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Burschenschafts-Fest in Leipzig: Saal gekündigt - Museumschef sagt Rede ab

Burschenschafts-Fest in Leipzig: Saal gekündigt - Museumschef sagt Rede ab

Kein Saal, kein Festredner: Leipzigs Burschenschaftler stehen für ihren Jahreshöhepunkt aktuell mit ziemlich leeren Händen da. Der geplante Festkommers am 12. Oktober sollte eigentlich im Preußischen Wartesaal des Hauptbahnhofs stattfinden - doch der Raum wurde gekündigt.

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Burschenschaftler im Abmarsch (Archivbild)

Quelle: dpa

Leipzig. Der angefragte Festredner Volker Rodekamp, Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums, zog seine Bereitschaft nach einem LVZ-Beitrag zurück. Hintergrund: Mitte Juni hatten Burschenschaftler in besagtem Wartesaal bei einer Veranstaltung das Deutschlandlied in allen drei Strophen gegrölt.

"Ja, wir haben den Mietvertrag für diese Veranstaltung gekündigt", bestätigte Ute Sattler, Sekretärin der Geschäftsleitung der Antons OHG Leipzig, die den von den Promenaden Hauptbahnhof gemieteten Saal an Interessenten untervermietet. Anlass seien die jüngsten Vorfälle gewesen. "Wir wollen mit derartigen Veranstaltungen keinesfalls in Verruf kommen", so Sattler.

Eigentlich hatte die Örtliche Burschenschaft zu Leipzig - ein Zusammenschluss der schlagenden Verbindungen Arminia, Normannia und Germania - den Preußischen Wartesaal für den Höhepunkt ihrer dreitägigen Festveranstaltung anlässlich des Doppel-Jahrestages 200 Jahre Völkerschlacht und 100 Jahre Völkerschlachtdenkmal auserkoren.

Auf der Facebook-Seite der zumindest als sehr nationalkonservativ geltenden Studentenverbindung Germania ist zudem zu lesen: Geplant sind Führung und Besichtigung zu und von Orten des Schlachtgeschehens. Weiterhin ein Frühschoppen sowie ein Totengedenken samt Kranzniederlegung am Theodor-Körner-Denkmal nahe der Oper mit Harald Lönnecker (Leiter von Archiv und Bücherei der als rechts geltenden Deutschen Burschenschaft) am Sonntag um 10 Uhr. Noch am Donnerstag war dieser ursprüngliche Plan im Internet einzusehen.

Als Festredner ist in der Einladung weiterhin Volker Rodekamp angeführt, Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums. Der hatte aber bereits seit Wochen abgesagt. Doch wie kam Rodekamp zunächst auf das Papier? "Ich war vielleicht etwas blauäugig", sagte der Museumschef rückblickend. Ein Archivar seiner Einrichtung hatte vor Monaten den Vortrag anfragt, der 1953 Geborene mündlich zunächst zugesagt.

"Doch nachdem ich von den jüngsten Vorkommnissen Kenntnis erhielt, habe ich sofort reagiert und meine Bereitschaft ohne Begründung einen Tag später zurückgezogen", so Rodekamp. Ihm sei weder "bewusst" gewesen, noch habe er "einschätzen" können, auf welcher Seite die Germania stehe. Ohnehin habe er - wenn überhaupt - vorgehabt, seinen Vortrag unter die Stichworte "Versöhnung und Aussöhnung, Perspektivwandel" sowie den europäischen Gedanken zu stellen. "Ich bin sicher, die Absage war eine gute Entscheidung meinerseits", erklärte Rodekamp. Mit der ihm nun bekannten Gesinnung der Einlader habe er nichts im Sinne. Die Burschenschaft war für eine Aussage zum Thema nicht zu erreichen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.07.2013

Martin Pelzl

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