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Bundesverwaltungsgericht lädt zum Tag der offenen Tür

Präsident im Interview Bundesverwaltungsgericht lädt zum Tag der offenen Tür

Das Bundesverwaltungsgericht lädt für den 4. Juli zum Tag der offenen Tür ein. Bei der letzten Aktion 2012 kamen mehr als 5000 Menschen. Die LVZ sprach vorab mit Präsident Klaus Rennert.

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. (Archivbild)

Quelle: Andreas Döring

Leipzig. Das Bundesverwaltungsgericht lädt für den 4. Juli zum Tag der offenen Tür ein. Bei der letzten Aktion 2012 kamen mehr als 5000 Menschen. Die LVZ sprach vorab mit Präsident Klaus Rennert.

LVZ: Herr Präsident, in den zurückliegenden Wochen warfen Linksextreme wiederholt Scheiben des Gerichts ein, beschmierten die Fassade mit Farbe. Wie groß ist der Frust bei Richtern und Mitarbeitern? Verdirbt das Ihre Vorfreude auf den Tag der offenen Tür?

Klaus Rennert: Wie wir jetzt erfahren, galt der Angriff tatsächlich gezielt unserem Gericht. Das erfüllt uns natürlich mit Besorgnis. Auf der anderen Seite sind wir nicht bereit, uns unser Tun und Lassen von Gewalttätern diktieren zu lassen. Der Tag der offenen Tür wird deshalb wie geplant stattfinden, und zwar mit Engagement und guter Laune. Für die nötige Sicherheit unserer Beschäftigten und natürlich aller unserer Besucher wird gesorgt sein – wir stehen in engem Kontakt mit der Polizei.

Wie wirkt der Glanz des Justizpalastes auf Sie im Arbeitsalltag? Hätten Sie Lust – wie einst die Präsidenten des Reichsgerichtes – hier auch noch zu wohnen?

Es lag tatsächlich in der Absicht der Erbauer unseres Gebäudes, des damaligen Reichsgerichts, den Besucher zu beeindrucken. Wir können uns glücklich schätzen, dass die Pracht und auch die Schönheit des Bauwerks bei der Restauration 1998 bis 2002 wiederhergestellt wurde. Im Arbeitsalltag ist die vorzügliche Büroausstattung natürlich wichtiger. Trotzdem genieße ich es immer wieder, in diesem Hause arbeiten zu dürfen. Wohnen möchte ich hier allerdings nicht; Berufs- und Privatleben sollten in meinen Augen auch räumlich getrennt bleiben.

Welche Räume bekommen die Besucher am Tag der offenen Tür zu sehen?

Wir haben wieder eine Rundgangs-Route ausgeschildert, auf der das ganze Haus mit individuellem Tempo erschlossen werden kann. Führungen in Gruppen gibt es nur in der Bibliothek; hier ist die Teilnehmerzahl begrenzt. Allerdings werden die Führungen – die insgesamt drei Themen vorstellen – jeweils mehrmals am Tage angeboten. Karten gibt es am Präsentationsstand der Bibliothek in der Halle. Der Rundgang führt durch weite Teile des Gebäudes, auch in den sonst nicht zugänglichen Bereich. So stehen die historischen und modernen Sitzungssäle offen, darunter auch der Große Sitzungssaal – der historische Plenarsaal. Auch der Festsaal, das frühere Speisezimmer des Reichsgerichtspräsidenten und mein eigenes Arbeitszimmer – das historische sogenannte Kaminzimmer – sind zugänglich. Unsere Gäste werden auf ihrem Rundgang auf viele Angehörige des Hauses treffen, die gerne Fragen zur Organisation und Arbeitsweise des Gerichts sowie zur Geschichte und Architektur des Gebäudes beantworten. So erhalten sie Einblick in die Arbeit der Richterinnen und Richter, der Geschäftsstelle, der Informationsdienste und der Verwaltung.

Und was steht sonst auf dem Programm?

Unter dem Motto „Casting war gestern – Ausbildung ist heute!“ informieren wir über das aktuelle Ausbildungsangebot sowie über Praktika. Ein Familienprogramm mit Familienquiz steht ebenfalls auf dem Programm sowie Rollenspiele zu dem Thema: Wie würdet ihr entscheiden? Des Weiteren sind unter anderem Filme über die Geschichte des Reichsgerichts und die Restaurierung des Gerichtsgebäudes zu sehen. Das Reichsgerichtsmuseum hat geöffnet. Von den Themenführungen durch unsere Bibliothek war bereits die Rede. Und es gibt noch einen besonderen Leckerbissen: Zum ersten Mal zeigen Künstlerinnen und Künstler der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, was sie mit dem Bundesverwaltungsgericht verbinden. Das Ganze wird umrahmt von der Musik des Leipziger manhattan.radio.trio.

Normalerweise gibt es im Bundesverwaltungsgericht nicht einmal einen Kaffeeautomaten für Besucher. Heißt das am Tag der offenen Tür: Butterbemmen und Thermosflasche in den Rucksack packen? Oder ist der Rucksack schon aus Sicherheitsgründen tabu?

In der Tat müssen große Taschen und Rucksäcke aus Sicherheitsgründen am Eingang abgegeben werden. Leider steht nur eine begrenzte Anzahl von Schließfächern zur Verfügung. Es wäre also gut, wenn der große Rucksack zu Hause bleiben würde. Unsere Cafeteria in der historischen Kutscheneinfahrt ist aber geöffnet und lädt zum Verweilen bei Speis und Trank ein, bei schönem Wetter auch in unserem Gartenhof.

Das Gericht am Simsonplatz ist am 4. Juli von 10 bis 16 Uhr geöffnet, der Besuch ist kostenlos. Eintrittskarten gibt es nicht, auch eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.

bundesverwaltungsgericht 51.333119 12.369769
bundesverwaltungsgericht
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