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Lokales Bushalte: Bei jetzigem Umbau-Tempo dauert Barrierefreiheit noch 20 Jahre
Leipzig Lokales Bushalte: Bei jetzigem Umbau-Tempo dauert Barrierefreiheit noch 20 Jahre
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14:26 19.05.2015
Die Bushaltestelle am Ratzelbogen soll ab heute behindertengerecht umgebaut werden. Quelle: Wolfgang Zeyen

Ab heute erhalten in Grünau zwei weitere Bushaltestellen ein barrierefreies Gesicht.

"Ein Drittel aller Haltestellen ist bereits barrierefrei ausgebaut worden", erklärt Christoph Bock, Abteilungsleiter Straßenbau und -unterhaltung sowie der bei der Stadt Leipzig für die Projektsteuerung Verantwortliche. Insgesamt gebe es in der Messestadt 840 Busstopps. "Berücksichtigt sind dabei alle richtungsbezogenen Einzelhaltestellen, die im Linienbetrieb - außer Nachtbusse - angefahren werden", so Bock.

Ist es denn zeitlich zu schaffen, die aus dem novellierten deutschen Personenbeförderungsgesetz abgeleitete Richtlinie bis 2022 umzusetzen? "Mit dem derzeitigen Umsetzungsstand ist das Ziel bis 2022 voraussichtlich nicht leistbar", sagt der Rathaus-Mitarbeiter. Entsprechende Einzelfestlegungen und Ausnahmetatbestände seien noch zu prüfen und müssten noch definiert werden. Hintergrund dieser Aussage dürfte die in Arbeit befindliche Novelle des Nahverkehrsplans sein, deren Inkrafttreten für 2016 erwartet wird. Demnach können "konkret benannte Haltestellen begründet ausgenommen werden", wie es LVB-Sprecher Christoph Hansel jüngst auf Anfrage formuliert hat. Zudem kann es weitere Ausnahmen geben. "Beispielsweise wenn der Freistaat einen anderen Zeitpunkt der Fertigstellung festlegt, so weit dies nachweislich aus technischen wie wirtschaftlichen Gründen unumgänglich ist", so Hansel, dessen Straßenbahnhaltestellen zu etwa 60 Prozent behindertengerecht ausgebaut sind (die LVZ berichtete).

"Mit den derzeit verfügbaren Haushaltsmitteln werden jährlich 10 bis 20 Bushaltestellen barrierefrei ausgebaut", sagt Christoph Bock. Da vom behindertengerechten Ausbau in der Regel auch die Fahrbahn beziehungsweise die Seitenbereiche betroffen seien, könnten die Kosten je Haltestelle stark differieren. Eine konkrete Finanzplanung liege dazu noch nicht vor.

Bock betont aber, dass bereits sehr viele Fahrgäste von den bislang umgebauten Haltestellen einen Nutzen haben. "Von den 60 Prozent schon barrierefreien Straßenbahnhaltestellen profitieren rund dreiviertel aller Kunden", so der Abteilungsleiter. Bei den Bushaltestellen seien es knapp die Hälfte der Fahrgäste, die derzeit behindertengerechte Haltestellen nutzen können. "Das bedeutet, dass sich der Ausbau auf die nachfragestärksten Haltestellen konzentriert hat, von denen auch die meisten Fahrgäste profitieren konnten", so Bock.

Der weitere Umbau bleibt aber Thema. "Dabei gilt es, die betroffenen Akteure, insbesondere die Behindertenverbände, bei der weiteren Vorgehensweise einzubeziehen", sagt Bock mit Blick auf die bereits erwähnte Fortschreibung des Nahverkehrsplans. Die Kosten werden sich für Stadt und LVB deutlich im zweistelligen Millionenbereich bewegen. "Da beim barrierefreien Ausbau von Straßenbahnhaltestellen in der Regel auch Gleisbau notwendig ist, entstehen hier viel höhere Kosten pro Halt als zuletzt angenommen", sagte der Experte mit Blick auf eine sehr konservative Schätzung von 50 000 Euro pro Richtungshaltestelle.

Heute werden erst einmal zwei weitere Stopps in Angriff genommen. Bis Mitte September werden in der Ratzel- und der Kiewer Straße am Ratzelbogen die Bushaltestellen behindertengerecht umgebaut. Während des Ausbaus wird der landwärtige Kfz-Verkehr auf der Ratzelstraße unmittelbar im Anschluss an den Kreuzungsbereich mit der Kiewer Straße auf den Linksabbiegestreifen der Gegenrichtung geführt und im Bereich der Zufahrt zum Einkaufsmarkt wieder zurückgeleitet.

Während des Ausbaus der Haltestelle in der Kiewer Straße wird der Fahrverkehr in Richtung Nord auf dem Linksabbiegestreifen der Gegenrichtung geführt. Durch die LVB werden außerhalb des Baubereiches Ersatzhaltestellen eingerichtet.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.08.2014
Martin Pelzl

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