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Lokales CDU kontra Fahrradbügel in Schleußig – Stadt prüft mehr Stellflächen
Leipzig Lokales CDU kontra Fahrradbügel in Schleußig – Stadt prüft mehr Stellflächen
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15:27 28.09.2017
Fahrradbügel auf Sperrflächen in Schleußig. (Archivfoto) Quelle: André Kempner
Leipzig

Das berühmte Schleußiger Parkchaos – seit drei Jahren ist es weitgehend entwirrt. Wild abgestellte Autos auf Gehwegen, in der Vergangenheit im Südwest-Quartier die Regel, sind inzwischen die Ausnahme. Durch ein System an Einbahnstraßen konnten 40 zusätzliche Parkplätze geschaffen und der Verkehr zumindest abseits der Hauptverkehrswege merklich beruhigt werden. Zudem gibt es im eher grünen Stadtteil inzwischen auch für Radfahrer Möglichkeiten, den Drahtesel an Bügeln anzuschließen.

Die CDU-Fraktion im Leipziger Stadtrat hat die Stadtverwaltung nun trotzdem aufgefordert, die Änderungen im Verkehrsraum des Quartiers zu überprüfen. „Nach wie vor ist für uns das geltende Einbahnstraßensystem in Schleußig nicht überzeugend“, heißt es im Antrag der Union. Die getroffenen Regelungen seien logisch nicht nachvollziehbar und führten bei Autofahrern zu langen Umwegen. Vor allem Wirtschaftsverkehr, Handwerker, Liefer- und Pflegedienst müssten so mehr Zeit und Emmissionen aufwenden, um durch den Stadtteil zu fahren.

Im Detail fordert die Union auch eine Aufhebung der Einbahnstraßenregelung in der Brockhausstraße sowie eine Verlegung der Fahrradbügel, die in Kurvenbereichen vor Gehwegen auf der Straße angebracht wurden. „Immer wieder kommt es zu Kollisionen, mit entsprechenden Folgekosten“, heißt es in der Begründung des CDU-Antrags.

Baudezernat: Fahrradbügel sollen Falschparker hindern

Die Antwort aus dem zuständigen Dezernat von Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) ließ nicht lange auf sich warten – und sie dürfte den Unionspolitikern nicht gefallen. Zum einen erinnert die Verwaltung daran, warum die Fahrradbügel überhaupt auf der Straße aufgestellt wurden: Um das Parkverbot an Kreuzungsecken durchzusetzen und zu verhindern, dass Autofahrer die Gehwege widerrechtlich als Parkflächen benutzen. Zudem widerspricht sie auch vehement den CDU-Angaben, es komme immer wieder zu Kollisionen mit den Fahrradbügeln. Solche Unfälle seien nicht bekannt. Lediglich Leitplanken an Sperrflächen würden häufiger umgefahren und müssten deshalb immer wieder ersetzt werden.

Auch von größeren Problemen der Autofahrer mit den Einbahnstraßen im Stadtteil will das Baudezernat nichts wissen: „Im Hinblick auf die bestehende Verkehrsorganisation in Schleußig liegen aktuell keine Bürgerbeschwerden vor, so dass wir davon ausgehen können, dass sich das Einbahnstraßensystem bewährt hat.“

Brockhausstraße auf dem Prüfstand

Den Forderungen der CDU-Fraktion, die Verkehrssituation in Schleußig überprüfen zu lassen, will die Stadtverwaltung trotzdem nachkommen – wenn auch anders, als vom Antragsteller gedacht. Die Parkflächen entlang der Brockhausstraße seien im Gegensatz zu denen in den Seitenstraßen bisher noch gar nicht verändert worden, heißt es aus dem Neuen Rathaus. Nun soll auch dort ein Auge drauf geworfen werden.

Zudem will die Kommune auch dem hohen Fahrradfahrer-Anteil in Schleußig weiter Rechnung tragen und dabei die CDU-Forderung aufgreifen: Zusätzlich zu den Radbügeln im Kurvenbereich der Straßen könnten auch auf den Gehwegen noch weitere entstehen. Auch das soll geprüft werden. Bis zum August 2018 wollen die Experten der Stadtverwaltung den entsprechenden Bericht vorlegen, heißt es weiter.

Von mpu

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