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Lokales Bundeswehrreform: Leipziger Division steht offenbar Auflösung bevor
Leipzig Lokales Bundeswehrreform: Leipziger Division steht offenbar Auflösung bevor
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10:48 17.09.2011
Leipzig steht als Stabsstandort für die Bundeswehr zur Disposition. Quelle: dpa
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Leipzig

Die Standorte der Division in Sachsen und Thüringen sollen aber weitgehend erhalten bleiben. Auch für Leipzig sei nach Wegfall des Divisionsstabes eine neue militärische Führungsaufgabe im Gespräch.

Wie die Leipziger Volkszeitung in ihrer Samstag-Ausgabe schreibt, soll es Überlegungen geben, aus den drei klassischen Heeresdivisionen in Hannover, Sigmaringen und Leipzig zwei zu machen: eine Nord-Division und eine Süd-Division. Dazu könnte die einzige ostdeutsche Division mit der Panzergrenadierbrigade 37 im sächsischen Frankenberg und der Panzergrenadierbrigade 41 in Torgelow in Mecklenburg-Vorpommern aufgelöst und auf die zwei anderen aufgeteilt werden.

Am Ende stünde dann eine Nord-Division mit den drei Brigaden in Munster, Augustdorf und Torgelow sowie eine Süd-Divison mit den Brigaden in Bad Reichenhall, Amberg und Frankenberg. Das wären dann zum einen die 1. Panzerdivision in Hannover, deren Stab nach Oldenburg verlegt werden könnte, und zum anderen die 10. Panzerdivision in Sigmaringen, deren Stab vielleicht nach Veitshöchheim zieht.

Das Nachsehen hätte damit die Leipziger Division, die 2009 als erster Großverband des Heeres für ein Jahr die Leitdivision für alle Auslandseinsätze war und die bei der Nachwuchsgewinnung erfolgreicher ist als alle anderen.

In Sachsen und in der Messestadt lösen diese möglichen Strukturveränderungen Betroffenheit und Befürchtungen aus. Der Freistaat, der ohnehin die geringste Bundeswehrdichte pro 1000 Einwohner habe, kämpfe um jeden Standort, äußerte Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) gegenüber der Zeitung. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) verweist darauf, dass die Bundeswehr in Leipzig besonders verwurzelt ist. „Es gibt gute Beziehungen zur Wirtschaft und zur Stadtgesellschaft. Leipzig ist für den Stabsstandort genau die richtige Adresse.“

Rund 1000 Soldaten sind derzeit in der Leipziger General-Olbricht-Kaserne stationiert. Diese seien auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, bekräftigt Wolfgang Topf, Präsident der Leipziger Industrie- und Handelskammer. Topf, der zugleich Vorsitzender des Freundeskreises der Bundeswehr ist, hebt die gute Kooperation mit der Leipziger Wirtschaft hervor. Für den Grünen-Politiker Michael Weichert aus Sachsen würde mit dem Wegfall der wichtigsten Bundeswehrschaltstelle im Osten Deutschlands auch ein Bedeutungsverlust einhergehen.

Leipzig könnte nach dem Wegfall des Divisionsstabes möglicherweise  Sitz eines Ausbildungskommandos für das Heer werden. Die offiziellen Standortentscheidungen fallen laut Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) aber erst Ende Oktober.

Anita Kecke

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