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Bundeswehr und Berufsfeuerwehr zeigen auf Leipziger Messe ihr Können

ABC-Alarm und Höhenrettung Bundeswehr und Berufsfeuerwehr zeigen auf Leipziger Messe ihr Können

ABC-Alarm auf dem Messegelände und eine Rettung aus luftiger Höhe. Im Rahmen des 15. DIVI-Kongresses, präsentierten eine Abordnung der Bundeswehr aus Weißenfels und die Leipziger Berufsfeuerwehr den anwesenden Teilnehmern ihr Können. Und sorgten mit zum Teil spektakulären Aktionen für offene Münder bei den Besuchern.

Bundeswehrsoldaten demonstrierten beim 15. DIVI-Kongress die Dekontamination eines Verwundeten.
 

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Ein junger Bundeswehrsoldat liegt auf einer Pritsche, Kameraden in Schutzanzügen wischen seine Atemschutzmaske ab, schneiden ihn mit großen Scheren sorgsam aus seiner Uniform heraus. Das alles findet allerdings nicht an einem Kriegsschauplatz statt, sondern am Donnerstag im Congress Center Leipzig auf dem neuen Messegelände. Und der junge Mann ist auch nicht wirklich Opfer eines Angriffs mit ABC-Kampfstoffen, sondern liegt lediglich zu Demonstrationszwecken bewegungslos auf der Liege. Im Rahmen des 15. Kongresses der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) ist auch eine Abordnung aus der Bundeswehrkaserne in Weißenfels vor Ort und bietet den interessierten Teilnehmern einen Einblick in den Ablauf einer Dekontamination im Feldlazarett.

Trockendekontamination und ein aufblasbares Zelt

Das, was die Besucher hier gerade zu sehen bekommen, ist eine Trockendekontamination durch den sogenannten Schneidtrupp, wie Oberbootsmann Christin Altenau von der 3. Kompanie des Verwundeten-Dekontaminationszugs aus Weißenfels erläutert. Dabei werden dem betroffenen Kameraden sorgfältig die kontaminierten Kleider vom Leib geschnitten und seine Atemschutzmaske kontinuierlich mit einer speziellen Lösung abgewischt und so dekontaminiert. „Insgesamt umfasst der knapp 30-minütige Dekontaminationsprozess sechs Bereiche“, erklärt Altenau. Die anderen Abschnitte, wie etwa die Nassdekontamination, bei der der Verletzte abgeduscht wird, können aus Platzgründen nicht demonstriert werden.

Trotzdem hat auch ein Luftlandezelt seinen Weg ins Congress Center gefunden. Die Konstruktion kann in so gut wie jeder Umgebung eingesetzt werden, baut sich per Kompressor selbstständig auf und ist innerhalb von neun Minuten einsatzbereit. Im Inneren bietet das Zelt alles, was eine Intensivstation braucht – von Betten, über Beatmungsgeräte, bis zur Möglichkeit, Verwundete im Bett mit einem Wärmeaggregat vor dem Auskühlen zu bewahren, ist alles vorhanden. Damit sei das Zelt auch perfekt für den Einsatz bei Katastrophenfällen im Inland einsetzbar.

Die Bundeswehr möchte mit der Demonstration auf ihre Arbeit aufmerksam machen und so auch zeigen, dass der Militärdienst aus weit mehr als nur Kampfhandlungen besteht. Gleichzeitig will man sich so auf dem Kongress auch als potenzieller Arbeitgeber präsentieren und gezielt medizinisches Personal ansprechen.

Rettung aus luftiger Höhe

Aber nicht nur die Bundeswehr demonstriert den Kongressbesuchern ihr Können. Auch die Leipziger Berufsfeuerwehr ist vor Ort und sorgt mit einer spektakulären Aktion für Aufsehen. Der Höhenrettungsdienst zeigt einen Einsatz in luftiger Höhe. Ein Verletzter wird direkt unter dem Hallendach gesichert und auf den Boden abgeseilt. Seit 1986 – mit einer kurzen Unterbrechung kurz nach der Wende – sind die Spezialisten in der Messestadt im Einsatz, wie Joachim Petrasch berichtet. Das Besondere an der Truppe: „Die Kameraden machen den Job quasi nebenbei.“ Die Zusatzausbildung schlägt neben dem regulären Feuerwehrdienst mit rund 72 Stunden Lehrgängen pro Jahr zu Buche, so der Sprecher. Nicht nur in luftiger Höhe, auch bei Rettungseinsätzen aus Schächten oder Baugruben kommen die Spezialisten zum Einsatz.

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Beim 15. DIVI-Kongress im Congress Center auf der Leipziger Messe gewährten Bundeswehr und Berufsfeuerwehr Einblicke in ihre Arbeit. Und auch abseits davon gab es immer wieder etwas für die Besucher zu entdecken.

Zur Bildergalerie

Ziel der Aktion beim DIVI-Kongress ist es laut Petrasch, den anwesenden Medizinern einen Einblick in die vielfältige Arbeit an der Basis zu geben. Und schaut man sich den Zuspruch bei der Aktion im prall gefüllten Atrium an, kann man dieses Ziel guten Gewissens als vollumfänglich erfüllt ansehen.

Von Bastian Fischer

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