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Bundesverband verwaister Eltern fordert in Leipzig staatliche Unterstützung

Bundesverband verwaister Eltern fordert in Leipzig staatliche Unterstützung

Der Bundesverband Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister in Deutschland (VEID) fordert staatliche Unterstützung für die Arbeit mit Betroffenen. „Wir können unsere Arbeit nicht mehr finanzieren“, sagte die Vorsitzende Petra Hohn vor dem Fest zum 15-jährigen Bestehen ihrer Organisation an diesem Freitag in Leipzig im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

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Trauer um verstorbenes Kind. (Symbolbild)

Quelle: dpa

Leipzig. Kontinuierliche Leistung und Hilfe sei künftig nur möglich mit staatlicher Hilfe. „Wir brauchen eine pauschale Förderung für Familienhilfen.“

Eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung Betroffener sei mit Ehrenamtlichen, die sich neben Job und Familie engagierten, nicht weiter möglich. Laut Hohn kommen jährlich rund 20 000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland ums Leben. „Die Ursachen sind Krankheit, Selbstmord, Unfälle, Gewaltverbrechen, sie sterben bei der Geburt oder an plötzlichem Kindstod.“ Fehl- und Frühgeburten seien da noch gar nicht eingerechnet. „Über Gruppen und Vereine haben wir 2011 rund 65 000 Menschen über den Verlust eines Kindes geholfen und sie betreut.“

Der Bundesverband kümmere sich um die Erstversorgung und vermittle Hilfe in den Regionen. „Wir bilden auch Trauerbegleiter aus, denn die eigene Betroffenheit ist hilfreich, genügt aber nicht.“ Am Tod des eigenen Kindes tragen Eltern nach den Worten von Hohn ihr ganzes Leben. Die Trauer verändere sich aber und mit Unterstützung könnten die Menschen zu einer gewissen Lebensqualität zurückzukehren. „Es dauert im Schnitt drei bis fünf Jahre, bis man überhaupt erkennt, dass das Leben ohne das Kind weitergeht“, machte Hohn die Größe der Aufgaben deutlich.

Prekäre finanzielle Lage: "Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll"

In der Regie des Verbandes sind rund 1000 Menschen als Begleiter, Psychologen, Seelsorger, Ärzte oder Therapeuten ehrenamtlich tätig, die oft selbst Betroffene waren oder sind. Bisher umsorgten sie fast eine Million Eltern und Geschwister. „Kaum jemand in den Schulen kümmert sich um Brüder und Schwestern, selten haben Lehrer die nötige Geduld, die Kinder werden auffällig.“ Insofern sei das Bemühen des Verbandes auch eine Art Präventionsarbeit, die bisher aber nur über Projekte von Krankenkassen gefördert wird.

„Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein.“ Die Arbeit der rund 1000 Freiwilligen bundesweit werde bisher aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden finanziert. „Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll, wenn nicht bald etwas passiert“, machte Hohn die prekäre Lage deutlich. Dabei verlange der Verband, auch gemessen an dem, was sonst finanziert werde, keine Unsummen vom Staat, betonte Hohn. „Mit 50 000 Euro im Jahr könnten wir das leisten und bekämen Verlässlichkeit.“

Simona Block, dpa

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