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Lokales Busfahrer Nr. 500 ist eine junge Mutter – Probezeit im Stadtverkehr bestanden
Leipzig Lokales Busfahrer Nr. 500 ist eine junge Mutter – Probezeit im Stadtverkehr bestanden
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00:30 01.03.2018
Neue Busfahrer bei den LVB: Issam Azzam (24), Simone Kammertöns (40) und Sebastian Edler (31, von links) wurden als Kollegen Nummer 499, 500 und 501 am Busbahnhof in Lindenau begrüßt. Quelle: Foto: Christian Modla
Leipzig

Die Probezeit ist geschafft, jetzt geht es in Festanstellung hinters Lenkrad: Im Busbahnhof Lindenau begrüßte Michael Halberstadt, Arbeitsdirektor der Leipziger Verkehrsbetriebe, am Freitag drei Neue im Team. Simone Kammertöns (40) ist die Nummer 500, die seit 2009 als Busfahrer(in) neu eingestellt wurde. Ihre Kollegen Issam Azzam (24) und Sebastian Edler (31) dürfen sich als die Neuen Nummer 499 und 501 fühlen. Alle drei sind Seiteneinsteiger, die mehrere Monate Ausbildung in der eigenen Fahrschule sowie die Probezeit hinter sich haben.

„Es fühlt sich gut an am Steuer. Es macht Spaß, durch Leipzig zu fahren, die Stadt kennenzulernen und die Leute zu erleben“, erzählt Simone Kammertöns. Manchmal bekommt die 1,60 Meter kleine, zierliche Frau ein beidseitiges „Daumen hoch“ gezeigt, wenn sie hinterm Bus-Lenkrad sitzt. Dann hat sie zwar deutlich mehr PS unterm Hintern als andere Kraftfahrer, „aber schneller bin ich trotzdem nicht“. Die gebürtige Paderbornerin ist bisher kurvenreich durchs Leben gegondelt. Ausgebildet als Zahntechnikerin, hat sie unter anderem in der Gastronomie gearbeitet, zuletzt in Hamburg gelebt. Der Liebe wegen ist sie 2010 nach Leipzig gezogen, hat zwei Kinder bekommen, die jetzt fünf und drei Jahre alt sind. Nach der Familienzeit schaute sich die junge Mutter nach einer neuen beruflichen Perspektive um. „Ich wollte was Sinnvolles machen, was auch für die Umwelt sinnvoll ist. Und da die LVB mit Familienfreundlichkeit werben, habe ich mich hier beworben.“ Wegen ihrer kleinen Kinder hat Simone Kammertöns die Vier-Tage-Woche beantragt.

Richtig glücklich über seinen Neustart ist Issam Azzam. „Busfahrer, das war mein Ziel“, freut sich der 24-jährige Palästinenser. Im Libanon, wo er bis 2013 lebte, hatte er keine Chance auf diesen Beruf – dort wurde er Solaranlagenbauer. Jetzt fährt er mit viel Sonne im Herzen die Leipziger durch seine Wahlheimat. Auch der gelernte Brunnenbauer Sebastian Edler (31) freut sich über seinen neuen Job: „Früher hatte ich im Sommer immer extrem lange Arbeitszeiten, und im Winter musste ich mich zwangsläufig arbeitslos melden. Das Zuhause-Sitzen ist aber nichts für mich. So bin ich zum Busfahren gekommen.“

Die Leipziger Verkehrsbetriebe beschäftigen derzeit rund 1000 Fahrer und 200 Fahrerinnen, davon sind ein Drittel Busfahrer(innen). Wegen des hohen Altersdurchschnitts von 48 Jahren muss bis 2030 das Personal im Prinzip einmal komplett durchgewechselt werden. Im Jahr 2009 hatte der Stadtrat die Leipziger Verkehrsbetriebe mit der Erbringung der Verkehrsleistung im Stadtverkehr direkt betraut.

Von Kerstin Decker

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