rekonstruierten Berliner Schloss eine riesige begehbare Waage entstehen. Wenn sich genügend Menschen zu einer gemeinsamen Aktion zusammenfinden, neigt sie sich sacht zu der ein oder anderen Seite.

Nach einem jahrelangen, beispiellosen Hin und Her hat sich der Bundestag in der Nacht zum Freitag mit klarer Mehrheit zu dem Projekt bekannt. Es gehe um die Erinnerung an den „glücklichsten Moment“ der deutschen Geschichte, sagte der sächsische CDU-Abgeordnete Michael Kretschmer. „Es ist unsere Aufgabe, daran zu erinnern, dass es sich lohnt, für Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu kämpfen.“

SPD-Kandidat Katzek: „Statue der Freiheit“ für Leipzig

Die SPD-Abgeordnete Hiltrud Lotze sieht in dem Beschluss sogar ein „Signal für Leipzig“. Auch dort, in der Stadt der Montagsdemonstrationen, war der Anlauf zu einem Einheitsdenkmal zunächst missglückt, seit 2014 liegt das Projekt auf Eis. SPD-Bundestagskandidat Jens Katzek zeigte sich erfreut, dass zumindest eine Chance bestehen bleibe, für Leipzig ein eigenes Denkmal zu errichten. Im nächsten Bundestag wolle er sich für die Finanzierung eines Leipziger Erinnerungsortes zur Friedlichen Revolution einsetzen, erklärte er am Freitag.

Katzek hatte bereits mit der noch relativ unkonkreten Vorstellung einer „Statue der Freiheit“ von sich Reden gemacht. In der Messestadt war der erste Anlauf für ein Denkmal auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz vom Stadtrat gestoppt worden. Bei einem möglichen neuen Verfahren soll die Bürgerbeteiligung für einen Ort des Gedenkens eine zentrale Bedeutung spielen.

Die Leipziger Stiftung Friedliche Revolution begrüßte am Freitag den Beschluss des Bundestages. Die Montagsdemonstrationen in Leipzig hätten im Herbst 1989 in der DDR besonderes Gewicht gehabt, heißt es in einer Erklärung. Am 2. Februar habe die Stiftung in ihrem „Ruf aus Leipzig“ betont, dass Denkmäler zur Friedlichen Revolution in Berlin und Leipzig korrespondieren sollten. Diese Form der Erinnerung an die Zivilcourage der ostdeutschen Bevölkerung sei an beiden Standorten ein gesamtdeutsches Anliegen.

Schwierige Vorgeschichte in Berlin

Die Vorgeschichte des Gedenkorts in Berlin ist allerdings ebenso schwierig wie an der Pleiße. Schon 2007, vor zehn Jahren, hatte der Bundestag den Bau mit ähnlich großen Worten beschlossen. Ein Jahr später bekräftigte er die Entscheidung nochmals. Doch ein missglückter Wettbewerb, überraschend entdeckte Mosaike aus der Kaiserzeit und ein Völkchen seltener Wasserfledermäuse sorgten für immer neue Verzögerungen.

Im vergangenen Jahr zog dann der Haushaltsausschuss des Bundestags überraschend die Notbremse. Er stoppte das Projekt noch vor Baubeginn - angeblich, weil die Kosten von zehn auf fünfzehn Millionen Euro gestiegen waren.

„Wir wollen bauen“

Jetzt also Kommando zurück. „Das Freiheits- und Einheitsdenkmal darf und wird nicht an der Finanzierung scheitern. Wir wollen bauen“, versicherte der Chemnitzer CDU-Abgeordnete Marco Wanderwitz in der nächtlichen Debatte.

Noch vor der Bundestagswahl im Herbst soll das Projekt wieder auf den Weg gebracht werden. Die Einweihung ist für den 30. Jahrestag des Mauerfalls am 9. November 2019 geplant. Auch die Grünen schlossen sich einem entsprechenden Antrag von Union und SPD an. Nur die Linken stimmten wegen des Standortes am früheren deutschen Nationaldenkmal mit Nein.

Glücklich über die Entscheidung sind nun vor allem die Gestalter Milla & Partner aus Stuttgart, die einst den Wettbewerb gewonnen hatten. „Nach einem Jahr der Ungewissheit sind wir froh, das vor sieben Jahren begonnene und seit bald zwei Jahren baureife Werk nun umsetzen zu können“, erklärten Geschäftsführer Johannes Milla und Architekt Sebastian Letz.

Von dpa / lyn

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