Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Bundestagbeschluss in Leipzig begrüßt
Leipzig Lokales Bundestagbeschluss in Leipzig begrüßt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 03.07.2017
Am 1. August 2001 trat das „Lebenspartnerschaftsgesetz“ in Kraft, am gleichen Tag gab Siegfried Graul (rechts) seinem damals schwerkranken Partner Rolf-Peter Schurig das Ja-Wort. Es war das erste homosexuelle Paar in Leipzig, das so seine Liebe besiegelte. Allerdings kam dafür eine Beamtin vom Regierungspräsidium extra ins heimische Wohnzimmer der beiden – die „Verpartnerung“ war auf Standesämtern noch nicht vorgesehen. Quelle: Foto: Klaus-Dieter Gloger
Anzeige
Leipzig

Zum 1. Januar 2017 waren in Leipzig 734 schwule Männer und 604 lesbische Frauen in einer „eingetragenen Lebenspartnerschaft“ beim Standesamt verzeichnet. Lediglich so konnten sie bislang den „Bund fürs Leben“ schließen. „Dass es die Ehe für alle jetzt gibt, ist toll – aber eben auch ein längst überfälliger Schritt. Aus meiner langjährigen Arbeit bei der hiesigen Aids Hilfe weiß ich, wie viele Schwule und Lesben sich das schon lange wünschten“, sagt Peter Thürer, der den Leipziger Verein 1990 mitbegründet hatte, seither dort als Sozialarbeiter tätig und selbst schwul ist. „Die eingetragene Lebenspartnerschaft an sich war ja schon mal nicht schlecht, blendete aber vieles noch aus, wie eben das Adoptionsrecht. Ich weiß zwar auch, dass manche Lesben und Schwulen gar nicht mal unbedingt heiraten wollen. Doch die, die gern heiraten und der Gesellschaft damit signalisieren möchten, ,Wir wollen gemeinsam Verantwortung füreinander übernehmen‘, für die steht das jetzt endlich auf der gleichen Basis wie für andere Eheleute auch. Mit all den gleichen Rechten und Pflichten“, sagt Thürer, der zugleich denkt, dass der Bundestagsbeschluss nun auch für bi-nationale, homosexuelle Partnerschaften eine Erleichterung darstellt, etwa in Sachen Bleiberecht. „Ihnen erspart das wohl jetzt viel behördlicher Aufwand.“ Nicht zuletzt werde gerade auch für ältere Paare, die schon sehr lange zusammenleben und sich einfach einander absichern wollen, eine solche Heirat nun eine Option“, so Thürer.

Zum Glück, sagt Sandra Kamphake, müssten für den diesjährigen Christopher Street Day (CSD) in Leipzig, der am 7. Juli beginnt, jetzt keine Plakate fix übermalt werden. „Wir haben uns dieses Jahr thematisch eher auf ,Stop Hate!‘ – also ,Hasssprache im Netz‘ – festgelegt“, so die Leipziger CSD-Sprecherin. Sie könnte sich aber vorstellen, dass nun jedoch ein paar der Referenten von Linken, Grünen und SPD, die sich etwa für das Straßenfest am 15. Juli bereits vorbereitet hatten, ihre Reden noch mal anschauen. Denn natürlich – die Ehe für alle wäre wie in all den Jahren zuvor beim CSD auch wieder angesprochen worden…

„Offen gesagt, als ich am Montag dieser Woche hörte, das Thema sei in den Bundestag eingebracht worden, dachte ich erst: Na gut, die treffen sich da am Freitag und reden mal wieder drüber. Ich habe an einen richtigen Beschluss nicht glauben können“, bekennt sie. „Als ich dann mitbekam, doch, es soll einen Beschluss geben, dachte ich dann schon an einen historischen Tag. Und jetzt bin ich immer noch überrascht, dass es – nach so vielen Jahren – plötzlich real ist. Es wird wohl noch Tage brauchen, ehe ich realisiere, was das für eine bedeutende Entscheidung ist!“, denkt Kamphake. Zumal sie selbst erst vor drei Wochen mit ihrer Lebensgefährtin eine „eingetragene Lebenspartnerschaft“ besiegelt hatte. Nun sei sie gespannt, wie und wann es entsprechende Regelungen gibt, dass man sich dann auch noch als „verheiratet“ eintragen lassen kann. „Ich würde meine Ehefrau nämlich auch gern Ehefrau nennen wollen!“, so die 29-Jährige. „Und natürlich haben wir für die Zukunft auch schon mal an die gemeinsame Adoption eines Kindes gedacht – und es ist prima, wenn auch das nun nicht mehr mit Hürden verbunden ist.“

Von Angelika Raulien

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Leipziger Bürgerinitiative „Gegen die neue Flugroute“ feiert den Erfolg ihrer Bundestagspetition zur Abschaffung der östlichen kurzen Südabkurvung am Flughafen Leipzig/Halle. Dies teilte sie am Freitag mit. Ob das Berliner Votum bindend für die Deutsche Flugsicherung ist – darüber streiten sich die Geister.

03.07.2017

Die Zeit drängt: Zwei Gymnasien sowie ein Erweiterungsbau müssen zum Schulstart am 7. August fertig sein – auf einer Baustellentour wollten Stadträte wissen, wie es läuft. Die LVZ war auf vier Baustellen dabei.

03.07.2017

Im Juni haben drei Delegationen aus Vietnam die Stadt Leipzig besucht. Im Vordergrund standen wirtschaftliche Kooperationen. Die Gäste sahen sich unter anderem eine Kläranlage an.

30.06.2017
Anzeige